Mitgliederversammlung und Verkehrsforum 2013: Volk und Stände von FABI überzeugen

Die LITRA nutzte ihre 77. Mitgliederversammlung zu einer verkehrspolitischen Auslegeordnung. Im Zentrum stand dabei die Vorlage «Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI)». Die LITRA wird zusammen mit dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) eine Pro-Kampagne bestreiten, um Volk und Stände im Februar 2014 von einem Ja zu überzeugen. Die LITRA begrüsst ebenso die Absicht des Bundesrates, die Finanzierung des Strassennetzes und des Agglomerationsverkehr mittels eines Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds, kurz NAF, zu regeln.

Ja zu FABI heisst grünes Licht für den Verkehr                              Foto: Marcel Manhart

 

 

Die LITRA hat sich in Bern zu ihrer 77. Mitgliederversammlung und Verkehrsforum getroffen. Als Gastreferentin legte UVEK-Vorsteherin Bundesrätin Doris Leuthard dar, wie der Bundesrat das Verkehrsnetz der Schweiz für die Zukunft wappnen will. «Gute Verkehrsverbindungen stärken die Schweiz. Der Bundesrat setzt deshalb für Strasse und Schiene auf je einen Fonds, um Betrieb, Unterhalt und Ausbau langfristig zu finanzieren», betonte Bundesrätin Doris Leuthard. Mit der Abstimmung über die Preiserhöhung bei der Autobahnvignette stehe ein erster wichtiger verkehrspolitischer Entscheid an. Die Erhöhung ermögliche eine sinnvolle Erweiterung des Nationalstrassennetzes. «Viele Regionen können so besser erschlossen und mit Umfahrungen entlastet werden.»

 

Präsident Ständerat Peter Bieri unterstrich in seiner Präsidialansprache die entscheidende Bedeutung, welche die Vorlage «Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI)» für den öffentlichen Verkehr und die ganze Schweiz inne hat. Er trat Kritik entgegen, wonach der erste Ausbauschritt in Höhe von 6.4 Mia. CHF sich in den Regionen verzettele: «Der erste FABI-Ausbauschritt ist mitnichten ein regionales Wunschkonzert, sondern ein gezielter Ausbau der Kapazitätsengpässe und zwar schweizweit.». Als weiteres Argument für FABI fügte Bieri die gesicherte und faire Finanzierung des Bahnnetzes an, woran alle ihren Anteil zu leisten hätten, die von einem funktionierenden öV profitierten: «Niemand zahlt gerne Steuern. Es liegt uns an, die Stimmbürgerinnen und -bürger davon zu überzeugen, dass eine leistungsfähige Mobilitätsinfrastruktur einen Steuerobolus wert ist.». Für diesen Zweck wird die LITRA zusammen mit dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) eine Pro-Kampagne für die auf Februar 2014 geplante FABI-Abstimmung bestreiten.

 

Handlungsbedarf ist auch in der Strasseninfrastruktur vorhanden. Die LITRA begrüsst es denn auch, dass nach einer erfolgreichen FABI Abstimmung auch die Strassenfinanzierung und die Bundesmitfinanzierung des Agglomerationsverkehrs mit Hilfe eines Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds – kurz NAF – auf eine neue verfassungsmässig gesicherte Basis gestellt wird.

 

Die LITRA – Der Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr setzt sie sich für günstige Rahmenbedingungen für den öffentlichen Verkehr sowie ein leistungsfähiges wie umweltgerechtes schweizerisches Verkehrssystem ein. Dabei kann die LITRA auf rund 240 Mitglieder auf dem gesamten Sektor des öffentlichen Verkehrs zählen: Transportunternehmen auf Schiene und Strasse, Hersteller von Bahnen und Bussen, Infrastrukturhersteller, Ingenieur- / Planungsbüros, Bildung und Forschung, Verbände, die öffentliche Hand und die Politik.

 

Das JA zu FABI ist ein JA zu einer Vorlage, die allen Regionen zugute kommt und die richtigen Prioritäten setzt:

 

 

FABI in der Westschweiz

 

Die Westschweiz sowie die Kantone Bern und Wallis profitieren bis 2025 von einer Reihe an Angebotsverbesserungen. Infrastrukturmassnahmen auf zahlreichen Strecken bringen mehr und schnellere Verbindungen sowie gesicherte Kapazitäten für den Güterverkehr in der Westschweiz.

  • Der erste Ausbauschritt der FABI-Vorlage enthält bis 2025 zehn Infrastrukturmassnahmen für die Westschweiz. Insgesamt sind Investitionen von rund 3.2 Mia. Franken geplant.
  • FABI bringt der Westschweiz zusätzliche Kapazitäten und ermöglicht auf zahlreichen Strecken einen Halb- oder Viertelstundentakt. Zudem werden auf ausgewählten Strecken Kapazitäten für den Güter-verkehr gesichert.
  • Der Fokus der Massnahmen in der Westschweiz fällt auf den Ausbau und die Erweiterung der wichtigen Bahnverkehrsknotenpunkte bei Bern und Genf.

 

Massnahmen und Verbesserungen (STEP 2025)

  • Erweiterung des Bahnhofs Genf mit zwei zusätzlichen Perrons
  • Überholgleise bei Denges (VD) auf der Strecke Coppet-Nyon
  • Optimierung der Strecke Bern - Lausanne für den Verkehr von Doppelstockzügen
  • Verlängerung Perrons, Umgestaltung Westeinfahrt und Entflechtung bei Holligen
  • Doppelspur auf der Strecke Ligerz-Twann
  • Ausbau der Strecke Gümligen-Münsingen
  • Neue Kreuzungsstellen und neuer Doppelspurabschnitt auf der Strecke der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) sowie Ausbau des Bahnhofs Zermatt
  • Doppelspur bis Bätterkinden und diverse Bahnhofsausbauten
  • Neue Kreuzungsstelle auf der Strecke Vevey-Blonay
  • Lötschberg-Basistunnel: Mittel für die Planung des nächsten Ausbauschritts

 

Weitere beschlossene Massnahmen (ZEB/HGV-A)

 

Im Rahmen der Programme ZEB (Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur) und HGV-A (Anbindung an den europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr) greifen weitere Verbesserungen des Angebots im Bahnverkehr. Diese Projekte bringen der Westschweiz bereits vor 2025 mehr Kapazität, Angebote und Sitzplätze im Zugverkehr, den Halbstundentakt im Fernverkehr sowie die Wiedereröffnung der Bahnstrecke Delle–Belfort und schnellere Verbindungen nach Paris durch den Anschluss an die Hochgeschwindigkeitsstrecke Rhein-Rhone.

 

 

FABI in der Nordwestschweiz

 

Die Nordwestschweiz profitiert bis 2025 von wichtigen Angebotsverbesserungen. Die Infrastrukturmassnahmen ermöglichen wesentliche Kapazitätssteigerungen sowie mehr Verbindungen in der Nordwestschweiz.

  • Der erste Ausbauschritt der FABI-Vorlage enthält bis 2025 zwei Infrastrukturmassnahmen für die Nordwestschweiz im Umfang von 1 Mrd. Franken sowie Planungsmittel für den nächsten Ausbauschritt auf der Strecke Aarau–Zürich–Winterthur.
  • FABI ermöglicht in der Nordwestschweiz den Halbstundentakt zwischen Zürich und Aarau.
  • Der Fokus der Massnahmen in der Nordwestschweiz fällt auf den Ausbau und die Erweiterung des wichtigen Bahnverkehrsknotenpunktes bei Basel.

 

Massnahmen und Verbesserungen (STEP 2025)

  • Schnellere Verbindungen nach Basel dank Wendegleis bei Liestal, Entflechtung bei Pratteln und Leistungssteigerung bei der Ortseinfahrt in Basel.
  • Planungsmittel für den nächsten Ausbauschritt auf der Strecke Aarau–Zürich–Winterthur
  • Verbindungslinie Birr–Mägenwil, Erweiterung Bahnhof Mägenwil

 

Weitere beschlossene Massnahmen (ZEB/HGV-A)

 

Im Rahmen der Programme ZEB (Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur) und HGV-A (Anbindung an den europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr) greifen weitere Verbesserungen des Angebots im Bahnverkehr. Diese Projekte bringen der Nordwestschweiz bereits vor 2025 mehr Angebote im Zugverkehr zwischen Olten und Aarau, mehr Kapazität und Pünktlichkeit sowie die Grundlage für weitere Angebotsausbauten.

 

 

FABI in der Zentralschweiz / Tessin

 

Die Zentralschweiz profitiert bis 2025 von einer Reihe an Angebotsverbesserungen. Auf zahlreichen Strecken wird der Halb- oder der Viertelstundentakt möglich.

  • Der erste Ausbauschritt enthält bis 2025 vier Massnahmen in der Gesamthöhe von 360 Mio. Franken sowie Planungsmittel für den nächsten Ausbauschritt auf der Strecke Zürich–Zug–Luzern.
  • Die Investitionen im ersten Ausbauschritt ermöglichen auf diversen Strecken den Halbstundentakt sowie auf zwei Strecken den Viertelstundentakt.
  • Der Fokus der Massnahmen in der Zentralschweiz liegt auf Gleis- und Perronsausbauten.

 

Massnahmen und Verbesserungen (STEP 2025)

  • Längere Perrons und Umgestaltung der Westeinfahrt in Bern sowie diverse kleinere Ausbaumassnahmen
  • Doppelspuren und diverse Ausbaumassnahmen zwischen Lugano und Locarno
  • Wendegleis im Raum Lugano
  • Diverse zusätzliche Doppelspurabschnitte auf den Strecken Luzern–Stans und Luzern–Giswil.
  • Planungsmittel für den nächsten Ausbauschritt auf der Strecke Zürich–Zug–Luzern

 

Weitere beschlossene Massnahmen (ZEB)

 

Im Rahmen des Programmes ZEB (Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur) greifen weitere Verbesserungen des Angebots im Bahnverkehr. Diese Projekte ermöglichen in der Zentralschweiz bereits vor 2015 Kapazitätssteigerungen und -sicherung im Güterverkehr sowie mehr Angebote im Zugverkehr.

 

 

FABI in der Ostschweiz

 

Die Ostschweiz profitiert bis 2025 von wichtigen Angebotsverbesserungen. Die Infrastrukturmassnahmen ermöglichen auf verschiedenen Strecken den Halbstundentakt sowie den Ausbau von Sitzplätzen.

  • Der erste Ausbauschritt der FABI-Vorlage enthält bis 2025 vier Infrastrukturmassnahmen für die Ostschweiz. Die Investitionen betragen insgesamt rund 500 Mio. Franken.
  • Die Massnahmen im ersten Ausbauschritt ermöglichen vielerorts den Halbstundentakt. Auf zwei Strecken kann die Anzahl Sitzplätze wesentlich erhöht werden.
  • Der Fokus in der Ostschweiz liegt auf Gleisausbauten in Form von Überhol- oder Doppelspuren.

 

Massnahmen und Verbesserungen (STEP 2025)

  • Überholgleise auf der Strecke Zürich–Chur
  • Doppelspurausbau zwischen Sargans und Buchs
  • Neue Kreuzungsstellen und neue Doppelspurabschnitte im Prättigau und im Engadin
  • Einsatz von längeren Zügen oder Doppelstockwagen im Regionalverkehr der Südostbahn SOB

 

Weitere beschlossene Massnahmen (ZEB/HGV-A)

 

Im Rahmen der Programme ZEB (Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur) und HGV-A (Anbindung an den europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr) greifen weitere Verbesserungen des Angebots im Bahnverkehr. Diese Projekte bringen der Ostschweiz bereits vor 2025 mehr Angebote im Zugverkehr, Fahrzeitverkürzungen, erhöhte Pünktlichkeit sowie bessere Anschlüsse.

 

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