Do

08

Mär

2012

Gotthardstrecke bleibt nach Felssturz bei Gurtnellen bis Montagmittag unterbrochen

In der Nähe des Bahnhofs Gurtnellen sind am Mittwochnachmittag mehrere Felsblöcke und Geröll auf die Gleise der Gotthard-Linie gestürzt. Geologen haben den Berghang in der Folge als instabil beurteilt. Deshalb müssen am Wochenende Sprengungen durchgeführt werden. Die Bahnstrecke bleibt bis mindestens Montag, 12. März 2012 um 12 Uhr, zwischen Erstfeld und Göschenen gesperrt.  Es kommt zu Verspätungen und Zugsausfällen. Zwischen Erstfeld und Göschenen sind Ersatzbusse im Einsatz.

Felssturz auf der Gotthardlinie bei Grutnellen                                    Foto: SBB CFF FFS

 

Am Nachmittag des 07. März 2012, um ca. 15:50 Uhr sind einen Kilometer unterhalb des Bahnhofs Gurtnellen insgesamt 300 bis 400 Kubikmeter Gestein zu Tal gestürzt. Der grösste Teil wurde von den Schutzbauwerken oberhalb der Gleise aufgefangen, welche damit ihre Wirkung bewiesen haben. Nur rund 5 Kubikmeter Gestein landeten auf den Schienen. Der grösste Felsbrocken ist etwa 2 Kubikmeter gross. Wenig später fuhr ein Güterzug von SBB Cargo auf die Steine auf. Weil der Lokführer aber rechtzeitig die Bremsung einleitete, entstand am Zug kein Schaden, verletzt wurde niemand.

Geologen haben den Berghang in der Folge als instabil beurteilt. Es droht ein weiterer Felssturz. Voraussichtlich übermorgen Samstag wird das instabile Gestein gesprengt. Derzeit laufen dazu die Vorbereitungsarbeiten. Anschliessend müssen die Bahngleise geräumt werden.

Frühestens am Montag, 12. März 2012 um 12 Uhr, kann der Streckenabschnitt zwischen Flüelen und Göschenen wieder freigegeben werden. Die Fernverkehrszüge fallen zwischen Arth-Goldau und Göschenen aus. Zwischen Flüelen und Göschenen sind Ersatzbusse im Einsatz. Es muss mit Verspätungen gerechnet werden. Die Reisenden im internationalen Verkehr werden über die Simplonlinie umgeleitet.

 

Das Konzept und die Auswirkungen im Detail:
- Die Züge EC Zürich HB – Milano Centrale fallen zwischen Arth-Goldau und Göschenen aus.
- Die Züge ICN Basel SBB / Zürich HB – Lugano fallen zwischen Arth-Goldau und Göschenen aus.
- Die Züge ICN 100xx Zürich HB – Lugano fallen aus.
- Die Züge IR Basel SBB / Zürich HB – Locarno fallen zwischen Erstfeld und Göschenen aus.

Für den Lokalverkehr verkehren Ersatzbusse Flüelen – Göschenen:
- Reisende aus IR 21xx/22xx (Basel SBB / Zürich HB – Locarno) nach Göschenen ( – Tessin)

  benützen den Bahnersatzbus Flüelen – Göschenen und steigen in Göschenen um.
- Reisende von Erstfeld nach Göschenen oder umgekehrt reisen via Bus AAGU.
- Reisende von Milano Centrale nach Basel SBB / Luzern / Zürich HB oder umgekehrt

  reisen via Domodossola – Brig.

Bitte rechnen Sie zirka 60 – 90 Minuten mehr Reisezeit ein

 

Unterbruch auch zwischen Fribourg - Lausanne:  SBB-Mitarbeiter tödlich verunglückt

Ausserdem kam es nach einem Arbeitsunfall in der letzten Nacht zwischen Lausanne und Fribourg zu Behinderungen im Bahnverkehr. Bis um 10 Uhr blieb die Strecke zwischen Chénens und Cottens für jeglichen Verkehr gesperrt. Beim Arbeitsunfall wurden ein SBB-Mitarbeiter getötet und ein zweiter verletzt. Die Ursache des Unfalls ist Gegenstand von Untersuchungen.

 

Die Linie Lausanne–Freiburg konnte heute Morgen um 10 Uhr wieder in Betrieb genommen werden. Bis am Mittag war noch mit kleineren Verspätungen zu rechnen. Insgesamt fielen zwischen Romont und Freiburg 42 Züge aus. Im Regionalverkehr kamen Ersatzbusse zum Einsatz; im Fernverkehr wurden die Züge über den Jurafuss via Biel–Neuenburg umgeleitet. Die Reisezeit verlängerte sich dadurch um bis zu 60 Minuten.

 

Kurz vor drei Uhr morgens ereignete sich bei der Passage eines Güterzüges ein Arbeitsunfall zwischen Chénens und Cottens. Der Güterzug touchierte nach ersten Erkenntnissen einen Fahrleitungswagen auf dem Gegengleis. Zwei SBB Mitarbeitende befanden sich auf dem Fahrleitungswagen. Tragischerweise wurde dabei ein Mitarbeiter getötet und einer verletzt. Die Angehörigen wurden durch die Kantonspolizei informiert.

 

Die SBB sprechen den Angehörigen des getöteten Mitarbeiters ihr tiefes Beileid aus. Die Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe klärt die genauen Umstände des tragischen Unglücks.

 

 

Bericht SF "Tagesschau am Mittag" vom 08. März 2012

Kommentar schreiben

Kommentare: 0