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28

Dez

2011

Sicherheit bei Güterzügen: Das Schweizer Bundesamt für Verkehr will Verlader stärker in die Pflicht nehmen

Die meisten schwerwiegenden Mängel, welche die sichere Fahrt von Güterzügen gefährden, sind auf Fehler beim Verladen zurückzuführen. Dies haben die Betriebskontrollen gezeigt, welche das Bundesamt für Verkehr (BAV) im Jahr 2011 durchgeführt hat. Im kommenden Jahr will das BAV deshalb diejenigen Stellen stärker in die Pflicht nehmen, welche in Terminals, auf Güterbahnhöfen sowie bei Anschlussgleisen für den Verlad verantwortlich sind.

BAV will Verlader stärker in die Pflicht nehmen                              Foto: Marcel Manhart

 

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat im Jahr 2011 insgesamt 247 Güterzüge von neun verschiedenen Bahnunternehmen mit total 4554 Wagen kontrolliert. Das ist die höchste jemals in einem Jahr geprüfte Zahl von Güterzügen. Das BAV entdeckte bei seinen Kontrollen verschiedene gravierende Mängel, welche auf Manipulationsfehler beim Verlad der Waren in Terminals, auf Güterbahnhöfen oder auf Anschlussgleisen zurückzuführen sind. Das BAV stiess unter anderem auf Kesselwagen, bei denen Deckel nicht geschlossen oder auf Containertragwagen, bei denen bewegliche Teile nicht richtig fixiert waren. Diese Teile können während der Fahrt ausklappen und grosse Schäden verursachen. Insgesamt war bei der Zahl entdeckter Fehler gegenüber den Vorjahren keine Verbesserung erkennbar.

Weil derartige Manipulationsfehler die Sicherheit des Bahnverkehrs gefährden und zu schweren Unfällen führen können, will das BAV die Verlader im kommenden Jahr stärker in die Pflicht nehmen. Da die entdeckten schweren Fehler sowohl im nationalen wie auch im internationalen Verkehr zu verzeichnen waren, ist ein breiter Ansatz nötig. Das BAV hat sich mit dem Verband der verladenden Wirtschaft (VAP) darauf geeinigt, die Schweizer Verlader durch Information und Ausbildung verstärkt zu sensibilisieren.

 

Zudem will das BAV die Verlader zu verstärktem Einsatz für die Sicherheit anhalten. Da sich viele betroffene Verlader im Ausland befinden, will das Amt gleichzeitig auch die Zusammenarbeit mit den ausländischen Aufsichtsbehörden und internationalen Verladerorganisationen intensivieren und die Problematik in internationalen Gremien thematisieren. Das BAV will im kommenden Jahr eine unverändert hohe Anzahl Betriebskontrollen bei Güterzügen durchführen.

 

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