Testfahrten auf der dritten Etappe der Glattalbahn

Neue Glattalbahn-Linie vom Bahnhof Stettbach zum Flughafen Zürich

 

Seit dem 4. Oktober 2010 läuft auf der dritten Etappe der Glattalbahn der Test- und Probebetrieb. Nach sechsjähriger Bauzeit steht das Gesamtverkehrsprojekt der Glattalbahn damit kurz vor dem Abschluss. Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 geht die neue Glattalbahn-Linie 12 vom Bahnhof Stettbach zum Flughafen Zürich in Betrieb. Die Linie verläuft tangential zur Kernstadt Zürich und bringt den Städten und Gemeinden der Netzstadt Glattal eine schnellere und direkte Verbindung. Die Eröffnung der Linie 12 wird mit einem Fest für die Bevölkerung gefeiert.

Mit der Eröffnung der Glattalbahn-Linie 12 erhält das Mittlere Glattal ein leistungsstarkes öffentliches Verkehrssystem. Vor 20 Jahren skizzierten die Initiatoren der heutigen Gemeindeorganisation glow.das Glattal die erste Idee. Nach 14 Jahren Vorbereitungs- und 6 Jahren Bauzeit steht das zu einem umfassenden Gesamtverkehrs- und Agglomerationsprojekt herangereifte Vorhaben vor seinem Abschluss. Gemäss Otto Halter, Verwaltungsratspräsident der VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG zeichnet sich die neue Linie dadurch aus, dass sie nicht radial auf das Zentrum der Stadt Zürich ausgerichtet ist, sondern die Glattal-Städte und -Gemeinden zwischen Kloten, Rümlang, Opfikon/Glattbrugg, Wallisellen und Dübendorf in Form einer Tangente erschliesst: „Damit unterstreicht und fördert sie die Synergien zwischen den Glattal-Gemeinden im Norden der Stadt Zürich. Die Region selbst hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten zu einem eigenständigen und bedeutenden Wirtschafts- und Lebensraum für den gesamten Grossraum Zürich entwickelt. Mit der Linie 12 wachsen die Gemeinden noch mehr zur funktional zusammenhängenden Netzstadt Glattal zusammen.“

Glattalbahn-Linie 12 beim Einkaufszentrum Glatt                                            Foto: VBG

 

Direkte Verbindungen und optimale Vernetzung
Mit der Glattalbahn-Linie 12 entstehen neue, attraktive und umsteigefreie Verkehrsverbindungen im Raum Stettbach, Dübendorf, Wallisellen, Glattpark, Opfikon/Glattbrugg, Flughafen Zürich, Kloten. Dank dem Eigentrassee werden die Reisezeiten zuverlässiger und weniger störungsanfällig – beispielsweise durch Staus im Strassenverkehrsnetz. Die Linie 12 wird im durchgehenden 15-Minuten-Takt verkehren, dies täglich zwischen 5 und 24 Uhr. Die Beförderungskapazität liegt damit bei 960 Personen pro Stunde und Richtung. Die Reisezeit auf der 11,3 Kilometer langen Linie mit 18 Haltestellen beträgt 26 Minuten.

Als Rollmaterial kommen auf der Glattalbahn-Linie 12 ausnahmslos Cobra-Fahrzeuge zum Einsatz. Mit dem Betrieb der Linie sind die VBZ Verkehrsbetriebe Zürich beauftragt. Die neue Linie 12 ist mit fünf S-Bahn-Stationen verknüpft. Die Linien 10 und 11, die bereits auf den ersten beiden Bauabschnitten des Glattalbahn-Netzes verkehren, sorgen für den direkten Anschluss an das Tramnetz der Stadt Zürich. Selber verbindet die neue Linie 12 eine ganze Reihe der wichtigsten Siedlungsschwerpunkte im Mittleren Glattal, so z.B. den Flughafen, den Opfiker Stadtteil Glattpark, das Walliseller Industrie- und Dienstleistungsquartier Herti, das Zentrum von Wallisellen, das Einkaufszentrum Glatt, die Überbauungen Richti und Zwicky, Giessen in unmittelbarer Nähe zur EMPA und EAWAG, die Industriebetriebe, Dienstleistungsunternehmen und Einkaufszentren im Dübendorfer Hochbord und weitere mehr. Thomas Kreyenbühl, Stv. Direktor VBG und Leiter Angebot zeigt sich zuversichtlich, dass die neue Linie 12 innert kurzer Zeit eine gute Auslastung erreichen wird: „Das Potenzial an Fahrgästen ist bei dieser Linienführung und bei dieser Dichte an attraktiven Verknüpfungen mit dem bestehenden ÖV-Netz auf jeden Fall vorhanden.“

Anspruchsvolle Bauarbeiten vor dem Abschluss
Die neu gebaute Strecke der dritten Glattalbahn-Etappe führt vom Bahnhof Stettbach (Zürich/Dübendorf) via Hochbord (Dübendorf), Einkaufszentrum Glatt, Bahnhof Wallisellen, Herti nach Auzelg im Norden der Stadt Zürich. Hier schliesst die Strecke an die ersten beiden, im Jahre 2006, resp. 2008 fertiggestellten Glattalbahn-Etappen an.

Die dritte Etappe der Glattalbahn misst 5,2 Kilometer und hat acht Haltestellen. Zwischen Neugut (Grenze Dübendorf/Wallisellen) und dem Bahnhof Wallisellen verläuft das Bahntrassee auf einem 1'200 Meter langen Viadukt. Teil des Viadukts ist die hochliegende Haltestelle Glatt. Sie bietet einen neuen, direkten Zugang zum Einkaufszentrum Glatt und erschliesst auch das neu entstehende Quartier Richti.

Von den acht neuen Haltestellen präsentiert sich die Hälfte in der standardisierten Form der Glattalbahn. Vier erhielten massgeschneiderte, auf die städtische Umgebung abgestimmte Anpassungen. Neben der hochliegenden Haltestelle Glatt sind dies die Haltestellen Bahnhof Wallisellen, Giessen und Bahnhof Stettbach. Die Haltestelle Bahnhof Wallisellen ist Teil der gleichzeitig mit der Glattalbahn entstandenen Zentrumsüberbauung. Die Haltestelle Giessen liegt auf einem Viadukt, welches später in die hier geplante Überbauung integriert werden kann. Der Platz und die Hochbauten über dem Bahnhof Stettbach wurden im Rahmen eines Gesamtkonzepts vollständig neu gestaltet. Die Standortstädte und -gemeinden haben sich an den Zusatzinvestitionen für städtebauliche Ergänzungen und die Erweiterungen der Haltestelleninfrastrukturen beteiligt. Parallel zu den Arbeiten am Bahntrassee wurde auch das Strassen-, Velo- und Fussgängernetz im Bereich der Glattalbahn praktisch vollständig erneuert und an die neue Verkehrssituation angepasst.

Gemäss Dr. Andreas Flury, Direktor VBG und Gesamtprojektleiter Glattalbahn, erwies sich die dritte Etappe der Glattalbahn als der klar anspruchsvollste und anforderungsreichste aller drei Bauabschnitte: „Grund dafür waren die dynamischen Veränderungen im städtebaulichen Umfeld. Weder in der ersten noch in der zweiten Etappe hat sich das Umfeld um das Glattalbahn-Trassee derart stark verändert wie entlang der dritten Etappe. Um sechs Jahre nach der Plangenehmigung nicht bereits wieder ein „veraltetes“ Projekt umzusetzen, waren zahlreiche Optimierungsschritte notwendig. Dies unter engem Einbezug der Standortgemeinden und der Anrainerinnen und Anrainer. Der Zeitdruck, um die notwendigen, einvernehmlichen Lösungen zu finden, war gross. Dennoch ist es gelungen, den Endtermin zur Inbetriebnahme der Glattalbahn einzuhalten und das Projekt – gemäss aktueller Prognose – im Rahmen des vorgesehenen Kostenrahmens zu realisieren.“

Test- und Probebetrieb auf der Neubaustrecke
Seit Montag, 4. Oktober 2010 läuft auf der Neubaustrecke der dritten Glattalbahn-Etappe der Test- und Probebetrieb. Gemäss Hannes Schneebeli, Leiter Infrastruktur VBG und Stv. Gesamtprojektleiter Glattalbahn hat bereits die allererste Fahrt auf dem neuen Abschnitt bestens geklappt und war damit aus Sicht aller Beteiligten ein voller Erfolg. Im Rahmen des dicht gedrängten Test- und Probebetriebs werden die bahntechnischen Anlagen systematisch darauf überprüft, dass sie sämtliche Anforderungen an einen sicheren und zuverlässigen Betrieb gewährleisten. Alle Wagenführerinnen und -führer der VBZ, welche die neue Linie künftig befahren, erhalten Schulungen, die sie mit den Besonderheiten der Strecke und der Handhabung der technischen Anlagen (z.B. Weichen, Lichtsignalanlagen etc.) vertraut machen. Die mit der Erhaltung beauftragten Unternehmungen werden in ihre Aufgaben mit der neuen Infrastruktur eingeführt. Ein grosses Augenmerk liegt auch auf der Vorbereitung der Notfallorganisationen wie Kantonspolizei, Feuerwehr, Sanitätsdienste. Dies mit dem Ziel, bei allfälligen Ereignissen rasch, fachtechnisch optimal und im Sinne einer bestmöglichen Fahrgastsicherheit reagieren zu können.

Die Eröffnung der Glattalbahn-Linie 12 – ein Grund zum Feiern
Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) und die VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG würdigen die Betriebsaufnahme der Glattalbahn-Linie 12 mit dem Glattfest, dem vermutlich längsten Zürcher Fest aller Zeiten. Am Samstag, 11. Dezember 2010, ab 11.00 Uhr wird gefeiert, auf neun Festplätzen zwischen Flughafen Zürich, Kloten und Stettbach, unter Mitwirkung der Städte und Gemeinden sowie von zahlreichen Unternehmen und Institutionen entlang der Strecke. Das Fest versteht sich als Dankeschön an die Bevölkerung, Anwohnerinnen und Anwohner sowie alle am Projekt Beteiligten.

Am Glattfest kommen die Festbesucherinnen und Festbesucher in den Genuss von Probefahrten auf der neuen Glattalbahn-Linie 12. Geboten werden aber auch vielfältige Unterhaltungsmöglichkeiten und ein reichhaltiger Gastronomiebetrieb. Zudem erfahren Besucherinnen und Besucher viel Wissenswertes und Interessantes über die Glattalbahn sowie ihre Bedeutung für die Region.

Bereits ab dem 12. November 2010 steht allen Interessierten der zentrale Ausstellungspavillon an der Glattalbahn-Haltestelle Fernsehstudio offen. Die Öffnungszeiten werden unter www.glattfest.ch veröffentlicht, Führungen sind auf telefonische Voranmeldung möglich: 044 809 56 00.

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