Fehmarnbeltquerung: Der lange Weg über den Belt

Das deutsch-dänische Milliardenprojekt rückt wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Aber was verbirgt sich hinter der umstrittenen Verkehrsverbindung zwischen Fehmarn und Lolland?

 

Von Nils Jesumann - Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag

Heute geht der Zug in Puttgarden auf die Fähre                            Foto: Marcel Manhart

 

Die feste Fehmarnbelt-Querung ist ein verkehrspolitisches Grossprojekt, mit dem Ziel, eine ständige Verkehrsanbindung zwischen Dänemark, Schweden und Kontinentaleuropa zu schaffen. Die neue Verbindung soll voraussichtlich im Jahr 2018 eingeweiht werden und damit den bisherigen Fährverkehr auf der "Vogelfluglinie" zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland ersetzen. Die Fahrtzeit zwischen Hamburg und Kopenhagen würde sich durch eine Brücken- oder Tunnelverbindung um rund eine Stunde verkürzen. Statt viereinhalb Stunden führe der Tourist, Pendler oder Transportunternehmer dann nur drei Stunden bis an das andere Ufer. 

Das Bauvorhaben wurde am 29. Juni 2007 von den Verkehrsminister Dänemarks, Deutschlands und Schleswig-Holsteins vereinbart. Im Anschluss unterzeichneten Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und seine dänische Amtskollegin Carina Christensen im September 2008 einen entsprechenden Staatsvertrag. Im Juni des Jahres 2009 ratifizierte der Deutsche Bundestag schließlich das Abkommen mit dem dänischen Nachbarn.

Günstig wird das Unterfangen für Deutschland nicht
Laut Vertrag trägt der dänische Staat die Hauptlast der Kosten für die feste Querung, die momentan auf rund fünf Milliarden Euro geschätzt werden. Im Gegenzug erhält das Land die gesamte EU-Förderung des Projekts sowie alle späteren Mauteinnahmen. Die Europäische Union hat für den Zeitraum von 2007 bis 2013 Fördermittel in Höhe von knapp 340 Millionen Euro zugesagt. 

Günstig wird das Unterfangen für Deutschland dennoch nicht: Allein die Kosten für die Hinterlandverbindung - Umbau von Schienennetz oder der Bundesstraße 207 in eine vierspurige Autobahn - sind ursprünglich mit 800 Millionen Euro veranschlagt worden. Der Bundesrechnungshof meldete hierzu bereits Zweifel an und rechnet mit einer Kostensteigerung dieser deutschen Infrastrukturmaßnahmen auf mögliche 1,7 Milliarden Euro. Die Distanz, die eine feste Querung zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland zu überwinden hat, beträgt rund 19 Kilometer.

Tunnel oder Brücke?
Ob sich die Dänische Seite für einen Tunnel oder eine Brücke entscheidet, ist noch fraglich. Nach der letzten öffentlichen Erklärung des Vorstandsvorsitzenden des staatlichen Planungsunternehmens "Femern A/S", Leo Larsen, erscheint die Tunnelvariante allerdings nicht unwahrscheinlich. "Den vorläufigen Berechnungen zufolge haben sich die Kosten, verglichen mit den bisherigen Annahmen, für einen Tunnel verringert und für eine Brücke erhöht", so Larsen. Anfang des nächsten Jahres soll hierzu eine Entscheidung getroffen werden, um den geplanten Baubeginn im Jahr 2013 nicht zu gefährden. Das dänische Planungsunternehmen rechnet mit einer Bauzeit von fünf Jahren. Im Jahr 2018 sollen die Arbeiten demnach abgeschlossen werden. 

Bevor die Großbaustelle aber entstehen kann, gibt es auf dänischer Seite noch eine politische Hürde zu nehmen: Die voraussichtliche Vorlage eines Baugesetzes im "Folketing" im Jahr 2012. Durch Verabschiedung dieses Baugesetzes soll das dänische Parlament die bauliche Gestaltung und die Bedingungen festlegen, unter denen der Bau des Abschnitts von Küste zu Küste erfolgen soll.

Umstritten ist das zu erwartende Verkehrsaufkommen
Dem Vorhaben einer festen Fehmarnbelt-Querung gingen "kleinere" Verkehrsprojekte voraus, die den Waren- und Personenverkehr in der Fehmarnbeltregion vereinfachen sollten. 

Im April 1963 wurde erst die 963 Meter lange Fehmarnsundbrücke eingeweiht. Sie verbindet seither die Insel Fehmarn mit dem deutschen Festland. Zeitgleich wurde eine Fährverbindung eingesetzt, die den Eisenbahn- und Kraftfahrzeugverkehr im 30 Minuten-Takt über diese sogenannte "Vogelfluglinie" und den Fehmarnbelt zwischen Puttgarden und Rødby transportiert. Seither betreiben Deutsche und Dänische Staatsbahnen die "Vogelfluglinie" gemeinsam. Der Name "Vogelfluglinie" hat seine Berechtigung: Die Route gilt als Drehkreuz des internationalen Vogelzugs. Viele skandinavische Arten überfliegen die Zone um in ihre Winterquartiere zu gelangen. Gegner des Projekts erkennen hier ein ökologisches Risiko.

Ebenfalls umstritten ist das zu erwartende Verkehrsaufkommen auf der Strecke. Deutsche wie dänische Studien kommen hier zu unterschiedlichen Ergebnissen. Am Ende bleiben noch einige Fragen ungeklärt.

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Kommentare: 1
  • #1

    John Lopes (Samstag, 15 Oktober 2016 17:22)

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