Seit dem Unglück von Kaprun sind heute 12 Jahre vergangen

In Kaprun im österreichischen Bundesland Salzburg findet im Gedenken an die Opfer des Seilbahnunglücks vom 11. November 2000 heute Sonntag, 11. November 2012 um 09.00 Uhr eine ökumenische Feier bei der Gedenkstätte an der Talstation der Gletscherbahn statt. Die Gedenkfeier findet im Freien statt.

Gedenkstätte 11.11.2000 bei der Gletscherbahn Kaprun                Foto: Marcel Manhart

 

 

Die Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun am 11. November 2000, bei der insgesamt 155 Menschen ums Leben kamen, ist bis dato die grösste Katastrophe der 2. Republik. In Gedenken an die Opfer wurde diese Gedenkstätte errichtet, an deren Einweihung gegenüber der Talstation am 11. November 2004 rund 300 Angehörige teilnahmen.

 

                                                                                                        Quelle: Salzburg WIKI

 

Die Gedenkstätte


Kernstück des grossen, zeitlosen Baus aus schlichtem Beton sind 155 verschiedenfarbige vertikale Glaslamellen. Jede trägt Namen und Geburtsdatum eines Opfers. Die Farbe der Lamellen ergab sich nach dem Prinzip des Feng Shui (chinesische Harmonielehre). Feng Shui steht mit den Energien der fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser in Beziehung. Kapruns Bürgermeister Norbert Karlsböck: "Nach dem chinesischen Horoskop wird jedem Geburtsjahr ein Element zugewiesen. Aus dem Geburtsdatum der einzelnen Opfer ergab sich die Zuweisung der jeweiligen Farbe." 

Die Planung stammt vom Architekten Anton Michael aus Rimsting im Chiemgau. Seine Idee wurde in einem langen Entscheidungsprozess von einer Arbeitsgruppe aus 25 Vorschlägen herausgefiltert. Zehn Entwürfe blieben übrig, daraus wurden fünf Projekte entwickelt. 400 Hinterbliebene aus acht Nationen nahmen schließlich an einer aufwändigen Abstimmung per Internet teil. Karlsböck: "85,6 Prozent stimmten für das Projekt von Anton Michael." 

Die Schmalseite im Westen birgt eine kleine Fensteröffnung, welche einen Sichtbezug aus dem Gebäude zur Rampe und Tunneleinfahrt der Unglücksstelle herstellt. Der einfache, schmale Kubus steht auf einem durch niedrige Sitzmauern eingefassten Vorplatz. 

Anton Michael über sein Projekt der Gedenkstätte in Kaprun: "Das Gebäude ist so konzipiert, dass es sich ohne wesentliche Veränderung der Topographie in das Hanggrundstück einfügt und eine barrierefreie Erschließung gesichert ist. Der Entwurf ist zeitlos streng, mit den Mitteln des Minimalismus angedacht, um einen Ort der inneren Einkehr zu schaffen. Der Raum schöpft seine Kraft aus der Reduktion. Auf eine Dachform wird bewusst verzichtet, um das Gebäude von der bekannten Formensprache der Skihütten, Schneebars und Bahnstationen abzugrenzen."

 

 

 

Das Wort zum Sonntag vom 10. November 2012 auf SF 1

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