13.6 Millionen Passagiere auf Schweizer Seen und Flüssen

Im letzten Jahr haben die Schiffe auf den Schweizer Seen und Flüssen rund 13.6 Millionen Passagiere befördert. Das schlechte Sommerwetter und der tiefe Eurokurs liess die Frequenzen im Vergleich zum Jahr 2009 um rund 7 Prozent sinken. Die Schifffahrtsunternehmungen starten jedoch zuversichtlich in die neue Saison.

Die "Panta Rhei" auf dem Zürichsee                                                Foto: Marcel Manhart

 

Nachdem 1989 erstmals die 12-Millionen-Marke und 2003 die 13-Millionen-Marke über-schritten werden konnte, stellten die Resultate von 2009 mit über 14 Millionen Passagieren einen neuen Rekord dar. 2010 haben das schlechte Sommerwetter und die Euroschwäche eine neue Bestmarke verhindert. Die Zahl der Passagiere ist um rund 7 Prozent auf 13.6 Millionen Fahrgäste gesunken. Lediglich auf dem Hallwilersee und bei der Basler Personenschifffahrt konnten die Rekord-Fahrgastzahlen der Vorjahre gehalten werden.

Die Rangliste der teilweise noch provisorischen Passagierzahlen führt wiederum der Vierwaldstättersee mit 2.245 Millionen Passagieren an, dicht gefolgt von der Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen mit 2.165, dem Genfersee mit 1.863 und dem Zürichsee (inkl. Limmatschifffahrt) mit 1.680 Millionen Passagieren.

Viele Schifffahrtsunternehmen waren Opfer des schlechten Sommerwetters, das viele regnerische Wochenenden aufwies. «temps assez correct» kommentiert dazu lakonisch die Schifffahrtsgesellschaft auf dem Lac de Joux diese Situation. Zudem zwang im April der tiefe Wasserstand zur zeitweisen Einstellung der Kursschifffahrt zwischen Rorschach und Rheineck sowie zwischen Stein am Rhein und Diessenhofen. Ebenfalls auf das Ergebnis drückte der schwache Eurokurs, indem zahlreiche Gäste aus dem Ausland ausblieben. Dennoch starten die Schifffahrtsunternehmungen zuversichtlich in die neue Saison. Sie bieten den Fahrgästen 2011 mit revidierten und neuen Schiffen, Kombi-Tickets und weiteren attraktiven Angeboten viele Argumente, um die Freizeit auf Schweizer Seen und Flüssen zu verbringen.

 

Sempachersee ohne Kursschifffahrt

Im Herbst 2009 wurde beim Bundesamt für Verkehr ein Gesuch für eine Kursschifffahrt auf dem Sempachersee. Die Gesuchsteller hofften auf eine Bewilligung im 2010. Nach einjähriger Bauzeit hätte das neue Schiff mit Platz für 150 Personen im Frühjahr 2012 erstmals in See stechen können. Die seit acht Jahren geplante Schifffahrt wurde indessen u.a. von der Schutzvereinigung Pro Sempachersee heftig bekämpft. Sie befürchteten eine zu grosse Lärmbelastung und einen unerwünschter Eingriff in das Ökosystem und ins Landschaftsbild. Das Bundesamt für Raumplanung (ARE) äusserte sich ebenfalls negativ zu diesen Plänen.

Aufgrund dieser Situation hat der Verwaltungsrat der Schifffahrt Sempachersee AG auf Ende Januar 2011 eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen und in der Folge das Bewilligungsgesuch zurückgezogen sowie die AG aufgelöst.

 

 

 

 

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