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28

Apr

2010

Die Schiene hat in den letzten Jahren ihren Umweltvorteil ausgebaut

Die Bahn hat gemäss den drei grossen Deutschen Verbänden des Eisenbahnsektors, VDV, VDB und Allianz pro Schiene, ihren Umweltvorteil gegenüber anderen Verkehrsträgern im Zeitraum von 1995 bis 2008 zum Teil sogar beträchtlich ausgebaut.

 

Sicher waren weniger die Umweltaspekte ursächlich für den Run auf die Züge in den letzten Tagen (die Airlines mussten am Boden bleiben), aber zunehmend lassen Firmen zumindest innerdeutsch mehr mit dem Zug reisen. Oft ist der ICE/IC schneller, man kann im Zug arbeiten und so ein bisschen denken Reiseplaner auch ans Klima, wenn sie mit der Bahn zusammen arbeiten.

 

In wesentlichen Umweltparametern liegen die Bahnen nach den Worten von Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, weit vor dem Automobil. Aber auch in der Entwicklungslinie habe sich die Schiene deutlich schneller verbessert als der Straßenverkehr. Mit rund 24 % Minderung im spezifischen Energieverbrauch von 1995 bis 2008 rangiere der Reisezug klar vor dem Pkw. Auch beim CO2-Ausstoß mit 25 % Minderung legt die Schiene ein höheres Verbesserungstempo vor.

„In beiden Schlüsselkategorien haben wir pro Personenkilometer schneller Fortschritte gemacht und unseren Anfangsvorsprung sogar noch vergrößert“, sagte Flege und warnte die Politik davor, Steuermilliarden einseitig in die Elektromobilität auf der Straße zu stecken.

Für die deutlichen Fortschritte im Schienenverkehr gebe es einen einfachen Grund, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bahnindustrie (VDB), Ronald Pörner. „Seit Ende der 90er Jahre wurde intensiv in neue und umweltfreundliche Züge und Lokomotiven investiert. Republikweit fahren innovative Nah- und Fernverkehrszüge, deren Umweltbilanz sich sehen lassen kann.“ So verbraucht ein moderner Elektro-Triebzug zwischen 30 bis 40 % weniger Energie als ein Vorgängermodell.

Pörner forderte die Bundesregierung auf, das Innovationspotenzial der Schiene stärker zu stimulieren als bisher, beispielsweise durch die Einführung einer Umweltprämie für den Austausch von Diesellokomotiven, die älter als 30 Jahre und noch nicht remotorisiert sind.

Immerhin ein Fünftel der Gesamtflotte könnte davon profitieren. „Auch liesse sich mit relativ geringem Aufwand der Bahnstrom-Mix grüner machen. Das wäre eine Revolution in greifbarer zeitlicher Nähe, wie sie das elektrische Automobil in absehbarer Zeit nicht erreichen kann.“

Die Nachhaltigkeitsexpertin des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Uta Maria Pfeiffer, erklärte den Umweltfortschritt von Bus und Bahn u.a. mit gestiegenen Fahrgastzahlen und besserer Auslastung des öffentlichen Verkehrs. „Täglich nutzen über 28 Mio. Fahrgäste die Angebote des ÖPNV in Deutschland. Das sind jährlich gut 10 Mrd. Fahrgäste, die Busse und Bahnen für ihre Wege wählen. Das erspart der Gesellschaft täglich 18 Mio. Autofahrten“, sagte Pfeiffer. Der ÖPNV sei damit „ein Schlüssel zur Lösung der Umwelt- und Verkehrsprobleme, besonders im städtischen Raum.“ Deshalb seien die Regionalisierungsmittel gut angelegtes Steuergeld.

Die drei grossen Verbände des Eisenbahnsektors, VDV, VDB und Allianz pro Schiene, waren sich einig, dass die Bundesregierung gut daran täte, mindestens die Hälfte der kürzlich in Aussicht gestellten zusätzlichen zwei Milliarden Euro für die Förderung der Elektromobilität in den öffentlichen Verkehr zu investieren.

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