Mo

08

Nov

2010

Die ÖBB-Züge waren im Oktober deutlich pünktlicher unterwegs

Massnahmen zur Hebung der Pünktlichkeit zeigen Wirkung: 95,3 Prozent Pünklichkeit im Oktober - um 7,2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres

 

Noch nicht ganz so pünktlich wie eine Schweizer Uhr, aber auf Augenhöhe mit der Schweizer Eisenbahn, der"benchmark" in Sachen Bahn, und besser als die Deutsche Bahn: Das ist das erfreuliche Ergebnis der seit Jahresbeginn gesetzten Massnahmen zur Hebung der Pünktlichkeit. Diese betrug im Oktober 95,3 Prozent - um 7,2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.


Weichen in Richtung Kundenservice
Verlässlichkeit für einen Mobilitätsdienstleister heißt in erster Linie Pünktlichkeit - und diese war heuer mit bisher 94 % im Personenverkehr, das entspricht einem Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auf einem hohen Niveau. "Die Fokussierung auf die Pünktlichkeit zeigt Erfolge: Wir konnten heuer bereits deutliche Verbesserungen für Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr verbuchen" so Holding-Vorstand Franz Seiser. "94 Prozent Pünktlichkeit heißt, dass 3.300 Züge und damit 500.000 Fahrgäste täglich pünktlich ans Ziel
kommen - Zahlen, die sich sehen lassen können und unseren eingeschlagenen Kurs bestätigen." Im Oktober betrug die Pünktlichkeit im Personenverkehr sogar 95,3 Prozent - ein auch im internationalen Vergleich beachtlicher Wert.

Pünktlichkeit hat Vorfahrt                                                               Foto: Marcel Manhart


Die Verbesserung der Pünktlichkeit hat der neue ÖBB-Chef Christian Kern bei seinem Amtsantritt ganz oben auf die Prioritäten-Liste gesetzt. Und auch für 78 Prozent der Bahnkunden sind pünktliche Zugverbindungen laut VCÖ-Bahntest 2010 "sehr wichtig". Nach einer eingehenden Analyse der Ursachen wurde ein Maßnahmen-Katalog erarbeitet, der nun erste Wirkung zeigt. "Uns ist bewusst, dass der Weg in die Herzen der Kunden nur über anhaltend hohe Pünktlichkeitswerte führt: Pünktlichkeit ist daher ein Qualitäts-Versprechen an unsere Kunden, an dem wir weiter arbeiten und das wir ständig verbessern wollen", zeigt sich Seiser zielstrebig. "Früher hat man gerne gesagt: Pünktlich wie die Eisenbahn. Das soll man auch morgen wieder sagen können".


Ein eindeutig aufsteigender Trend: +8,2 Prozent im FV, +3,7 Prozent im NV
Im Nahverkehr weisen die Region Ost (Wien, Niederösterreich, Burgenland) und West (Tirol, Vorarlberg) mit jeweils 96 Prozent Pünktlichkeit im Jahresdurchschnitt Spitzenwerte aus. Auch österreichweit können sich die Zahlen des Personen-Nahverkehrs mit  95,2 Prozent (2009: 91,5 Prozent) und damit einem Plus von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr durchaus sehen lassen. Gemessen wird die Ankunft jedes Zuges sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr in jedem einzelnen Bahnhof mit einer international üblichen Toleranzgrenze von fünf Minuten.

 

Der Fernverkehr hat gegenüber den ausgezeichneten Ergebnissen im Nahverkehr noch Aufholbedarf, gegenüber 2009 steht er aber bereits um einiges besser da: So konnte die Pünktlichkeit von 67 Prozent um 8,2 Prozent auf 75,2 Prozent verbessert werden. Das Ziel für 2011 ist eine Steigerung auf über 80 Prozent. Allerdings ist die Pünktlichkeit nicht immer von den ÖBB beeinflussbar, wie etwa im Falle der Übernahmepünktlichkeit an den Grenzen. Diese hat sich gegenüber 2009 leider deutlich verschlechtert, insbesondere betreffend Zugübergaben der deutschen und ungarischen Bahn.

Neuer Abfahrts-Countdown; 500 Millionen Euro zur Hebung der Pünktlichkeit
Ein ganzes Massnahmenbündel hat dazu beigetragen, die Pünktlichkeit zu verbessern. Allein ins Schienennetz werden heuer 500 Millionen Euro in die Instandhaltung und damit zur Hebung der Pünktlichkeit investiert. So wurden u.a. 68 Langsamfahrtstellen innerhalb eines Jahres bis zum 1. Oktober 2010 beseitigt. Damit sind 73 km Schienennetz wieder vollständig benutzbar geworden.


Ein weiteres Beispiel ist die Einführung eines präzise getimten Abfahrts-Countdowns ("Jede Sekunde zählt"): Denn wer zeitgerecht startet, tut sich wesentlich leichter pünktlich anzukommen. Triebfahrzeugführer, Zugbegleiter, Fahrdienstleiter, Zugdisponent und viele mehr arbeiten eng zusammen, um eine pünktliche Abfahrt zu erreichen. Für die letzten fünf Minuten vor der Abfahrt auf dem Start-Bahnhof wurde ein exakter Zeitplan erarbeitet, der genau eingehalten und überwacht wird.


Ein erneuerter Fuhrpark, dessen verbesserte Verfügbarkeit sowie die Beseitigung von Schnittstellen durch die Zusammenführung der beiden Infrastrukturgesellschaften "Bau" und "Betrieb" leisten ebenfalls ihren Anteil zur Hebung der Pünktlichkeit.


Pünktlichkeit hat Zukunft
Pünktlichkeits-Manager aus ganz Österreich werden an dem Massnahmen-Paket zur Verbesserung und Einhaltung einer hohen Pünktlichkeit arbeiten. Auf ihrer Todo-Liste für 2011 stehen die Optimierung der Fahrpläne, eine erhöhte Mitarbeiter-Präsenz auf den Bahnhöfen sowie modernisierte und verbesserte Kundeninformations-Systeme.

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