Mo

12

Sep

2011

Der öffentliche Verkehr dient der Umwelt

Wer den öffentlichen Verkehr nutzt, schont die Umwelt. Im Vergleich zum motorisierten Individualverkehr hat der öV in vielen Umweltbereichen heute noch gewichtige Vorteile. Infolge der ökologischen Verbesserungen des Strassenverkehrs und des prognostizierten starken ÖV-Wachstums braucht es jedoch Anstrengungen, den heutigen Vorteil zu halten. Zu diesem Schluss kommt eine Evaluation im Auftrag des Bundesamts für Verkehr BAV.

Der öffentliche Verkehr schont die Umwelt                                     Foto: Marcel Manhart

 

Bei der Umweltbelastung schneidet der öffentliche Verkehr in den Bereichen Energieverbrauch, Energieeffizienz, CO2-Emissionen sowie Luftschadstoffe sehr gut ab. Mit der stetig wachsenden Verkehrsleistung, zunehmenden Tunnelstrecken und höherer Geschwindigkeit nehmen diese Belastungen zu. Dies gilt auch für die Bereiche Lärm, Erschütterungen sowie in der Raumentwicklung, in welchen heute eine vergleichsweise geringe Beeinträchtigung der Umwelt durch die Bahn besteht.

Als Vergleich zieht die Studie den motorisierten Individualverkehr bei. Es zeigt sich, dass die Strasse heute in allen Bereichen (ausser den bahnspezifischen Erschütterungen) die Umwelt stärker belastet. Der Strassenverkehr hat jedoch in den letzten Jahren bei den Luftschadstoffen deutliche Fortschritte erzielt. In anderen Gebieten (Energie-Effizienz, CO2-Emissionen) sind bei Motorfahrzeugen in Zukunft ebenso weitere Fortschritte zu erwarten.

Aufgrund dieser Entwicklungen beim Schienen- und Strassenverkehr ist der Handlungsbedarf beim öV in den Bereichen Energie und Lärm am grössten. Neben den bereits eingeleiteten Massnahmen, z.B. beim Lärmschutz, prüft das BAV in Zusammenarbeit mit den Transportunternehmen zusätzliche Massnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz, Reduktion des Energieverbrauchs und nachhaltige Energieproduktion.

Der Bericht, welcher die Unternehmen INFRAS und IFEU (Deutschland) im Auftrag des BAV erstellt haben, beurteilt die Umweltbelastung durch den öffentlichen Verkehr in verschiedenen Punkten und macht einen Ausblick auf die Entwicklung in den nächsten 20 Jahren.

 

 

Der öffentliche Verkehr in Zahlen

 

Ob Anzahl Stationen und Haltepunkte, Energieverbrauch, Vergebungen an die Schweizer Wirtschaft oder Personen- und Tonnenkilometer: Die LITRA hat die Kennzahlen des öffentlichen Verkehrs in der Broschüre «Verkehrszahlen Ausgabe 2011» zusammengestellt.

Die LITRA-Verkehrszahlen bieten eine solide Informationsbasis rund um den öffentlichen Verkehr und die Mobilität im Allgemeinen. Die Datenauswahl ist vielfältig. Zusammengestellt sind Datenreihen und Grafiken aus den Themengebieten «Mobilitätsentwicklung», «Finanzierung, «Energie und Ökologie» und «Mobilität in Europa».


Einige Zahlen in Kürze: 

 

- Die 414 Unternehmen des öffentlichen Verkehrs mit ihren 91’255 Mitarbeitenden trans-portierten 2009 insgesamt rund 2 Mia. Reisende und 400 Mio. Tonnen Güter. 

- 2009 setzte der öffentliche Verkehr 1'447 Lokomotiven, 1’423 Triebwagen/Triebwagenzüge, 5106 Personenwagen, 10'151 Güterwagen, 595 Trams, 5170 Busse und Trolleybusse, 184 Schiffe und 91 Flugzeuge ein.

- Von 1950 bis 2009 haben sich die Personenkilometer des öffentlichen Verkehrs mehr als verdreifacht. 

- Rund 60% des alpenquerenden Güterverkehrs durchquert die Schweiz auf der Schiene.

- Der öffentliche Verkehr finanziert sich zu rund 50% aus eigenen Erträgen, zu 38% aus allgemeinen Mitteln von Bund, Kantonen und Gemeinden und zu 12% aus Steuern.

- Pro Kopf der Schweizer Bevölkerung wurde 2009 rund 488.- CHF in die Schienen-, und 576.- CHF in die Strasseninfrastruktur investiert.

- Die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs haben 2009 Aufträge in Höhe von 4.4. Mia. CHF an die Schweizer Wirtschaft vergeben.

- Herr und Frau Schweizer geben rund 10% ihrer Gesamtausgaben für ihre Mobilität aus. Davon entfallen rund 80% auf den Individualverkehr, 16% auf den öffentlichen Verkehr und 4% Prozent auf den Luftverkehr.

- Der Verkehr verbraucht 35% der Schweizer Gesamtenergie. 77% davon konsumiert der Strassen-, 19% der Luft- und 4% der Schienenverkehr.

- Die Schweiz weist mit 515 Personenwagen pro 1'000 Einwohner im europäischen Vergleich eine leicht überdurchschnittliche Motorisierungsquote auf. Europäischer Spitzenreiter ist Luxemburg mit 678 Personenwagen, Schlusslicht Rumänien mit 197.

 

 

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