Rhätische Bahn: Projekt für neuen Albulatunnel II unterwegs nach Bern

Plangenehmigungsprojekt Albulatunnel II eingereicht


Das Projekt für den Neubau des Albulatunnels II der Rhätischen Bahn (RhB) tritt in die entscheidende Phase: Nachdem der Verwaltungsrat der RhB Ende November 2012 grünes Licht gegeben hatte, wurde heute das insgesamt vier Tonnen schwere Dossier des Plangenehmigungsprojektes auf seine Reise nach Bern, zum Bundesamt für Verkehr (BAV)geschickt. Läuft alles nach Plan, rechnet die RhB mit dem Baubeginn im ersten Halbjahr 2014 und der Eröffnung 2020. Die Gesamtkosten des neuen Tunnels belaufen sich auf rund 290 Millionen Franken. In die Erneuerung der Stationen Preda und Spinas und die Erschliessungen werden weitere 55 Millionen Franken investiert.

RhB-Direktor  Hans Amacker (links)  verlädt zusammen  mit  Christian Florin  (rechts, stellvertretender Direktor  und  Leiter Infrasturktur der RhB)  unter  der Aufsicht von Erich Büsser (mitte) vom Amt für Energie und Verkehr des Kanton GR, die Unterlagen.                                                                                                            Foto: Marcel Manhart

 

 

Dringender Erneuerungsbedarf

 

Eine Zustandserfassung des mittlerweile 109-jährigen Albulatunnels im Jahr 2006 brachte gravierenden Erneuerungsbedarf und Sicherheitsrisiken zu Tage: Mehr als die Hälfte der 5’865 m langen Tunnelröhre befindet sich in schlechtem Zustand und muss erneuert werden. Nach eingehender Prüfung der Variante «Instandsetzung» einerseits und «Neubau» andererseits, entschied sich die Rhätische Bahn vor zwei Jahren für einen Neubau. Ausschlaggebende Argumente dafür waren u.a. der relativ geringe Kostenunterschied sowie kaum fahrplanrelevante Einschränkungen während der Bauphase und das wesentlich höhere Sicherheitsniveau einer Neuanlage.

 

 

Ein Jahrhundert-Bauwerk ersetzt ein Jahrhundert-Bauwerk

 

Der historische Albulatunnel besticht durch eindrückliche Zahlen: In nur 5 Jahren Bauzeit wurde 1898 bis 1903 die 5’865 m lange Röhre durch den Berg getrieben. 1’316 Mann arbeiteten am und im Tunnel, unzählige erlitten dabei Verletzungen, 21 verloren gar ihr Leben. Der Albulatunnel ist der höchste Alpendurchstich einer Vollbahn (durchschnittlich 1’800 m ü. M.) und wurde am 1. Juli 1903 eröffnet.

 

Der neue Albulatunnel II soll nördlich des bestehenden Tunnels im Abstand von 30 Metern gebaut werden. Für die Sicherheit sorgen zwölf Querverbindungen zwischen den beiden Röhren, und nach Abschluss des Neubaus soll der jetzige Tunnel zum Sicherheitstunnel umgebaut werden. Die Verantwortlichen der Rhätischen Bahn rechnen mit Gesamtkosten (Tunnel sowie Stationsanlagen Preda und Spinas) von ca. 345 Mio. Franken und der Inbetriebnahme des neuen Albulatunnels im Jahr 2020.

 

 

Dem UNESCO-Status Rechnung tragen

 

Der Albulatunnel liegt auf der Strecke Chur – Thusis – St. Moritz bzw. Chur – Thusis – Pontresina – Tirano und ist seit 2008 Teil des UNESCO Welterbes «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina». Bei der Planung des neuen Tunnels arbeitete die Rhätische Bahn eng mit den Verantwortlichen der Denkmalpflege des Kantons und des Bundes zusammen. Sämtliche Änderungen des Erscheinungsbildes sowohl der Geländegestaltung als auch der Anlagen wurden berücksichtigt. Die Ergebnisse wurden in einem «Masterplan» festgehalten und gelten als Richtschnur für den Umgang mit der historischen Bausubstanz und den neu dazukommenden Bauten.

 

 

Neubau Albulatunnel II
Beilage zur Medienorientierung vom 21. Dezember 2012
Neubau_Albulatunnel_II.pdf
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Bericht SRF Tagesschau vom 21. Dezember 2012

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