So

19

Jun

2011

In Martigny fand die VCS-Delegiertenversammlung 2011 statt

Mehr Verkehr für die Schiene

Der öffentliche Verkehr und insbesondere die Bahn muss künftig eine noch wichtigere Rolle einnehmen. Zu diesem Schluss kamen die Delegierten des VCS Verkehrs-Club der Schweiz am Samstag an ihrer Versammlung in Martigny. Zusammen mit renommierten Expertinnen und Experten diskutierten sie darüber, welches die Verkehrsmittel der Zukunft sind. In einer Resolution verlangen die Delegierten zudem, den Energieverbrauch im Verkehr bis 2025 um 25 Prozent zu senken. 

 

VCS Verkehrs-Club der Schweiz 

Am Samstag trafen sich die Delegierten des VCS in Martigny        Foto: Marcel Manhart

 

n der schweizerischen Verkehrspolitik werden derzeit Weichen gestellt. Dabei geht es nicht nur um die künftige Verkehrsfinanzierung, die derzeit immer wieder diskutiert wird. Dahinter steht letzten Endes die Frage, ob wie bisher Schiene und Strasse parallel ausgebaut oder ob beim Ausbau bestimmter Verkehrsnetze Akzente gesetzt werden sollen.

Zentralpräsidentin Franziska Teuscher konstatierte zum Auftakt der Delegiertenversammlung ein grünes Fieber in der Schweizer Politik, das selbst bisher stramm atomenergiefreundliche Politikerinnen und Politiker befallen habe. Es sei jedoch zu früh sich zurückzulehnen – weder beim Atomausstieg noch bei der nachhaltigen Mobilität. Wie nachhaltig das grüne Fieber wirke, müsse sich nach den Wahlen erst noch weisen. Die Schweiz brauche deshalb auch künftig einen starken VCS.

Renommierte Expertinnen und Experten zu Gast
Die VCS-Delegierten befassten sich in Martigny eingehend mit der Frage, welche Verkehrsmittel am zukunftsträchtigsten sind. Die Inputs dazu lieferten renommierte Expertinnen und Experten: Willy Burgunder, stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Strassen, der Lausanner Verkehrsdirektor Olivier Français, Stefan Nünlist, Leiter Unternehmenskommunikation der SBB, Dominique Von Der Mühll, Verkehrsexpertin der ETH Lausanne, und Claude Oreiller, Direktor der Transports Publics du Chablais, diskutierten mit den Vertreterinnen und Vertretern des VCS.

Die VCS-Delegierten bekräftigten in ihren Voten, dass dem öffentlichen Verkehr und insbesondere der Bahn eine noch wichtigere Rolle als bisher zukommen müsse. In der Klimapolitik führt nach Ansicht der Delegierten kein Weg an der Bahn vorbei: Ihr CO2-Ausstoss pro Passagier und Kilometer ist ungleich geringer als jener eines durchschnittlichen Autos.

Wichtige Rolle beim Atomausstieg
Dem öffentlichen Verkehr und insbesondere der Bahn kommt nach Ansicht der VCS-Delegierten aber auch eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit einem möglichen Atomausstieg zu. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution begrüssen die Delegierten, dass der Bundesrat und der Nationalrat künftig auf Atomstrom verzichten wollen.

Die Delegierten appellieren gleichzeitig an die politischen Entscheidungsträgerinnen und –träger, sich für eine Verringerung des Energieverbrauchs im Verkehr um 25% bis 2025 einzusetzen. Dazu schlagen sie vor, Verkehr von der Strasse auf die Schiene umzulagern, in nachhaltige Transportmittel zu investieren, verbrauchsarme Autos zu fördern, eine griffige Raumplanung umzusetzen und nicht zuletzt im Bahnverkehr auf Atomstrom zu verzichten.

 

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