Di

21

Dez

2010

Knapp 80'000 Besucher waren schon auf dem Bahnorama-Turm

Grosse Vorbilder von Baustellen-Infozentren wie die Infobox in Berlin am Potsdamer Platz und das Turmforum in Stuttgart mit Besucherzahlen in Millionenhöhe haben die ÖBB und die Stadt Wien dazu animiert, gemeinsam für das Projekt Hauptbahnhof Wien ein solches Informationszentrum zu errichten. Das bahnorama dient als Anlaufstelle für all jene, die wissen möchten, wie so ein riesiges Bauprojekt entsteht, was alles dahinter steckt und was sie nach der Fertigstellung erwartet.

 

bahnorama - mehr als ein Informationszentrum

 

Mittelpunkt des Informationszentrums bildet eine Ausstellung, die das Projekt vorstellt,
Highlight ist der 66,7 m hohe Aussichtsturm. Das barrierefreie Holzbauwerk erstreckt sich in
drei Ebenen auf 1.084 m² und bietet neben einem Café im Eingangsbereich auch zwei Gastgartenbereiche in der Fußgängerzone Favoritenstraße und auf Seite des Turms in der Johannitergasse.

Das Ausstellungsgebäude, ein schlichter 2-geschoßiger Holzbau, hebt sich durch seine rote Signalfarbe hervor. Das Material für die tragende Konstruktion der Ausstellungshalle und für den Turm ist unbehandeltes Fichtenholz. Das Holzfachwerk steht für nachwachsende Rohstoffe und einfache Montage und Demontage der Konstruktion.

Das Infozentrum mit "bahnorama"-Turm                                       Foto: Marcel Manhart

 

Junge Wiener Architektur

Junge Architektenbüros, die bereits im Architekturjahr 2005 am Ausstellungsprojekt „Young Viennese Architects - YoVA“ teilnahmen, wurden 2009 zu einem Gestaltungswettbewerb für das Informationszentrum eingeladen. Die vielen innovativen Ideen, die für das Informationszentrum eingebracht wurden, hat der Jury die Entscheidung nicht leicht gemacht - letztendlich konnte das Team „rahm architekten“ den Wettbewerb für sich entscheiden. Hans Schartner von „rahm architekten“ über die Architektur des bahnorama: „Assoziationen mit einem Hochstand für die Stadt sind erwünscht. Der Turm erlaubt ein sich Herausheben aus dem Geschehen und eröffnet einen ahnenden Blick auf Zukünftiges.“

 

Wichtige Information
Aufgrund der winterlichen Bedingungen kann es zu kurzfristigen, vorübergehenden Sperren der Aussichtsplattform kommen. Die Welcomedesk - Mitarbeiter sind telefonisch unter 01 600 14 15 erreichbar und geben Ihnen dazu gerne Auskunft.

Seit dem 15. November 2010 wird für den Besuch der Aussichtsplattform ein Betriebskostenbeitrag eingehoben:
Einfache Fahrt (Erwachsene, Jugendliche ab dem 14. Geburtstag)   €2,50
Kinder (0 bis zum 14. Geburtstag) in Begleitung von Erwachsenen  €0,10

Der Besuch der Ausstellung ist weiterhin gratis.

 

Ausstellungsinhalte

Auf vier sogenannten Bahnsteigen, den Ausstellungsmodulen, wird das Projektgebiet für interessierte Laien, aber auch für Experten jeder Altersgruppe erklärt. „Viele sind vom Hauptbahnhof und der Entstehung des neuen Stadtviertels betroffen“, erläutert der Ausstellungskurator Christian Rapp, „als Fernreisende, Pendler oder als Anrainer. Ihre Fragen und Bedürfnisse bilden daher die Grundstruktur der Ausstellung.“

So ist für alle etwas dabei: Geschichtliche Rückblicke auf die alten Bahnhöfe sowie das Süd- und Ostbahn-Areal, Planungen für die Zukunft und Einblicke in technische Details. Bautechnische Exponate, ein 3-D-Film, interaktive Stationen und nicht zu Letzt das große Modell des Projektgebiets machen diese Ausstellung zu einem unverwechselbaren Erlebnis. Nachdem sich der Besucher ein Bild über die Zukunft des Areals gemacht hat, geht es mit dem Panoramalift in 40 Meter Höhe, wo er seine Eindrücke und Vorstellungen in die größte „Baugrube“ Wiens projizieren kann.

Höchster begehbarer Holzturm Europas

Als weiteres Highlight, neben der 550 m² großen Ausstellung, bietet das bahnorama den höchsten begehbaren Holzturm Europas. Von der Aussichtsplattform gibt es einen fantastischen Blick auf die Baustelle und über die Dächer von Wien. 

Das absolute Highlight des Informationszentrums ist ohne Zweifel der Turm der an der Seite des Ausstellungsgebäudes in die Höhe ragt. Eine große Herausforderung stellte die Turmmontage im rundherum eng verbauten Stadtgebiet dar.

Es handelt sich um einen Orientierungs- und Aussichtsturm, der den Besuchern einen Blick von Oben auf die Baustelle und ihre enorme Dimension gewährt. Das Material für die tragende Konstruktion der Ausstellungshalle und für den Turm ist unbehandeltes Fichtenholz.

Mit einem 400 Tonnen Kran mit 70 Meter langem Ausleger wurden die vorgefertigten Holzmodule in vier "Schüssen" hochgehoben und montiert. 15 Arbeiter haben die jeweils 15 Meter hohen Einzelteile auf einem massiven Betonfundament aufgestellt und mit hunderten von Stahlschrauben befestigt. Rund 150 Tonnen wiegt die massive Fichtenholz-Konstruktion.

Zwei Panoramalifte bringen die Besucher zu einer Aussichtsplattform in rund 40 Meter Höhe.

Als höchster begehbarer Holzturm Europas misst der bahnorama-Turm ganze 66,7 Meter.

 

 

Passage Hauptbahnhof: Direktverbindung zur U-Bahn eröffnet

Seit Freitag 17. Dezember 2010 ist die unterirdische Passage Hauptbahnhof eröffnet und zur Benützung freigegeben. Vorläufig verbindet die neue Passage unter dem Wiedner Gürtel die U1 Station Südtiroler Platz mit den Straßenbahnlinien O und 18, mit mehreren Busverbindungen sowie mit derzeit neun S-Bahnlinien der ÖBB.

Mit Eröffnung des neuen Hauptbahnhofes im Dezember 2014 stellt dieser barrierefreie Durchgang eine bequeme Direktverbindung und die witterungsgeschützte Anbindung des Bahnhofgebäudes an die U-Bahn (Linie U1/Station Südtiroler Platz – künftig Station Hauptbahnhof) dar. Die reine Gehzeit vom Aufgang der U1-Station durch die moderne und helle Passage beträgt nur rund eine Minute. Die Wegstrecke von circa 100 Metern entspricht etwa der Länge eines U-Bahn-Bahnsteiges. Da der neue Hauptbahnhof vom Standort des ehemaligen Südbahnhofes zum Südtiroler Platz rückt, sorgt die Passage für optimale Umsteigemöglichkeiten mit kurzen Wegen zur U-Bahn, insgesamt elf S-Bahnlinien sowie mehreren städtischen Straßenbahn- und Autobuslinien für Pendler und Fernreisende.


Gemeinschaftsprojekt von Wiener Linien und ÖBB
Die Eröffnung der Passage Hauptbahnhof – ein Gemeinschaftsprojekt von Wiener Linien und ÖBB – nahmen am Freitag die neue Verkehrsstadträtin Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, der erste Wiener Landtagspräsident Harry Kopietz, Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer sowie Karl-Johann Hartig, Gesamtprojektleiter Hauptbahnhof Wien, ÖBB-Infrastruktur AG, vor. Unmittelbar im Anschluss wurde die Passage den Fahrgästen zur Benützung freigegeben.

„Begreiflicherweise bin ich sehr stolz, dass Wien mit dem neuen Bahnhof für Europa und wahrscheinlich für die ganze Welt ein großartiges und sehr zeitgemäßes Herzeigeprojekt entwickelt. Die Eröffnung der Passage ist vor allem für Fußgänger und Reisende ein kleiner, aber sehr wichtiger Mosaikstein, der sich nach Fertigstellung des Jahrhundertprojekts wunderbar ins Ganze einfügen wird“, sagte Harry Kopietz. „Die Eröffnung der Passage für die Wienerinnen und Wiener ist der erste Schritt in Richtung neuer Hauptbahnhof. Mit der Verkürzung der Wege und der jetzt barrierefreien Verbindung der verschiedenen Verkehrsmittel durch die Passage wurde die KundInnenfreundlichkeit dieses wichtigen Verkehrsknotens in Wien deutlich erhöht. Jetzt bekommt man auch eine erste Vorstellung davon wie es sein wird, wenn der Bahnhof einmal fertig ist“, sagte Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou im Zuge der Eröffnung.


Nächste Baustufe zur finalen Fertigstellung startet
Die Bauarbeiten im Bereich der Passage Hauptbahnhof sind mit der Freigabe für die Fahrgäste noch nicht abgeschlossen. Die Eröffnung der Passage ist Voraussetzung für den bevorstehenden Beginn der letzten Bauphase. Diese sieht die Schließung des alten Verbindungsganges zwischen U-Bahn, Straßenbahn und S-Bahn vor. In diesem Bereich entstehen technische Betriebsanlagen, die Voraussetzung für den weiteren Ausbau der neuen Passage mit Geschäften und einer Infostelle der Wiener Linien sind. Ende 2012 werden die Bauarbeiten endgültig finalisiert sein.


Modernisierung S-Bahnstation Südtiroler Platz
Begonnen haben die umfangreichen, bautechnisch und planerisch sehr aufwändigen Arbeiten am gesamten Verkehrsbauwerk Südtiroler Platz im Sommer 2007. Der Errichtung der neuen Verbindungspassage vorausgegangen ist die Modernisierung der S-Bahnstation Südtiroler Platz. Nach dem Tausch der gesamten Tunneldecke über den S-Bahngleisen, wurden die Bahnsteige auf 55 cm erhöht und auf 215 m verlängert.. Seither ist ein barrierefreies Ein- und Aussteigen in Niederflurtriebwagen für die Fahrgäste möglich. Weiters wurden neue Aufgänge Richtung Argentinierstraße und zwei neue Stiegenaufgänge und ein Doppellift direkt zum Südtiroler Platz zu den Haltestellen der Straßenbahnlinie O und dem Autobus 69A errichtet. Die S-Bahnstation ist seit dem Umbau außerdem mit den neuesten Informationssystemen ausgestattet: Moderne Fahrgastinformations-Monitore sorgen seit Anfang des Jahres dafür, dass die Fahrgäste immer am neuesten Stand sind.

Ende 2014: Von der Passage direkt in den Hauptbahnhof
Im Herbst 2008 haben die ÖBB begonnen den ersten Teil der neuen Passage Hauptbahnhof zu graben. Anfang Jänner 2009 starteten die Wiener Linien mit den Arbeiten für den zweiten Teil . Die Passage verläuft in 12 Meter Tiefe unterhalb des Gürtels sowie unterhalb der Straßenbahn- und Schnellbahnverbindungen. Mehrere Lifte und Fahrtreppen ermöglichen den Zugang zu Straßenbahn, S-Bahnen sowie an die Oberfläche zu mehreren städtischen und regionalen Autobuslinien. Die neue Passage endet derzeit an einer provisorischen Wand. Unmittelbar dahinter entsteht bis Ende 2014 der Aufgang zum neuen Hauptbahnhof. Einkaufsbereiche, Bahnhofshalle sowie Bahnsteige sind dann von hier aus bequem mit Fahrtreppen und Liften erreichbar.


Passage ermöglicht bessere Verteilung der Fahrgäste
Die Passage ist so konzipiert, dass ausreichend Entflechtungsmöglichkeiten für die Fahrgastströme der angebundenen öffentlichen Verkehrsmittel berücksichtigt wurden und so eine reibungslose Verteilung der Passanten möglich ist. Die Fahrgäste können die Passage so ungehindert durchqueren bzw. bequem zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln umsteigen. Der Einfall von natürlichem Tageslicht durch verglaste Seitenwände unterstreicht den hellen und freundlichen Eindruck des hallenartigen Verteilgeschoßes. Ein klares Leitsystem wird auch Touristen und Ortsfremden die Orientierung erleichtern.

Mit der U1 in fünf Minuten am Stephansplatz
„Mit der U1 ist man in fünf Minuten am Stephansplatz, in 12 Minuten bei der UNO-City. Die U1 verfügt über ausreichend Kapazitäten, um rasche und kurze Verbindungen für Pendler und Fernreisende von der City zum Hauptbahnhof bzw. in die Gegenrichtung sicherzustellen“, erklärte Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer am Freitag. Mit den Buslinien 13A und 69A und den Straßenbahnlinien O und 18 ist eine optimale Anbindung des künftigen Hauptbahnhofes gegeben. Außerdem wird die Straßenbahnlinie D in das neue Stadtviertel am neuen Hauptbahnhof verlängert.


11 S-Bahn-Linien im U-Bahntakt in Ost-West-Richtung
Die S-Bahn-Stammstrecke zwischen Meidling und Floridsdorf stellt neben der U1 die zweite hochrangige Verkehrsanbindung des Hauptbahnhofes dar. Rund 700 Züge der Linien S1, S2, S3, S5, S6, S7, S8, S9, S15, S60, S80 werden hier auf dem am meisten befahrenen Gleisabschnitt in ganz Österreich täglich verkehren! „Der S-Bahnverkehr auf der Stammstrecke bietet mit 3-4 Minuten-Intervallen den Fahrgästen auch in der Stadt eine optimale Verbindung in Ost-West-Richtung und ist damit eine perfekte Ergänzung der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden U1“, unterstreicht Karl-Johann Hartig, ÖBB-Gesamtprojektleiter Hauptbahnhof Wien, die vielfach unterschätzte Bedeutung der S-Bahn-Anbindung und ergänzt: „Viele denken auch nicht daran, dass die S-Bahn ebenso wie die U-Bahn mit einem Fahrschein für die Stadtzone des VOR benutzbar ist“. 

Die U1-Station „Südtiroler Platz“ wird mit Teilinbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofes Wien im Dezember 2012 in „Hauptbahnhof“ umbenannt. Auch die S-Bahn-Station Südtiroler Platz wird dann „Wien Hauptbahnhof“ heissen.

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