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20

Mär

2012

Die WESTbahn hat ihr Umsatzziel noch nicht erreicht

Die zwischen Wien und Salzburg bzw. Freilassing fahrende WESTBahn dürfte ihr Ziel, im ersten Geschäftsjahr operativ einen Gewinn zu schreiben, verfehlen.

Züge der WESTbahn am Wiener Westbahnhof                               Foto: Marcel Manhart

 

Die seit Dezember 2011 zwischen Wien und Salzburg fahrende mehrheitlich private WESTbahn dürfte ihr Ziel, im ersten Geschäftsjahr operativ einen Gewinn zu schreiben, nicht erreichen. "Es kann sein, dass wir es nicht erreichen", so der Chef des ÖBB-Konkurrenten, Stefan Wehinger nach drei Monaten Geschäftsbetrieb laut einem Bericht der Tageszeitung "Die Presse" (Dienstagausgabe). Grund dafür seien die Billigtickets der ÖBB (Sparschiene), die zu einem erbitterten Preiskampf geführt hätten. "Beim Umsatz liegen wir deswegen um 20 Prozent unter unserem Planwert", so Wehinger.

 

Mit rund 4 Mio. Euro Umsatz pro Monat hatte die WESTbahn ursprünglich gerechnet. Nach 100 Tagen fehlten nun aber knapp 2,5 Mio. Euro Umsatz. heißt es im Bericht weiter. 

Das Geld sollte der WESTbahn aber nicht so schnell ausgehen: "Wir haben ein klares Bekenntnis der Eigentümer, um uns mit genügend Geld auszustatten", wird Wehinger zitiert. Dies schließe auch die französische Staatsbahn SNCF ein, die 26 Prozent an der WESTbahn hält. "Und die Finanzkraft der SNCF liegt deutlich über jener der ÖBB", sagt Wehinger.

Wie berichtet, will die WESTbahn die derzeitige Preispolitik der ÖBB aber nicht hinnehmen und hat vor der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) bereits eine Klage eingebracht.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Daniel (Sonntag, 01 April 2012 15:36)

    Der Sparschiene die Schuld für die eigene Fehlkalkulation zu geben, ist schon ein bißchen stark.
    Schließlich gibt es die Sparschiene nur streng limitiert (selten mehr als 10 Fahrkarten pro Zug!), und Wien-Salzburg kostet auch mit Sparschiene mindestens 19 €. Fast alle Fahrkarten werden aber zu einem noch höheren Preis verkauft: Der ÖBB-Vorteilspreis liegt bei 23,80 € und der ÖBB-Normalpreis ist 47,50 €.

    Das Preisdumping passierte aber eindeutig seitens der WESTbahn:
    Die WESTbahn hat jedes Wochenende ALLE Fahrkarten für 9 € verschleudert. Ergebnis: Die Züge waren bummvoll, die Kunden verärgert, verdient haben sie trotzdem fast nichts.

    Man darf gespannt sein, wie lange Haselsteiner und die SNCF dem Wehinger noch zuschauen. Meiner Meinung nach wird man ihn früher oder später entsorgen.

  • #2

    Daniel (Montag, 04 Juni 2012 22:31)

    Dass sie ihn früher oder später absägen, damit hatte ich zwar schon gerechnet (siehe Kommentar #1), aber das ging jetzt doch schneller, als ich dachte.

  • #3

    Wehinger (Montag, 04 Juni 2012 23:18)

    Sehr schnell ist das gegangen!
    http://blog24.jimdo.com/2012/06/05/stefan-wehinger-verlässt-die-westbahn-gmbh/