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25

Nov

2010

Wiener Nacht U-Bahn: Eine Million Fahrgäste seit September

Damit hatte man selbst bei den Wiener Linien nicht gerechnet: Früher als erwartet konnte bereits zwei Monate nach dem Start der Nacht-U-Bahn die Schallmauer von 1 Millionen Fahrgäste durchbrochen werden.

 

Bei bisher 24 Nächten mit durchgängigem U-Bahn-Betrieb waren im Schnitt pro Nacht 45.000 Menschen auf den fünf U-Bahnlinien unterwegs. "Die Nacht-U-Bahn hat sich bereits nach wenigen Wochen als Erfolgsmodell und Bereicherung für Wien erwiesen", so Wiener-Linien-Chef Michael Lichtenegger.

 

Bericht auf oe24.at

Die Wiener "Nacht U-Bahn"                                                            Foto: Marcel Manhart

 

U4 mit höchster Nachfrage
Die beliebtesten U-Bahnen sind dabei die U4 mit durchschnittlich 12.000 Fahrgästen pro Nacht und die U3 mit 11.000 Fahrgästen. Am meisten Menschen wurden sowohl zum Auftakt der Nacht-U-Bahn vom 3. auf den 4. September 2010 sowie bei der Langen Nacht der Museen (2. Oktober 2010) gezählt: Beide Male wurden 60.000 Menschen befördert. Insgesamt gilt: In den Nächten von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag und vor Feiertagen fahren nun alle fünf U-Bahn-Linien alle 15 Minuten und ohne Unterbrechung. 17 Nachtbusse ergänzen das Angebot, diese fahren allerdings nur im 30-Minuten-Takt.


Züge videoüberwacht
Fest steht: Trotz durchgängigem U-Bahn-Betrieb sind bisher grössere Sicherheitsprobleme ausgeblieben. "So sind alle Züge videoüberwacht, 22 "Nightliner" sorgen für Sicherheit im U-Bahn-Verkehr", erklärt ein Sprecher der Wiener Linien. Hinzu kommen 50 Stationswarte und Polizisten in jedem Zug. Ob dies allerdings weiterhin so bleibt, ist noch ungewiss. Derzeit überprüft die Polizei ihr Sicherheitskonzept.

 

 

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Wer ab 3. September 2010 die Wiener 24-Stunden-U-Bahn benützt, wird den Blicken der Exekutive nicht entkommen: Denn jeder der 22 Züge wird in der Nacht von zwei Polizisten begleitet. Dadurch soll das subjektive Sicherheitsgefühl erhöht werden, sagte Vizebürgermeisterin Renate Brauner (S) am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Zusätzlich werden 22 "Nightliner" der Wiener Linien im gesamten Netz unterwegs sein, um für Deeskalation und die Einhaltung der Regeln zu sorgen. 

"Wir müssen durch strukturelle Maßnahmen und geschickte Dienstplanung diese Präsenz gewährleisten", so der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl, angesprochen auf die stets beklagte Personalknappheit bei der Exekutive. Man sei bereits seit rund einem Jahr mit etwa 100 Beamten täglich im U-Bahnnetz unterwegs.

Durch die Nachteinsätze, die um 23.30 Uhr beginnen, werde es keine Abstriche sonstwo geben, versicherte er. Allein im Jahr 2009 hat die Exekutive hier bereits 2.700 Anzeigen - 900 davon Verwaltungsübertretungen beispielsweise wegen Lärms - aufgenommen. Zudem gab es 1.700 Festnahmen. Was die Sicherheit bei der Nacht-U-Bahn angeht, "sehe ich aus polizeilicher Sicht dem Ganzen sehr gelassen entgegen", beruhigte Pürstl.

22 Nightliner
Unterstützt wird die Exekutive von 22 Nightlinern, deren Präsenz mit der Polizei abgestimmt wird. Sie sollen den Fahrgästen auch im Stationsbereich für Infos zur Verfügung stehen, auf die Einhaltung der Beförderungsbedingungen achten sowie in Konfliktsituationen deeskalierend wirken und im Bedarfsfall die Polizei verständigen. Außerdem werden sie gelegentlich Fahrscheinkontrollen durchführen.

Zentrale in Erdberg
Koordiniert werden Exekutive und Nightliner von einer gemeinsamen Einsatzzentrale aus, die in der Leitstelle der Wiener Linien in Erdberg untergebracht ist. Dort laufen auch sämtliche Bilder der Überwachungskameras in Zügen und Stationen zusammen. Unterwegs sein werden in der Nacht ausschließlich die neuen durchgängigen Garnituren - mit Ausnahme der U6, wo es solche nicht gibt. Dort werden jedoch nur Züge zum Einsatz kommen, die mit Videokameras ausgestattet sind, betonte Wiener-Linien-Geschäftsführer Michael Lichtenegger.

Auf personelle Präsenz wird auch in den Stationen selbst gesetzt: Die Knotenpunkte der U-Bahnen, insgesamt zehn Stationen, werden mit jeweils zwei Stationswarten besetzt sein. In allen übrigen Haltestellen, in denen es tagsüber eine Aufsicht gibt, wird jeweils ein fixer Stationswart an Ort und Stelle sein. Laut Lichtenegger werden nächtens in Summe rund 80 Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe zu Sicherheitszwecken unterwegs sein.

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