Di

17

Aug

2010

Der Nachtzug «Pau Casals» wurde in Frankreich fehlgeleitet

Die Fahrgäste im Zug von Barcelona nach Zürich glaubten schlecht zu träumen: Nach einem Stopp in Lyon fuhr der Zug doch nie und nimmer Richtung Schweiz, sondern in Richtung Italien.

 

Hilfe, wir sitzen im falschen Zug - Blick von Michael Scharenberg

 

Blick.ch-Leser Volker B.* wollte gestern Morgen um 10 Uhr seinen Bekannten am Zürcher Hauptbahnhof abholen. Der war mit dem Nachtzug Talgo THT 273 «Pau Casals» von Barcelona unterwegs. Volker B.* wartet allerdings vergebens.

Denn sein Bekannter ist zu diesem Zeitpunkt noch Hunderte von Kilometern von Zürich entfernt. Er hat, zusammen mit 105 anderen Fahrgästen, die ebenfalls diese Fahrt gebucht hatten, mittlerweile eine böse Überraschung hinter sich. Eigentlich hatten sie erwartet, in der Morgendämmerung die ersten Schweizer Berge zu erkennen. Statt dessen hielten sie in Modane, dem französisch-italienischen Grenzbahnhof!

Diesmal ist der Pau Casals nicht in Zürich angekommen....        Foto: Marcel Manhart

 

Zug wird Lyon geteilt
In Lyon, also noch in Frankreich, wird der Zug geteilt, erklärt SBB-Sprecher Jean-Louis Scherz Blick.ch. Reine Routine, eigentlich. Für die Reisenden nach Italien fährt ein Teil der Waggons jetzt nach Mailand weiter, der andere Teil fährt über Genf nach Zürich.

Doch in der Nacht vom Sonntag auf den Montag sind diese beiden Zugsteile schlicht verwechselt worden. «Meines Wissens ist so etwas noch nie passiert», sagt Scherz. «Diese aussergewöhnliche Situation lässt einen vielleicht schmunzeln ─ für jene, die davon aber betroffen waren und unter Umständen einen Termin verpassten, ist dies aber sehr ärgerlich.»

Irrtum fällt erst nach Stunden auf
Nach dem Missgeschick der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF in Lyon, mitten in der Nacht, vergehen Stunden. Dann endlich fällt die Verwechslung auf. Die Waggons für Zürich müssen von Modane nach Lyon zurückkehren. So dass Volker B. seinen verirrten Bekannten am Mittag, wenn auch mit drei Stunden Verspätung, doch noch in Zürich abholen konnte.

Für die 135 Reisenden, die eigentlich via Modane direkt nach Mailand fahren wollten, aber Richtung Genf unterwegs waren, organisert die SBB eine Alternative: Sie sollen via Zürich an ihr Ziel kommen. Leider spielte das Wetter nicht mit. Sonst hätten sie die Fahrt durch die schöne Schweiz vielleicht noch geniessen können.....

*Name der Blick-Redaktion bekannt

Der Pau Casals im Zürcher Hauptbahnhof                                       Foto: Marcel Manhart

SBB-Sprecher Jean-Louis Scherz kann sich nicht erinnern, dass dies schon jemals passiert ist. Meine Erinnerungen sind hier jedoch anders und ich meine, dies auch schon einmal gehört zu haben. Damals waren die Reisenden für Zürich in Mailand angekommen und sind mit dem Cisalpino nach Zürich gefahren worden. Umgekehrt waren die Reisenden für Mailand in Zürich gestrandet. Vielleicht erinnert sich ja jemand genauer daran, dann würde es mich freuen, wenn Sie mir dies über das Kontaktformular oder im untenstehenden Kommentar-Feld mitteilen würden. Vielen Dank!

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Kommentare: 2
  • #1

    Karl Rusterholz (Mittwoch, 18 August 2010 11:06)

    Klar ist dies schon einmal vorgekommen, sowas hatte ich nämlich auch schon gehört!!!

  • #2

    Adrian (Dienstag, 07 September 2010 13:40)

    Ja, das stimmt, das ist auch schon vorgekommen: Gemäss der "Schweizer Eisenbahn-Revue" ist dasselbe Malhuer den französischen Eisenbahnern auch im Jahr 2001 passiert! Das Erinnerungsvermögen hat wohl diesen SBB-Sprecher im Stich gelassen!