Wissen & Technik - SWI swissinfo.ch

Schweiz als fruchtbarer Boden für Zukunftsnahrung (Fr, 21 Jul 2017)
In der Schweiz – für ihre Innovationskraft bekannt – haben sich zahlreiche Startup-Firmen angesiedelt, die neue Landwirtschafts- und Lebensmittel-Technologien entwickeln. In Molondin im ländlichen Waadtland, wird in einem europaweit einzigartigen landwirtschaftlichen Kompetenzzentrum (Agropôle) die Nahrung der Zukunft getestet. Ein Besuch.​​​​​​​
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Franzose lässt in der Schweiz Salat der Zukunft wachsen (Fr, 21 Jul 2017)
Benoît de Combaud ist Franzose, aber er hat sich für die Schweiz entschieden, um sein revolutionäres Verfahren für Hors-Sol-Salate zu entwickeln. Nach über fünf Jahren Forschung und Entwicklung ist seine Erfindung jetzt marktreif. Ein Treffen mit einem Agrotech-Innovator. Benoît de Combaud ist ein vielbeschäftigter Mann. Doch auch wenn er noch allerletzte Einstellungen an seiner neuen Apparatur zur automatischen Salatbeförderung vornehmen muss und ein Treffen mit einem Spezialisten für Pflanzennahrung ansteht, findet der Ingenieur zwischendurch eine Stunde Zeit für uns. Wir sind in seinem Hauptquartier in Molondin, einem kleinen Bauerndorf im ländlichen Waadtland. Hier hat er seit 2012 seine Büros und Test-Gewächshäuser aufgebaut. Klar, dass wir hier nicht alles fotografieren oder filmen dürfen: Sein Unternehmen Combagroup ist daran, das Startup-Kleid abzuwerfen und den grossen Schritt in die gnadenlose, von hartem Wettbewerb geprägte Welt der Lebensmittelindustrie zu vollziehen.
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Wenn moderne Drachen auf ihren Flügen Strom produzieren (Mi, 19 Jul 2017)
Die Grundidee ist eigentlich ganz einfach: Um Strom aus Windkraft zu erzeugen, sollte man den Wind in Höhen auszunützen, wo er stark bläst. Ein Schweizer Start-up-Unternehmen hat nach diesem Prinzip ein "fliegendes Windkraftwerk" konzipiert. Das Projekt Twingtec wurde an der Expo2017 in Astana vorgestellt. Es verfolgt ehrgeizige Ziele: Es will den Windkraftmarkt mit Drohnen revolutionieren. Wer auf den Eiffelturm gestiegen ist oder in den Bergen wandert, hat mit Sicherheit die Erfahrung gemacht: Je höher man kommt, desto stärker weht der Wind. Die Erbauer von herkömmlichen Windrädern kennen diesen Effekt natürlich auch. Darum bauen sie immer höhere Windräder mit immer längeren Rotorblättern. Doch das Wachstum hat Grenzen. "Die Windräder sind beschränkt: Denn sie können aus technischen und ökonomischen Gründen nicht höhere Lagen ausnutzen, wo der Wind stärker und zuverlässiger bläst", sagt Rolf Luchsinger.     Luchsinger, der an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in ...
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Technische Entwicklung wartet nicht auf die Ärmsten (Fr, 14 Jul 2017)
Die Digitalisierung der Landwirtschaft sei nicht mehr aufzuhalten, liest man dieser Tage oft. Die Rede ist von GPS-gesteuerten Traktoren, Jät-Robotern, Datenaustausch per Internet und Drohnen, die über die Felder fliegen. Gefordert sind nicht nur die Bauern in unseren Breitengraden. Der Trend hat auch die Kleinbauern im Süden und somit die Entwicklungshilfe längst erfasst. "Noch in den 1990er-Jahren dachte man, der Computer und all die Neuen Medien beträfen die Entwicklungszusammenarbeit nicht", erinnert sich Manuel Flury. Er ist Co-Chef der Abteilung Globalprogramm Ernährungssicherheit bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Man ging davon aus, dass die Entwicklung der Technologie linear verläuft – und wurde bald eines Besseren belehrt. "Die Technologie macht Sprünge, ansonsten wäre die Mobil-Revolution in Afrika nicht so erfolgreich gewesen", so Flury, der selber mehrere Jahre für die DEZA in und für Afrika tätig war. Uganda und Kenia beispielsweise ...
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Wenn Traktor und Mähdrescher auf einmal Roboter sind (Do, 13 Jul 2017)
Drohnen, Melkroboter, führerlose Fahrzeuge, intelligente Sensoren: Digitale Technologie erobert mit hoher Geschwindigkeit die Landwirtschaft. Der Schweizer Wirtschaftsminister fordert deshalb eine veritable "digitale Revolution", eine Landwirtschaft 4.0. Doch Experten sind skeptisch. Sehr skeptisch. Krankheiten entdecken und den exakten Bedarf von Nährstoffen für Anbau-Kulturen schätzen: Das und noch viel mehr können Drohnen mit Kameras in der Landwirtschaft. Oder Salate, die Hors Sol spriessen, gespiesen von einer Wolke von zu 100Prozent biologischen Nährstoffen. Oder ein mit Solarenergie angetriebener Roboter, der nur jene Pflanzen mit Schutzmitteln besprüht, die von Schädlingen befallen sind. Und der so mithilft, giftige Pestizide zu reduzieren. Nein, das ist nicht Science Fiction: Neue, hochpräzise Instrumente sind bereits heute unverzichtbar in den Bemühungen der Landwirte, ihre Betriebe stets effizienter zu bewirtschaften. Selbstfahrende Traktoren  Auf den Schweizer ...
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Der Einsiedler Niklaus von Flüe (Mo, 03 Jul 2017)
1417 wurde der bekannteste Einwohner von Obwalden geboren. Einsiedler und Friedensstifter Niklaus von Flüe. Eine Wanderausstellung nähert sich seiner Persönlichkeit und der damaligen Zeit.
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Bauroboter statt Bauarbeiter (Fr, 30 Jun 2017)
Arbeiter beim Hausbau, das Bild gibt es seit jeher. Ob es das aber noch lange geben wird, ist gar nicht so sicher. Denn auch auf Baustellen ist der Mensch nicht unersetzlich. Ein Roboter, entwickelt von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), schafft es auch.
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Erneute Cyber-Attacke (Mi, 28 Jun 2017)
Eine Malware namens "Petya" hat am Dienstag Dutzende Firmen auf der ganzen Welt lahmgelegt. Auch eine Schweizer Plattform wurde offenbar angegriffen.
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Schritt für Schritt zum Kontrollverlust? (Di, 27 Jun 2017)
Die Digitalisierung durchdringt unsere Gesellschaft, unsere Arbeit und Freizeit. Vieles wird einfacher, bequemer und schneller. Doch auch Dritte nutzen unsere Daten – und es sei nicht immer klar wofür, hat der eidgenössische Datenschützer anlässlich seiner Jahresmedienkonferenz gewarnt.
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Schweizer Röntgen-Teleskop wird auf Herz und Nieren getestet (Mo, 26 Jun 2017)
Das Röntgen-Teleskop "Solar Orbiter" wird vor seinem Einsatz im Weltraum gründlich überprüft. Dank dem in der Schweiz entwickelten Instrument sollen dereinst neue Erkenntnisse über die Funktionsweise der Sonne gewonnen werden.
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Das H55-Demonstrations-Flugzeug (Mi, 14 Jun 2017)

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Schweizer Luftfahrt-Pionier bringt Elektroflüge in die Gegenwart (Mi, 14 Jun 2017)
Kleine, elektrisch betriebene Flugzeuge, die vertikal starten und landen können: Diese Science-Fiction-Zukunft ist nicht mehr so fern, und Solar-Impulse-Pilot und Mitbegründer André Borschberg will ein Stück des Kuchens. Sein Start-up für Elektroflugzeuge ist eine unter einem Dutzend Firmen weltweit, welche die elektrische Luftfahrt zur Realität machen wollen. Nicht ganz ein Jahr nachdem sein im Wechsel mit Bertrand Piccard erfolgter Flug um die Welt mit einem Solarflugzeug zu Ende ging, ist Borschberg auf einer neuen Mission. "Ich bin überzeugt, dass wir uns an einem Wendepunkt in der Geschichte der Luftfahrt befinden", erklärt er im Gespräch mit swissinfo.ch begeistert. Der Schweizer Pilot kehrt in den Himmel zurück: Mit H55 (ehemals Hangar 55), einem kleinen Team von Luftfahrt-Spezialisten und aEro1, ihrem experimentellen elektrischen Akrobatikflugzeug. Die Firma, die er mitgegründet hat, setzt auf eine grüne Zukunft für die Luftfahrt (siehe Kasten). Zurzeit wird das Flugzeug ...
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"Ohne Technologie ist man heute gehandicapt" (Mo, 12 Jun 2017)
Das Zugticket online kaufen, Bilder an Freunde verschicken, mit den Enkelkindern kommunizieren: Internet gehört zum Leben der Mehrheit der Schweizer Senioren und Seniorinnen. Ihnen die Tür zur digitalen Welt zu öffnen ist eine der Prioritäten von Pro Senectute, die sich seit 100 Jahren für das Wohlbefinden älterer Menschen einsetzt. Jean-Marie hat seine beiden Tablet-Computer und das Smartphone ordentlich vor sich hingelegt. Daneben liegen ein Heft und ein Stift. Von Zeit zu Zeit notiert er ein paar Tipps der Dozentin. Mit drei anderen Personen nimmt der Pensionär an einem Kurs über Geräte mit Touchscreen in Lausanne im Kanton Waadt teil. Organisiert hat die Schulung die Stiftung Pro Senectute. Jean-Marie gehört zur wachsenden Zahl älterer Menschen, die Internet nutzen. Laut der für Pro Senectute von der Universität Zürich realisierten Studie "Digitale Senioren" surften 2015 rund 56% aller Senioren und Seniorinnen im Internet. 2009 waren es noch 38%. "Ich habe am ...
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Wie Daniele Ganser Spekulationen Tür und Tor öffnet (Sa, 10 Jun 2017)
Daniele Ganser bleibt bei seinen Vorträgen oft ungenau und lässt wichtige Fakten weg. Autor Christoph Kummer* hat einzelne Aussagen von Ganser zu den Terror­anschlägen vom 11. September unter die Lupe genommen. Daniele Ganser tut vielfach das, was er den USA und grossen Medien selber vorwirft: Er stellt suggestive Fragen, spielt gekonnt mit Bildern und nimmt es oft ungenau mit Fakten oder lässt sie weg. Die Verschwörungstheorien entstehen dann im Kopf der Zuhörer. Ganser bezweifelt noch heute, dass al-Qaida hinter den Attacken vom 11. September 2001 in New York und Washington steckt. Auch in seinem Vortrag in Thun ging er auf vermeint­liche Ungereimtheiten zu 9/11 ein. Im Zentrum seiner Kritik steht WTC 7, ein Nebengebäude der Twin Towers, das einstürzte, obwohl es von keinem Flugzeug getroffen worden war. "Wir haben drei Türme und zwei Flugzeuge, WTC 7 fällt symmetrisch, es war Feuer oder Sprengung", sagt Daniele Ganser. Kein Beleg für Sprengthese Was er verschweigt, ist, ...
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Astana, die internationale Expo, die kaum jemand kennt (Fr, 09 Jun 2017)
Wussten Sie es? Am 10. Juni beginnt in der Steppe Kasachstans die Weltausstellung 2017. Sie steht unter dem Motto "Energie der Zukunft". Die Schweiz gehört zu den rund 100 Ländern, die in Astana vertreten sind. Sie wird in ihrem Pavillon Nachhaltigkeit und Energieeffizienz thematisieren. Viele Menschen werden sich an den Lebensbaum in Mailand erinnern. Der 37 Meter hohe Turm aus Stahl und Holz war die Hauptattraktion der Weltausstellung 2015, die damals mehr als 20 Millionen Menschen in die Hauptstadt der Lombardei gelockt hatte. Viel weniger bekannt ist, dass auch Astana, die Hauptstadt Kasachstans, einen Lebensbaum hat, den Bayterek-Turm. Der Aussichtsturm wurde 1997 errichtet, in dem Jahr, in dem der Sitz der Hauptstadt von Almaty nach Astana verlegt wurde. Das Bauwerk, das ebenfalls zu einer Attraktion wurde, symbolisiert einen Lebensbaum, in dessen Krone ein goldenes Ei liegt. Expo in der Steppe Die Ähnlichkeiten zwischen Mailand und Astana beschränken sich aber nicht ...
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Föderalismus? Die Schweiz wird immer zentralisierter (Do, 08 Jun 2017)
Die Schweiz mit ihren 26 souveränen Kantonen – ein Vorzeigemodell in Sachen Föderalismus schlechthin? Nein: Das Schweizer Modell ähnelt immer mehr jenem anderer Länder. Dies zumindest steht in einem neuen Buch, das mit dem Mythos Schweiz aufräumt. Laut den Autoren hat die Schweiz eine starke Zentralisierung erlebt und unterscheidet sich nur noch in zwei Faktoren von anderen wichtigen Föderationen. Starke Zunahme der Mobilität, Urbanisierung des Landes, Globalisierung: Diese Phänomene haben die Schweiz und ihre Strukturen verändert. Gleichzeitig hat sich auch der Föderalismus gewandelt. Nicht immer aber verlief die Anpassung an den Wandel befriedigend. Im Gegenteil: Die acht Autoren des Buches "Der Schweizer Föderalismus" betonen, es sei nötig, den Schweizer Föderalismus in massgeblichen Punkten diesen Herausforderungen anzugleichen.  Das überraschendste Merkmal dieser Veränderungen sei "der beachtliche Zentralisierungsprozess" der Schweiz im Laufe der Jahre, "im Gegensatz zu ...
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Gefragt ist ein Leuchtturm in diesen stürmischen Zeiten (Mi, 07 Jun 2017)
Am Mittwoch hat der Ständerat als Zweitrat die Ratifikation des Pariser Abkommens zum Klimaschutz beschlossen und dabei bekräftigt, dass die Schweiz ihre CO2-Emissionen bis ins Jahr 2030 um 50% unter die Werte von 1990 senken soll. Dies ist ein erster Schritt, um den Anschluss an umliegende Länder zu halten – aber noch nicht mehr. Nun gilt es, die Mittel, mit denen die Schweiz diese Ziele erreichen will, gesetzlich festzulegen. Die Schweizer Klimapolitik wird einerseits im Energiegesetz, dessen Revision das Stimmvolk am 21. Mai dieses Jahres angenommen hat, und andererseits im CO2-Gesetz geregelt. Dieses wird in den kommenden Monaten, nun da die Vernehmlassung zu Ende ist, im Parlament revidiert. Leider gibt der vorliegende Entwurf des Bundesrates wenig Anlass zu Freude. Von der vorgeschlagenen 50-prozentigen Senkung der Emissionen sollen bis zu 20 Prozentpunkte durch Reduktionen im Ausland erreicht werden dürfen, nur 30 Prozentpunkte müssten zwingend mit inländischen Massnahmen ...
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Die Rose ohne Dornen (Sa, 03 Jun 2017)
Ein Blumenmeer, so weit das Auge reicht: Vor 20 Jahren legte die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften einen Pfingstrosengarten an. Zur Blütezeit im Frühsommer zieht er mit seinen 250 internationalen Päonienarten Besucher aus aller Welt an.  Der Garten, der sich in Wädenswil (Kanton Zürich) befindet, ist nach Herkunfts-Kontinenten der Blumen geordnet. So sind die Präferenzen der Regionen gut zu erkennen: Japaner bevorzugen Sträucher mit feinen, ungefüllten Blüten, während die Chinesen schon am kaiserlichen Hof üppig gefüllte Blumen in Wasserschalen aufstellten. In Europa wird eine schlichte Form bevorzugt. Jedes Jahr prämieren Fachleute in Amerika die Pfingstrose des Jahres, diese ist besonders leuchtend und stattlich. Kaum eine andere Gartenpflanze hat eine so lange Geschichte wie die Päonie oder Pfingstrose, die in China seit über 4000 Jahren kultiviert wird. In der Antike wurde sie als Medizinalpflanze hoch verehrt. Päon, der Arzt der griechischen Götter – nach ihm ...
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Studie zu abgewiesenen Juden entfacht neue Debatte (Fr, 02 Jun 2017)
Eine in Genf verteidigte Doktorarbeit zeichnet ein neues Bild des tragischen Schicksals von Tausenden von Juden, die aus Frankreich kommend Zuflucht in der Schweiz gesucht hatten. Es geht um ein in der Schweiz seit der Affäre um nachrichtenlose Vermögen äusserst sensibles Thema. Bisher konnten erst die Mitglieder der Jury die Arbeit ausführlich lesen. Auf Anfrage von swissinfo.ch war ein Mitglied der Jury bereit, die Doktorarbeit zu kommentieren und deren Erkenntnisse, aber auch Schwächen zu unterstreichen. Ein Wälzer mit insgesamt 938 Seiten, die Frucht von 19 Jahren Forschung: Das ist die Doktorarbeit mit dem Titel "Die Flucht in die Schweiz. Migrationen, Strategien, Flucht, Aufnahme, Wegweisung und Schicksal der jüdischen Flüchtlinge, die im Zweiten Weltkrieg aus Frankreich kamen", die Ruth Fivaz-Silbermann letzten Samstag an der Universität Genf verteidigt hat. "Meine Forschungen geben ein viel klareres Bild, wie viele Menschen geflüchtet sind. Und sie zeigen auch ihre ...
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"Ein Akt der globalen Verantwortungslosigkeit" (Fr, 02 Jun 2017)
Der Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen von Paris löst weltweit Empörung aus. Für den renommierten Schweizer Klimaforscher Thomas Stocker ist klar, dass es schwieriger wird für den Klimaschutz. Der Wirtschaft und dem Wissens- und Innovationsstandort Schweiz biete sich mit dem Entscheid nun aber eine einmalige Chance. swissinfo.ch: Waren Sie überrascht über Präsident Trumps Entscheid, das Pariser Abkommen aufzukündigen? Thomas Stocker: Überrascht war ich nicht, weil er es ja angekündigt hatte. Aber ich war zutiefst enttäuscht, dass er das nun so durchgezogen hat. Es ist ein Akt der globalen Verantwortungslosigkeit, den wir hier erleben müssen. ​​​​​​​swissinfo.ch: Was bedeutet dieser Austritt für das Pariser Abkommen? T.St.: Sicher ist, dass Amerika seinen Verpflichtungen zur Emissionsreduktion im Rahmen des Pariser Abkommens nicht nachkommen wird. Das bedeutet auch, dass der Clean Power Plan von Obama zur Senkung der Emissionen um 32% im Vergleich zu 2005 bis 2030 ...
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Schulprojekte mit Nutzen für die Forschung (So, 28 Mai 2017)
Wenn Daten aus Schulprojekten nach dem Unterricht nicht in den Mülleimer wandern, sondern gepflegt und ausgetauscht werden, kann daraus eine einzigartige und mächtige Quelle für die Wissenschaft entstehen. An diesem 8. März sind die Strassen trocken in der Stadt Aigle, einige Kilometer vom östlichen Ufer des Genfersees entfernt. Doch schon nach 20 Minuten in der Zahnradbahn hinauf nach Leysin fallen weisse Flocken auf eine ohnehin schon dichte Schneedecke. Trotz der Wetterlage liessen es sich die Schülerinnen und Schüler vierer internationaler Schulen der Schweiz nicht nehmen, an der dritten Auflage des Leysin American School (LAS) GLOBE Day teilzunehmen, einer Wissenschaftsveranstaltung, auf der Projekte aus den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik sowie Citizen Science vorgestellt werden. Die Sporthalle der internationalen englischsprachigen Internatsschule ist voller Jugendlicher zwischen 12 und 18 Jahren, die sich die vielen farbigen Aushänge ...
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Fantasy Basel (Sa, 27 Mai 2017)
Für drei Tage war Basel Anfang Mai der Nabel der Schweizer Fantasy-Szene. Tausende Comic- und Science-Fiction-Fans kamen zur zweiten Austragung der Fantasy Basel. Ob Videogames, Filmsequenzen, Gewinnspiele oder Live-Zeichner – rund um die Uhr wurde auf drei Stockwerken in den Messehallen ein attraktives Programm geboten. Diverse Games konnten schon vor dem Verkaufsstart als Schweizer Premieren getestet werden. Die grösste je in der Schweiz gezeigte Star-Wars-Kulisse und über 80 Stormtrooper faszinierten nicht nur Sci-Fi-Fans. An den Cosplay Wettbewerben zeigten sich die besten Cosplayerinnen und Cosplayer aus dem In- und Ausland und begeisterten die insgesamt 43'000 Besucher. Cosplayer stellen eine Figur – aus Manga, Anime, Comic, Film oder Computerspiel – durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar. Gute Laune zog sich durch das gesamte Gelände. Es wurde gespielt, gezeichnet, geschminkt und geschmökert. Ein kindlicher Schmetterling umarmte den bösen Cosplayer ganz ...
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"Am Tag Jungfrau und des Nachts Weib" (Do, 25 Mai 2017)
Als Kandidat für das Priesteramt am Grossmünster steht Huldrych Zwingli kurz vor dem entscheidenden Karriereschritt. Doch am 3. Dezember 1518, mitten im Auswahlprozedere, meldet ihm sein Freund Oswald Myconius, es gehe das Gerücht, er habe die Tochter eines hohen Zürcher Beamten verführt. Er solle ihm doch so rasch als möglich "Bescheid wegen der geschändeten Jungfrau" geben: "Nicht weil ich ja nicht gut genug wüsste, dass nichts daran ist, sondern nur, damit ich den Missgünstigen das Maul stopfen kann." Myconius irrt sich. Zwingli, der seit bald zwei Jahren Priester im Kloster Einsiedeln ist, befürchtet in der Tat, er habe eine junge Frau geschwängert. In Anbetracht der Gerüchte entschliesst er sich zur Flucht nach vorn und schickt Heinrich Utinger, einem der Wahlmänner, eine mehrseitige Rechtfertigung. "Diese Verleumdung darf ich nicht unerwidert lassen", empört sich Zwingli in diesem Schreiben. Er wolle deshalb "ganz offen" berichten, was es damit auf sich habe. Das Fleisch ...
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Schweizer Patente, von Einsteins "Kloster" zur Weltspitze (Mi, 24 Mai 2017)
Die Schweiz ist Patent-Weltmeisterin. 2016 hat das Land beim Europäischen Patentamt am meisten Patentanmeldungen pro Kopf der Bevölkerung eingereicht. Sind die Schweizerinnen und Schweizer wirklich so erfinderisch? Eine Kiessortiermaschine, ein Wetteranzeiger, der durch die Luftfeuchtigkeit beeinflusst wird, und eine spezielle elektrische Schreibmaschine. Dies sind einige der Patente, die in der Schweiz vor über 100 Jahren angemeldet wurden. Geprüft wurden sie wahrscheinlich von einem gewissen Albert Einstein. Von 1902 bis 1909 arbeitete der berühmte deutsche Physiker nämlich beim damaligen Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum in Bern. Einstein selbst bezeichnete den Ort als "das weltliche Kloster, wo ich meine schönsten Gedanken ausgebrütet habe". Damals hatte die Schweiz gerade einen Handelskrieg mit Deutschland beigelegt, das die schweizerische chemisch-pharmazeutische Industrie bezichtigte, seine Produkte zu kopieren. "Bis zum Inkrafttreten des Patentgesetzes 1888 war ...
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"Die Technologien sind da, jetzt braucht es Markt" (Di, 23 Mai 2017)
Die Energiestrategie der Schweiz ist die erste und bisher einzige, die vom Volk legitimiert wurde. "Darin liegt ihr Wert", sagt Rolf Wüstenhagen; er ist Professor für das Management erneuerbarer Energien an der Universität St. Gallen. Er begleitete die Entwicklung der nun beschlossenen „Energiestrategie 2050“ als Beirat. swissinfo.ch: Herr Wüstenhagen, schafft die Schweiz die Energiewende ohne Kohlestrom aus Deutschland und Atomstrom aus Frankreich? Rolf Wüstenhagen: Ich bin zuversichtlich nach diesem klaren Ja. swissinfo.ch: Und hat sie künftig genügend Energie, auch im Winter? R.W.: Ich denke schon, es gibt dafür eine ganze Reihe von Lösungsansätzen. Das Land verfügt über viel Wasserkraft, diese kann zur saisonalen Speicherung beitragen. Ich spreche von ganz normalen Stauseen, die auf den Winter hin gefüllt werden. swissinfo.ch: Es braucht also zusätzliche Stauseen? R.W.: Das hängt davon ab, wie man den Stromerzeugungspark ausbaut. Wenn man nur auf Solarenergie ...
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Schweiz büsst Vorsprung auf EU ein (Di, 23 Mai 2017)
Im europäischen Vergleich arbeiten Angestellte in der Schweiz weiterhin unter guten Bedingungen. Doch hat die Schweiz in mehreren Aspekten ihre Spitzenposition eingebüsst. So haben körperliche Belastungen zugenommen und der Gestaltungsspielraum abgenommen. "Die guten Neuigkeiten sind, dass sich die Schweizer Arbeitnehmer guter Gesundheit erfreuen – im europäischen Vergleich liegen die Werte über dem Durchschnitt", sagt Maggie Graf vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) vor den Medien in Bern. Dort stellte die Leiterin des Ressorts Grundlagen Arbeit und Gesundheit die Ergebnisse der 6. Europäischen Erhebung über die Arbeitsbedingungen vor. Die Schweiz nimmt seit 2005 daran teil. Die Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen ist weiterhin hoch: Knapp neun von zehn Befragten gaben an, mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Allerdings hat die Schweiz in mehreren Aspekten ihren Vorsprung eingebüsst. Mehr schmerzhafte Körperhaltungen Besonders ...
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Schweizer Tunnelkönig Lombardi gestorben (Di, 23 Mai 2017)
Als der Gotthard-Strassentunnel 1980 eröffnet wurde, lagen hinter dem Meisterwerk der Ingenieurskunst 10 Jahre Bauzeit und 20 Jahre Planung. Entworfen hatte das superlative Loch Giovanni Lombardi. Sein Ingenieurs-Büro plante auch Staumauern oder die unterirdischen Anlagen des CERN bei Genf. Nun ist der Bauingenieur im Alter von 90 Jahren gestorben.
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Warum talentierte Frauen aus den Schweizer Universitäten verschwinden (Fr, 19 Mai 2017)
In der Schweiz schliessen zwar gleich viele Männer wie Frauen ein Doktorat ab, auf der Postdoc-Ebene sinkt der Frauenanteil jedoch drastisch. Eine Universität bringt Frauen in die akademische Welt zurück – dank eines innovativen Programms. "Viele talentierte Frauen verlassen die Universität in der Postdoc-Phase", erklärte Beate Böckem vom Ressort Chancengleichheit der Universität. In der folgenden Statistik von 2016 zeigt sich die Universität Basel als eindeutiges Beispiel für diese Abwanderung. "Die Postdoc-Phase – normalerweise von Ende zwanzig bis Mitte dreissig – ist die Zeit, in der man sich als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler in der akademischen Gemeinschaft etabliert", führte sie aus. Es ist aber auch die Zeit, in der viele eine Familie gründen. Konfrontiert mit einem Balanceakt zwischen Familie und Beruf verlassen manche Frauen die Hochschule oder suchen sich flexiblere Anstellungsbedingungen. Um diese wertvollen Talente nicht zu verlieren, lancierte die ...
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Von der Schönheit des Unsichtbaren (Mo, 08 Mai 2017)
Schönheit einer Welt, die niemand je zu Gesicht bekommen wird, Poesie mathematischer Formeln, philosophische Fragestellungen hinter wissenschaftlicher Forschung: Das alles zeigt "The Sense of Beauty" des italienisch-schweizerischen Regisseurs Valerio Jalongo. Gespielt wird der Film am Festival "Visions du Réel" in Nyon. Dabei handelt es sich um weit mehr, als nur einen weiteren Dokumentarfilm über das CERN. Er sagt es selber: "Zu Beginn wusste ich nicht gerade viel über das CERN. Und von Mathematik und Physik verstand ich in der Schule eher wenig." Dennoch ist Jalongo fasziniert von dem Labor der Superlative. Ein erster Besuch der Gebäude bei Genf ("ein bisschen enttäuschend", denn in der Tat geben sie optisch nicht viel her), ein bisschen Lektüre und einige Treffen reichen aus. Der Regisseur stürzt sich in ein Projekt, das ihn drei Jahre beschäftigen wird. "Sense of Beauty", eine schweizerisch-italienische Koproduktion, ist kein didaktischer Film. Das Higgs-Boson, die ...
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Schweizer Stratosphären-Flugzeug beginnt mit Testflügen (Fr, 05 Mai 2017)
Nach drei Jahren Planungsarbeit hat ein Stratosphären-Solarflugzeug erste Testflüge in der Schweiz aufgenommen. Es hob vom Westschweizer Flugplatz Payerne ab. Am Mittwoch startete Solar Stratos, ein schlankes, nur 8,5 Meter langes Solarflugzeug, dessen Flügel mit 22 Quadratmetern Solarzellen bedeckt sind, erstmals in Payerne, Kanton Waadt. Nach einer Reihe von Rolltests – das bedeutet, der Zweisitzer wird am Boden mit verschiedenen Geschwindigkeiten durchgetestet – erreichte der Solarflieger mit Testpilot Klaus Plasa eine Flughöhe von 250 bis 300 Metern. Der Testflug dauerte 6 Minuten. "Für mich und das gesamte Team ist das ein sehr aufregender Moment", sagte Raphaël Domjan, Gründer von Solar Stratus, gegenüber swissinfo.ch kurz vor dem ersten Start. "Aber wir sind ein wenig bange, weil wir sehen werden, ob all die Dinge, die wir in den letzten drei Jahren gemacht haben, funktionieren oder nicht." Ende nächstes Jahr hofft der Schweizer Abenteurer und Projektleiter, das ...
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"The Sense of Beauty" - in drei Minuten (Di, 02 Mai 2017)

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Schweizer Forschende setzen vermehrt auf Crowdfunding (Mo, 01 Mai 2017)
Studenten einer Schweizer Universität haben dank Geld aus einer Crowdfunding-Kampagne die Möglichkeit erhalten, ein Flugzeug zu bauen und ein Energieproblem zu lösen. Doch ist die Finanzierung über die Öffentlichkeit der richtige Weg, um gute Forschung zu finanzieren? 10'000 Franken. Das tönt nicht nach genügend Geld, um ein Flugzeug zu bauen. Das war aber das Ziel, dass sich Lorenz Affentranger und seine neun Kollegen – alle Bachelor-Studenten für Ingenieurwesen an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) – für ihre Kampagne gesetzt hatten, auf "Wemakeit", der grössten Schweizer Crowdfunding-Plattform. Denn die Studierenden wollen kein typisches Flugzeug bauen: Es soll lediglich fünf Meter Flügelspannweite haben und statt Menschen Windenergie transportieren. Um Ihr Projekt zu finanzieren, nutzten Affentranger und seine Kollegen "Science Booster", eine Plattform, die von "Wemakeit" speziell für die Unterstützung wissenschaftlicher Projekte lanciert wurde. Als die ...
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Nur der Bundesrat hat ein Einzelzimmer (Do, 27 Apr 2017)
Die Schweiz hat eine unerhört grosse Unterwelt: Reiht man alle begehbaren Räume unter Tag aneinander, würde ein Tunnel von Zürich bis Teheran in der Länge von 3780 Kilometer entstehen. Im Verhältnis zum nationalen Territorium ist diese Grösse weltweit wohl einzigartig. Ein neues Buch nimmt mit auf eine ergreifende Entdeckungsreise. In der Schweiz ist mit "Die Schweiz unter Tag" ein packendes wie pikantes Buch erschienen: Packend, da es in zwölf Reportagen auf eine Entdeckungsreise durch Schatzkammern, Wasserkraftwerke, Hightech-Labors, Spitäler, Verkehrstunnels, geheime Kavernen oder auch durch den "hochgeheimen" Bundesratsbunker führt. Leidenschaftlich erzählt. Pikant, da die Auseinandersetzung mit der unterirdischen Schweiz eine Geisteshaltung mit einem sonderbar wehrhaften Blick auf die Welt offenbart.  Die grösste Schutzanlage des Landes Die unterirdische Schweiz ist strahlend und kurios. Mit 360'000 privat erbauten Schutzräumen und 2300 grossen Schutzanlagen, wie dem ...
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Eine introspektive Suche nach dem Sehen (Do, 27 Apr 2017)
Der französisch-schweizerische Regisseur Manuel von Stürler ist seit seiner Kindheit mit dem Risiko der Erblindung konfrontiert und lebt mit diesem Schicksal. Er wollte mehr über das Phänomen des Sehens und Nicht-Sehens erfahren. Entstanden ist sein Film "Fureur de voir" als eine Einführung in die Welt der Sicht und der Sinne. Der sehr persönliche Dokumentarfilm läuft am Festival "Visions du réel" von Nyon im Wettbewerb. swissinfo.ch: Sie haben Posaune, Klavier und Komposition studiert. Erst 2012 – mit 44 Jahren – drehten Sie ihren ersten langen Dokumentarfilm "Hiver Nomade" (Nomadenwinter). Er wurde als bester europäischer Dokfilm ausgezeichnet. Wie entstand Ihre Leidenschaft für den Film? Manuel von Stürler: Ich hatte schon immer eine grosse Leidenschaft für die Fotografie. Denn Fotos erlauben mir, die Welt besser zu sehen, als ich sie in Wirklichkeit sehe. Durch mein Problem an der Netzhaut ist mein Sehvermögen sehr eingeschränkt. Dank Fotografien kann ich Details entdecken, ...
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Es ist wieder Zeckensaison (Di, 25 Apr 2017)
Wie jedes Jahr, sobald die Temperaturen steigen, kommen auch die Zecken hervorgekrochen. Gestochen wird schon lange nicht mehr nur in Wäldern und Wiesen. Laut der Smartphone-App "Zecke" stammen die meisten Meldungen aus den städtischen Agglomerationen.  Eine geographische Karte bildet erstmals Zeckenstiche in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein ab. Sie basiert auf 6338 Stichen, welche von Nutzern der App "Zecke" in den letzten zwei Jahren gemeldet und durch Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) ausgewertet wurde. Die Erkenntnis: Die meisten Stichmeldungen stammen aus dem urban geprägten Mittelland. Die Zeckenstichkarte zeigt zwar auf, in welchem Gebiet jemand gestochen wurde, die Auswertung und Interpretation lässt laut den Forschern allerdings eine gewisse Unschärfe beim gemeldeten Zeitpunkt und Ort offen, da die Zecken beim Stich oft unbemerkt bleiben und das Tier erst später entdeckt wird, beispielsweise beim Duschen am Abend.
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Schweizer Jugendliche: zufrieden aber nicht sorgenlos (Do, 20 Apr 2017)
Die 15-Jährigen in der Schweiz sind laut einer neuen Pisa-Studie zufriedener als Gleichaltrige in den meisten anderen OECD-Ländern. Andererseits gibt jeder sechste Schweizer Teenager an, regelmässig gemobbt zu werden.
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Reformator Heinrich Bullinger findet sein Glück bei einer Nonne (Mo, 17 Apr 2017)
Am 30. September 1527 bringt ein Bote einen Brief ins Kloster Oetenbach, der das Leben von Anna Adlischwyler für immer verändern sollte. Geschrieben hat ihn der Priester Heinrich Bullinger, ein Gefährte des Reformators Huldrych Zwingli. "Du allein bist die einzige, die ich mir in den Kopf gesetzt habe", gesteht Bullinger der jungen Nonne in dem Schreiben. Er wolle mit ihr zusammenleben und alles – "das Saure wie das Süsse" – mit ihr teilen. "Du bist jung", beschwört er sie, "und Gott hat dir deinen Körper nicht gegeben, damit du ewig Nonne bleibst und nichts unternimmst, damit er Früchte trägt". Nach einem Loblied auf die Ehe bittet Bullinger: "Lies den Brief drei oder vier Mal, überleg es dir, bitte Gott, dass er dir seinen Wille zu erkennen gibt." Noch vor wenigen Jahren wäre ein solcher Liebesbrief undenkbar gewesen. Doch seit der Reformation ist auch in Zürich nichts mehr so wie früher. Priester heiraten, und Nonnen, die ihr Leben Gott geweiht haben, kehren dem Leben hinter ...
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Ein Tüftler baut den Minenkiller (Di, 04 Apr 2017)
Ein Ingenieur aus der Schweiz hat sein Leben in den Dienst der Minenräumung gestellt. Nach zehn Jahren liefert er nun eine Maschine in Krisengebiete, die Personenminen keine Chance lässt. Wie am Tag der Personenminen, dem 4. April, bekannt wurde, ist die Zahl der Menschen, die weltweit jährlich Landminen zum Opfer fallen, wieder stark angestiegen. Nach 1999 war sie vorübergehend auf 4000 gesunken. Doch inzwischen sterben wieder gegen 7000 Menschen durch Minen. Immer noch sind riesige Landstriche in vielen ehemaligen Kriegsgebieten vermint. Laut Radio SRF fliesst immer weniger Geld für die aufwendige Entminung der Gebiete. Der Personenminenbann, für den 1997 gar der Friedensnobelpreis verliehen wurde, ist plötzlich akut infrage gestellt. Gepanzerten Mähmaschinen legen Minen frei Einer, der sich ganz dem Kampf gegen Landminen verschrieben hat, ist Frédéric Guerne, Ingenieur aus Tavannes. Die Geräte, welche er dort entwickelt hat, dienen keinem andern Zweck, als Minen ...
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Nicht zugelassene Medikamente an Patienten getestet (Di, 04 Apr 2017)
Eine Studie der Universität Bern beleuchtet ein düsteres Kapitel der Schweizer Medizingeschichte: Bis in die 1980er-Jahre wurden an der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel teils noch nicht zugelassene Medikamente getestet. Die Patienten wussten nichts davon. Die Tests begannen 1953, eingesetzt wurden mindestens 60 Substanzen, 33 davon trugen noch keinen potenziellen Handelsnamen und waren nicht zugelassen. Laut Studienverfasser dürfte es dabei zu einer engen Kooperation mit der Pharma-Industrie gekommen sein, mangels Quellenzugang könne diese aber nicht im Detail beleuchtet werden. Laut Studie wurde mit der Dosierung experimentiert. Auch hätten einzelne Versuche aufgrund der Nebenwirkungen abgebrochen werden müssen. Betroffen von den Versuchen waren demnach deutlich mehr als 1000 Personen. Die Versuche fanden im juristischen Graubereich statt, denn bis 1970 gab es keine Regelung. In Auftrag gab die Studie die Psychiatrische Universitätsklinik Basel selbst. Sie ist nicht ...
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Roboter besteuern, weil sie Arbeitsplätze stehlen? (Di, 21 Mär 2017)
Wenn der Tod und die Steuern die einzigen zwei Dinge sind, auf die ein Mensch sich verlassen kann, warum dann nicht auch Steuern für Roboter erheben, wenn sie Arbeit übernehmen, die traditionell von Menschen erbracht wird? Diese Frage wirft ein Schweizer Universitätsprofessor auf. Weil Roboter mehr und mehr Arbeit übernehmen – vor allem im Industrie- und im Dienstleistungssektor – werde die Arbeitslosigkeit zunehmen, argumentiert der Genfer Universitätsprofessor und Steueranwalt Xavier Oberson. Dies werde bei Regierungen weltweit zu einem Rückgang der Einnahmen aus Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen führen. Oberson ist der Ansicht, eine Besteuerung der Roboterarbeit könnte dazu beitragen, diese Verluste auszugleichen. Logistisch, erklärt Oberson, könnte dies bewältigt werden, indem eine "rechtliche Einheit" für Roboter geschaffen werde, so wie dies heute auch bei Unternehmen der Fall sei (diese gelten im Steuerrecht als "juristische Personen"). "Dazu braucht es aber einen ...
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Abschluss Antarktis-Mission (Di, 21 Mär 2017)
Ein Forschungsteam unter Schweizer Führung untersuchte während drei Monaten auf einem Forschungsschiff den Südpol und sein Klima. Gestern sind die Wissenschaftler wieder in Kapstadt angekommen. Die Forscher machten in der Antarktis einen schockierenden Fund. Die Wissenschaftler sind zufrieden: Die Messungen seien trotz widriger Bedingungen sehr gut herausgekommen. Die Daten werden nun ausgewertet und analysiert. Sie versprechen neue Erkenntnisse zum Klimawandel. swissinfo.ch war dabei, als das Forschungsschiff von der deutschen Nordsee aus zu seiner Reise ins Eis aufbrach. Lesen Sie dazu unsere Reportage "Aufbruch in das Ewige Eis"!
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