Wissen & Technik - SWI swissinfo.ch

Leuthard plädiert für mehr Risikobereitschaft (Di, 21 Nov 2017 07:30:00 GMT)
Im Rennen um die digitale Zukunft will der Bund seinen guten Startplatz verteidigen. Bundespräsidentin Doris Leuthard hat die Schweizerinnen und Schweizer deshalb dazu aufgerufen, beim Erforschen von neuen digitalen Möglichkeiten mehr Risikobereitschaft zu zeigen. Heute gebe es etwa beim E-Government noch Verbesserungspotenzial, sagte Leuthard an der erstmals vom Bundesamt für Kommunikation organisierten Konferenz "Digitale Schweiz" in Biel. In diesem Bereich figuriere die Schweiz nicht unter den Spitzenreitern. Um dies zu ändern und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, seien eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein ständiger Dialog zwischen allen Anspruchsgruppen notwendig, so Leuthard vor rund 700 Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Die Ergebnisse der Konferenz bilden die Grundlage für die Überarbeitung der Strategie "Digitale Schweiz" des Bundesrats. Eine neue Version wird zusammen mit einem ...
>> mehr lesen

Wie eine Schülerin gegen Antibiotikaresistenzen kämpft (Mo, 20 Nov 2017 10:00:00 GMT)
Die 19-jährige Nina Kathe hat gerade erst ihr Studium in Biomedizin an der Universität Zürich begonnen. Sie ist aber schon Autorin einer preisgekrönten Forschungsarbeit über Antibiotikaresistenzen, ein globales Problem für die öffentliche Gesundheit. Angesichts der zwei prestigeträchtigen Auszeichnungen, die Nina Kathe für ihre Forschung erhielt, könnte man denken, dass ihr Projekt über Antibiotikaresistenz in E. coli-Bakterien das Ergebnis eines Stipendiums oder einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit war. Dem war nicht so: Sie hatte das Experiment mit Hilfe ihres eigenen Computers und im Biologieunterricht ihrer Schule im Kanton Aargau selber durchgeführt; es war ihre Maturarbeit. "Als ich meinem Biologielehrer meine Idee präsentierte, schaute er mich seltsam an und sagte, ich könnte es versuchen. Es töne aber wirklich utopisch und ich sollte daher auch nicht enttäuscht sein, falls es nicht klappen würde", erklärt Kathe gegenüber swissinfo.ch. "Eigentlich hätte ich meine ...
>> mehr lesen

"Schockierend, dass Fliegen nicht besteuert wird" (Sa, 11 Nov 2017 13:30:00 GMT)
Angesichts der Bedrohung durch den Klimawandel sollte die Schweiz die Fliegerei besteuern, fordert Florian Egli. Der ETH-Wissenschaftler nimmt derzeit an der UNO-Klimakonferenz in Deutschland teil. Er ist Vizepräsident von foraus, einem jungen Schweizer Thinktank zur Aussenpolitik. swissinfo: Wo steht die Schweiz im internationalen Vergleich beim Klimaschutz?  Florian Egli: Die Bilanz ist durchzogen. Einerseits hat sie vor dem Abschluss des Klimaabkommens 2015 in Paris viel Schwung in die Verhandlungen eingebracht. Sie war das erste Land, welches ein nationales Klimaziel einreichte. Gleichzeitig sind Schweizerinnen und Schweizer grosse Klimasünder. Dies auch angesichts der Tatsache, dass sie viele Konsumgüter importieren, die gar nicht in den Treibhausgasstatistiken der Schweiz erscheinen, sondern  in den denjenigen der Herkunftsländer (also zum Beispiel China). swissinfo:  Schweizerinnen und Schweizer isolieren zwar ihre Gebäude besser und verursachen im Haushalt weniger ...
>> mehr lesen

Berner Klimaforscher erhält Marcel-Benoist-Preis (Mi, 1 Nov 2017 14:30:00 GMT)
Mit dem Benoist-Preis werden seit fast 100 Jahren Wissenschaftler geehrt, die in der Schweiz forschen. Dieses Jahr hat der Berner Klimaforscher Thomas Stocker den "Schweizer Nobelpreis" in Empfang genommen. Thomas Stocker und sein Team an der Universität Bern beherrschen eine Technik, um Eis zu untersuchen, das 800'000 Jahre alt ist. Und der Klimaforscher will noch weitergehen: "Wir möchten in der Antarktis das älteste Eis holen. Es ist etwa 1,5 Millionen Jahre alt." Aus dem Eis gewann Stocker Erkenntnisse über den Klimawandel. Das brachte ihm den Ruf eines Forschers von Weltrang ein – und jetzt den Marcel-Benoist-Preis. Mit seiner Forschung leiste Stocker "einen wesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis der Komplexität des weltweiten Klimasystems und den sich abzeichnenden Klimaveränderungen", schreibt die Marcel-Benoist-Stiftung auf ihrer Internetseite. Er verstehe es, "seine Erkenntnisse nicht nur der Wissenschaftsgemeinde, sondern auch politischen Entscheidungsträgern ...
>> mehr lesen

Künstliche Intelligenz: Lugano bietet ersten Schweizer Masterstudiengang an (Mo, 30 Okt 2017 15:03:00 GMT)
Die Universität der italienischen Schweiz (USI) in Lugano bietet neu einen Masterlehrgang für künstliche Intelligenz an. Für die Schweiz eine Premiere. "Wissen Sie, was lustig ist? Wenn man mich vor fünf Jahren gefragt hätte, ob Autos jemals alleine fahren werden, hätte ich wahrscheinlich geantwortet, dass in zwanzig Jahren darüber gesprochen wird", sagt Luca Maria Gambardella. "Doch wenn sich neben den Forschern – welche die methodischen Grundlagen legen – auch die Industrie und die Wirtschaft bewegen, können beeindruckende Ergebnisse erzielt werden. Das selbstfahrende Auto ist heute Realität, und bis vor kurzem war es für uns noch gar nicht denkbar." Gambardella ist Direktor des Instituts Dalle Molle für künstliche Intelligenz (IDSIA), das 1988 von Angelo Dalle Molle gegründet wurde. Der Erfinder des Alkoholgetränks Cynar glaubte an den technologischen Fortschritt als Beitrag zu einer besseren Lebensqualität (er war beispielsweise ein Wegbereiter für die Elektromobilität). Er ...
>> mehr lesen

Blick voraus auf eine Welt mit digitaler Politik (Fr, 27 Okt 2017 09:00:00 GMT)
Während Stimmbürgerinnen und Stimmbürger überall auf der Welt mit der Digitalisierung vertrauter werden, experimentieren die Staaten mit neuen digitalen Instrumenten in der Politik. Die Schweiz gehört laut zwei neuen Büchern, die sich mit der vernetzten Zukunft auseinandersetzen, zu den langsameren. Roboter, künstliche Intelligenz, autonome Fahrzeuge, Crowd-Sourcing, Crowd-Funding, Blockchain, Bitcoin, MOOCs, E-Books, Drohnen, Smartphones – das Wirrwarr der Digitalisierung zeigt sich allein an der grossen Anzahl neuer Begriffe. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass in einem Artikel die glorreiche (oder apokalyptische) Zukunft zerlegt wird, die von solchen Technologien gestaltet wird. Als Costa Vayenas, ein in Zürich tätiger Berater für öffentliche Angelegenheiten und ehemaliger Forschungsleiter bei der UBS, sich für den Einfluss technischer Hilfsmittel auf demokratische Verfahren zu interessieren begann, stellte er mit Erstaunen fest, dass sich dieses Thema der öffentlichen Wahrnehmung ...
>> mehr lesen

Schweizer "Health Valley" wächst weiter (Di, 24 Okt 2017 13:53:00 GMT)
Die Ankündigung führte in der Westschweiz zu grossen Schlagzeilen: ​​​​​​​ADC Therapeutics, ein junges Waadtländer Unternehmen, das sich auf modernste Behandlungsmethoden von Krebserkrankungen spezialisiert hat, konnte fast 200 Millionen Franken an privaten Investitionen aufbringen. Ein Rekord in Europa seit 2015, der die Vitalität des Westschweizer "Health Valleys" verdeutlicht. Die Finanzierung sei mit neuen und bestehenden Investoren realisiert worden, schrieb ADC Therapeutics am 23. Oktober in einer Mitteilung. Bereits im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen 105 Millionen Dollar aufbringen. Seit dessen Gründung 2012 konnten insgesamt 455 Millionen Franken an Investorengeldern angezogen werden. Mit den neuen Mitteln sollen die beiden in der Testphase befindlichen Medikamente ADCT-301 und ADCT-402 weiterentwickelt werden. Diese beiden Substanzen sind Gegenstand von vier klinischen Studien in verschiedenen Subtypen von Lymphknotenkrebs und Leukämie. "Die beiden Medikamente, ...
>> mehr lesen

Schweizer Studierende gewinnen am US Solar Decathlon (So, 15 Okt 2017 10:01:00 GMT)
Die Schweizer Equipe hat in Denver (USA) den Wettbewerb Solar Decathlon 2017 gewonnen. Das Team stellte "NeighborHub" vor, ein Solarhaus, das dem umliegenden Quartier als Zentrum dient. Im Ganzen kamen die Schweizer in Colorado acht Mal aufs Podest. Ihr Projekt: Ein Quartierzentrum, das nur von Sonnenenergie betrieben wird. Das in der Schweiz von rund 50 Studierenden entworfene Solarhaus überzeugte die Jury und gewann den ersten Preis, der mit 300'000 Franken dotiert ist.  Das Solarhaus "NeighborHub" wurde von Studierenden der EPFL in Lausanne, der Hochschule für Ingenieurwissenschaften und Architektur in Freiburg und den Hochschulen für Kunst und Design in Genf und Freiburg konzipiert. Das Schweizer Team kam in den Kategorien Architektur, Ingenieurwesen, Energie, Wasser, Gesundheit und Komfort sowie Haushaltsleben auf den ersten Rang.  Der Wettbewerb Solar Decathlon wird alle zwei Jahre vom US-Energieministerium organisiert.
>> mehr lesen

Palliative Care für Kinder: wichtig, aber selten in der Schweiz (Mi, 11 Okt 2017 10:00:00 GMT)
In der Schweiz fehlt es an Palliativmedizin für Kinder. Das bedeutet, dass nicht immer alle unheilbar erkrankten Kinder und ihre Familien eine angemessene Betreuung erhalten. Der Wandel sei zwar im Gang, auch wenn es noch viel zu tun gebe, sagt einer der wenigen Spezialisten im Land. "Marc, ich habe genug. Ich möchte dem jetzt ein Ende setzen." Mit Marc ist Professor Ansari gemeint. Er ist Leiter der Abteilung Onkologie und Hämatologie für Kinder am Universitätsspital Genf (HUG). Den Wunsch zu sterben hatte ein Jugendlicher, der an einer unheilbaren Krebserkrankung leidet, kurz vor unserem Treffen ausgedrückt. Eine Situation, die das Ausmass des Leidens aufzeigt, das ein Jugendlicher durchmachen muss, von dem es am Ende doch kein Entrinnen gibt, auch wenn sein Arzt versucht hatte, ihm adäquate Behandlung und Unterstützung zu geben. Es ist eine Bitte, die nicht so selten vorkommt. Der Wunsch zu sterben wird am häufigsten von Jugendlichen formuliert. Die Gründe seien jedoch ...
>> mehr lesen

"Der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung" (So, 8 Okt 2017 09:00:00 GMT)
In den letzten Jahren ist jede Annahme darüber, wer der Mensch eigentlich ist und woher er stammt, in Frage gestellt worden. Neue Ausgrabungen zeigen, dass die Entwicklung zum Homo sapiens um einiges mysteriöser ist als wir dachten. In den Wäldern Ostafrikas wurde der Affe zum Mensch. Dort trennten sich vor sechs bis sieben Millionen Jahren die Stammeslinien von Schimpanse und Mensch, und die ersten aufrechtgehenden Frühmenschen, so genannte Hominiden, entstanden. Das ist die gängige Lehrmeinung. Gemäss dieser breiteten sich diese Vorfahren zwar innerhalb Afrikas weiter aus, verliessen aber den Kontinent für viele Millionen von Jahren nicht. Doch stimmt das so wirklich? Im Mai dieses Jahres berichtete ein deutsches Forscherteam, sie hätten einen neuen Urmenschen identifiziert. Dieser soll vor über sieben Millionen Jahren auf dem Balkan gelebt haben. Die Wissenschaftler folgerten aus dem Befund, dass die Abspaltung zwischen Mensch und Schimpanse wohl nicht in Afrika, sondern im ...
>> mehr lesen

Bitterer Honig (Fr, 6 Okt 2017 06:00:00 GMT)
Laut einer Schweizer Studie, welche diese Woche in der renommierten Zeitschrift Science publiziert wurde, enthalten drei Viertel des weltweit produzierten Honigs Spuren von Pestiziden. Was sind die Folgen für unsere Gesundheit und die Bienen? Wir haben einen Experten gefragt. Forscher der Universität Neuenburg und des Botanischen Gartens der Stadt Neuenburg haben zwischen 2015 und 2016 insgesamt 198 Honigproben aus der ganzen Welt auf Neonicotinoide, eine Gruppe von Insektiziden, untersucht. Resultat: 75% der Proben enthielten mindestens eines der fünf gesuchten Substanzen. Am höchsten, nämlich 86%, betrug der Anteil bei Honig aus Nordamerika. Wir haben mit einem der Studienautoren gesprochen: Alexandre Aebi, Imker und Dozent für Agrarökologie an der Universität Neuenburg. Drei von vier Proben enthalten Neonicotinoide. Hat Sie das Resultat überrascht? Ja und Nein. Wir haben erwartet, Spuren von Neonicotinoiden zu finden, aber das Ausmass hat uns überrascht. Wir hätten nicht ...
>> mehr lesen

Chemie-Nobelpreis 2017 geht in die Schweiz (Mi, 4 Okt 2017 11:52:00 GMT)
Der diesjährige Nobelpreis für Chemie geht an den Schweizer Jacques Dubochet, Joachim Frank (USA) und Richard Henderson (GB). Sie werden für die Entwicklung der Kryoelektronen-Mikroskopie geehrt, wie die Nobel-Jury in Stockholm mitteilte. Die Entwicklung der drei Forschenden gibt Einblicke in die Details der Struktur von Biomolekülen. Forscher können damit Biomoleküle "mitten in der Bewegung" einfrieren und damit biologische Prozesse nachvollziehen, die zuvor verborgen geblieben waren. Der 1942 in Aigle, Kanton Waadt, geborene Jacques Dubochet von der Universität Lausanne verbesserte diese Mikroskopie-Technik Anfang der 1980er-Jahre wesentlich, indem er die in Wasser gelösten Moleküle für die Messung rasant einfror, also "vitrifizierte". Dadurch behalten die Biomoleküle selbst im Vakuum ihre natürliche Form. Das erlaubte eine Momentaufnahme ihrer Struktur. 3D-Bilder von Zika-Virus Der gebürtige Deutsche Joachim Frank arbeitet an der Columbia University in New York und legte ...
>> mehr lesen

Digitaltechnik im Dienst der Bildung (Fr, 29 Sep 2017 15:32:00 GMT)
Auch die Bildung ist in der digitalen Welt angekommen. Die neuen Techniken werden in der Schweiz nach und nach als pädagogische Mittel eingesetzt. Während die obligatorische Schule interaktive Lehrtafeln benutzt, werden MOOC (Massive Open Online Course), jene Gratis Online-Kurse, die allen zugänglich sind, zum Teil an Hochschulen eingesetzt. Die Kommunikationsverantwortliche der pädagogischen Hochschule der Kantone Bern, Jura, Neuenburg (HEP) in La Chaux-de-Fonds erläutert: "Die HEP bildet jedes Jahr mehrere Hundert Studentinnen und Studenten zu Lehrkräften für unterschiedliche Schulstufen aus. Sie bietet auch ein Weiterbildungsprogramm an." Raphaël Lehmann, der Verantwortliche für die Ausbildung der Lehrkräfte der Primarstufe, ist optimistisch. Er zeigt uns die neueste Errungenschaft: eine interaktive, beidseitig benutzbare Lehrtafel. Die Tafel erkennt die Handschrift, kann diese transformieren, duplizieren oder umstellen, spielerische Übungen machen, Grafiken erstellen, ...
>> mehr lesen

Unbemannte Kuriere aus der Luft (Fr, 29 Sep 2017 07:29:00 GMT)
Ein Drohnensystementwickler und ein Autohersteller spannen zusammen, um den Kunden Produkte schneller liefern zu können. Ein Onlinemarktplatz im Raum Zürich ist für das Pilotprojekt auserkoren worden. Am Donnerstag wurde es vorgestellt – mit einer Lieferung Kaffee von Ebmatingen nach Zollikon. Mercedes-Benz Vans, der US-amerikanische Drohnensystementwickler Matternet und der Schweizer Online-Marktplatz siroop haben in Zürich ein Pilotprojekt für Lieferungen per Transporter und Drohne gestartet. Rund drei Wochen lang können Kunden nun beim Online-Marktplatz siroop ausgewählte Produkte bestellen. Diese sind maximal zwei Kilogramm schwer und für den Transport per Drohne geeignet. Der Händler bestückt die Drohnen direkt nach Eingang der Bestellung. Sie fliegen daraufhin zu einem von zwei im Projekt genutzten Mercedes-Benz Wagen mit integrierter Drohnen-Landeplattform. Der Fahrer nimmt das Päckli in Empfang und bringt es auf «der letzten Meile» dem Kunden nach Hause.
>> mehr lesen

"Der Klimawandel entzieht uns Ressourcen" (Fr, 22 Sep 2017 10:30:00 GMT)
Der Klimawandel ist längst nicht mehr nur ein Umweltproblem, sondern auch ein wirtschaftliches und soziales, sagt der Schweizer Experte Thomas Stocker. Die Industriestaaten müssten Verantwortung übernehmen und so schnell wie möglich das Pariser Abkommen umsetzen. Seit 26 Jahren beschäftigt sich Thomas Stocker mit dem Klimawandel. In den Anfängen untersuchte er die Rolle der Ozeane, und seit Anfang der Neunzigerjahre beschäftigt er sich mit den menschenverursachten Faktoren des Klimawandels im engeren Sinn.  Sieben Jahre lang hat der Forscher und Professor für Klima und Umweltphysik an der Universität Bern die Arbeitsgruppe Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) geleitet: Der im Jahr 2014 herausgegebene fünfte Bericht war die wissenschaftliche Entscheidungsgrundlage für 195 an der Pariser Klimakonferenz vom Dezember 2015 teilnehmende Regierungen. Noch vor zwanzig Jahren mussten Sie vermutlich die These von der Klimaerwärmung verteidigen. Heute ist sie eine Tatsache.
>> mehr lesen

Tausend Briefe (Mi, 20 Sep 2017 08:42:00 GMT)
Der Dichter Rainer Maria Rilke führte rege Korrespondenz. Diese solle veröffentlicht werden, so steht es in seinem Testament. Durch die Arbeit des Schweizerischen Literaturarchivs ist nun ein Teil der Briefsammlung digital einsehbar. 1353 Stück: So viele Briefe des Dichters der Moderne sind nun öffentlich zugänglich. Dies ist nur ein Bruchteil des gesamten Briefverkehrs, der eine bedeutende Rolle im literarischen Schaffen Rainer Maria Rilkes einnimmt. Seine letzten Jahre verbrachte der umtriebige Schreiber aus Prag auf Schloss Muzot in Siders (VS). Von dort aus stellte er 1922 das zehn Jahre zuvor begonnene Werk «Duineser Elegien» fertig, das ein Jahr später schliesslich veröffentlicht wurde. Nanny Wunderly-Volkart, an welche der oben abgebildete Brief adressiert ist, war für sieben Jahre die Mäzenin Rilkes. Von 1919 bis zu seinem Tod 1926 führten sie intensiven Briefkontakt.
>> mehr lesen

Superreiche in der Schweiz und der Kryptowährungsboom (Mi, 13 Sep 2017 09:30:00 GMT)
Wer sind die Investoren, die begierig darauf sind, auf den Bitcoin zu setzen? Und welche Pläne hegen sie für ihre frisch gemünzten Digitalanlagevermögen? "Geht es um Digitalwährungen, gibt es nur eine Art von Investoren – jene, die sich wünschen, mehr gekauft zu haben", erklärte Bitcoin-Suisse-Gründer Niklas Nikolajsen gegenüber swissinfo.ch. Die seit 2013 in Zug angesiedelte Handels-, Makler- und Beratungsfirma erlebte in den vergangenen zwölf Monaten eine wahre Nachfrageexplosion. "Die meisten unserer Kunden sind vermögende Privatpersonen [Millionäre oder Milliardäre]", sagte Nikolajsen. "Sie haben entdeckt, dass Kryptowährung (Digitalwährung) eine gute Investition für ihre Portfolios ist. Bei keiner anderen Anlageklasse sah man in letzter Zeit eine derart gute Wertentwicklung." In der Schweiz sind die wichtigsten Akteure im Bereich Kryptowährung Firmen, die auf die neuen Digitalvermögenswerte spezialisiert sind. Mehr und mehr stossen aber auch Superreiche oder institutionelle ...
>> mehr lesen

Selbstfahrende Busse kommen gut an (Mi, 13 Sep 2017 08:10:00 GMT)
Es gibt bisher nur einen Ort in der Schweiz, wo man einem fahrenden Postauto ohne Chauffeur begegnet: Seit einem Jahr fahren zwei solche selbstfahrende Busse in Sitten durch die Strassen. Die Post zieht eine positive Bilanz und weitete den Pilotversuch auf Bern aus.
>> mehr lesen

Das erste zertifizierte Elektroflugzeug (Di, 12 Sep 2017 15:35:00 GMT)
Das Antares Elektro-Segelflugzeug von Lange Aviation war das erste Elektroflugzeug, das mit Elektromotor zertifiziert wurde. Pilot Karl Olsen entwickelte die Software. (Julie Hunt, swissinfo.ch) 
>> mehr lesen

Leise surren die Motoren (Di, 12 Sep 2017 14:30:00 GMT)
Noch spricht kaum jemand von elektrischer Fliegerei, doch die Entwicklung schreitet rasch voran. Erstmals in Europa hat sich am Wochenende in Grenchen alles getroffen, was in der Elektroflug-Szene Rang und Namen hat. Applaus für die Landung eines Kleinflugzeugs. Das hat Pilot Frank Anton, der am Samstag den Magnus E-Fusion mit Elektro-Antrieb von Siemens auf dem Flughafen Grenchen gelandet hat, noch nie erlebt. Publikum und Fotografen feiern den Leiter Elektroflugzeuge von Siemens auf dem Rollfeld wie einen Rockstar. Auch die anderen Kleinflugzeuge im Hangar und auf dem Rollfeld erhalten trotz Regen viel Aufmerksamkeit. Zum Teil sehen sie ganz normal aus. Einige ähneln Segelflugzeugen oder Ultraleicht-Fliegern. Meistens ist auch der Pilot oder die Pilotin nicht weit, um Fragen zu beantworten. Mit der Smartflyer Challenge fand am Wochenende erstmals ein Treffen von elektrisch oder hybrid betriebenen Flugzeugen in Europa statt, unter dem Motto: "Die Zukunft ist elektrisch". "Wir ...
>> mehr lesen

Ein Schweizer Superleichtgewicht (Di, 12 Sep 2017 14:02:00 GMT)
Er heisst wie ein Flugsaurier, doch der "Archaopteryx" ist ein elektrifiziertes Segelflugzeug von lediglich 88 Kilogramm, das auf kleinstem Raum landen kann. (Julie Hunt, swissinfo.ch) 
>> mehr lesen

Das erste voll elektrische Kunstflug-Trainingsflugzeug (Di, 12 Sep 2017 14:02:00 GMT)
Frank Anton, Leiter Elektroflugzeuge bei Siemens auf, flog im Magnus E-Fusion, dem ersten voll elektrischen Flugakrobatik-Trainingsflugzeug, in Grenchen ein. (Julie Hunt, swissinfo.ch)  ​ 
>> mehr lesen

"In 20 Jahren sind wir auf dem Mars" (Mo, 11 Sep 2017 12:00:00 GMT)
Der Berner Oberländer Thomas Zurbuchen ist Forschungschef der Nasa. Im Gespräch mit der Tageszeitung Blick spricht der Herrscher über 5,85 Milliarden Dollar die wichtigsten Missionen der US- Raumfahrtbehörde und die Frage an, ob anderes Leben im Weltall möglich ist. Thomas Zurbuchen, was suchen Sie genau im Weltall? Thomas Zurbuchen: Es geht immer um die eine Frage: Gibt es im Universum noch anderes Leben als unseres? Das Leben auf der Erde ist bis heute das Einzige, das wir kennen. Ein Prediger-Sohn im All Thomas Zurbuchen (49) ist der Sohn eines Predigers aus Heiligenschwendi im Kanton Bern und der erste Studierte in seiner Familie. Seit 2016 führte er als Forschungsleiter der US-Raumfahrtbehörde Nasa 104 Weltraummissionen mit einem Budget von 5,85 Milliarden Dollar durch. 1996 machte er sein Doktorat in Astrophysik an der Uni Bern und erhielt einen Preis des Schweizerischen Nationalfonds. Zwei Wochen später reiste er in die USA und blieb. Seit 2008 ist er ordentlicher ...
>> mehr lesen

Big Data auf der Spur (Sa, 9 Sep 2017 09:00:00 GMT)
Die fünfte Scientifica der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) und der Universität Zürich war gemäss den Veranstaltern ein Publikumserfolg. Was Daten verraten, wollten an diesem Wochenende über 30'000 Besucher wissen. Big Data, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Internet of Things – viele Begriffe sind zurzeit in aller Munde, aber was bedeuten sie genau? An den Zürcher Wissenschaftstagen erhielten die Besucher Informationen aus erster Hand und konnten die Forschenden der Hochschule mit ihren Fragen löchern. Über 60 Stände waren übers Gelände verteilt, die komplexe Themen optisch und physisch begreifbar machten. Forschende hielten an diesen zwei Tagen fast 40 Kurzvorlesungen. Ausserdem wurden Workshops angeboten. Die Science Cafés, in denen Expertinnen und Experten ein Inputreferat hielten, um dann mit dem Publikum über Themen wie künstliche Intelligenz bei Geldanlagen, Datenjournalismus oder Genderfragen in der Medizin zu diskutieren, waren sehr gut besucht. An ...
>> mehr lesen

Krebs-Wundermittel aus neuer Forschungs-Kooperation? (Di, 5 Sep 2017 14:00:00 GMT)
US-Behörden haben ein Medikament des Schweizer Pharmariesen Novartis gegen Leukämie freigegeben. Dieses soll den Durchbruch für die Therapie gegen eine besonders aggressive Art von Blutkrebs bringen. Das grüne Licht ist aber auch wegweisend für die Biotech-Forschung, denn Novartis hat den Wirkstoff zusammen mit Forschern von Universitäten entwickelt. Die Freigabe des Leukämie-Medikaments Kymriah von vergangener Woche durch die US-Arzneimittelbehörde FDA (US Food and Drug Administration) machte Schlagzeilen rund um den Globus. Dies nicht zuletzt wegen des schwindelerregenden Preises für das neue Medikament: Die einmalige Behandlung, eine Wiederholung ist nicht nötig, kostet 457'000 Schweizer Franken, also fast eine halbe Million.  Hauptgrund dafür: Novartis stellt für jeden Patienten eine individuelle, spezifisch auf dessen Krebsbild zugeschnitte Formel her. Die Freigabe kam auch viel rascher als erwartet. Grund war der Erfolg einer klinischen Testreihe: Darin überwanden 52 von ...
>> mehr lesen

Auslandschweizer feiert seinen 109. Geburtstag (Di, 5 Sep 2017 13:27:00 GMT)
Rodolphe Buxcel, ein Waadtländer, der in der Schweizer Kolonie Chabag im zaristischen Russland geboren wurde, dürfte wohl der älteste Schweizer weltweit sein. An diesem Dienstag kann er in Michigan in den USA seinen 109. Geburtstag feiern. Rodolphe Buxcel, geboren am 5. September 1908, steht auch am Tag seines 109. Geburtstags wie jeden Morgen um sechs Uhr in der Früh auf. Er ist nicht mehr so mobil, und seine Tochter Erika muss ihm mehrmals die gleiche Frage stellen, auf Französisch und Spanisch. Das ist für einen Mann, der wohl der älteste Schweizer weltweit ist, nicht erstaunlich: "Ich hätte nie gedacht, dass er so alt werden würde. Als er jünger war, hatte er Probleme mit dem Magen", erzählt Erika, die sich in Baroda am Michigan-See um ihn kümmert, seit sie in die USA emigriert sind. Schweizer Kolonie von Chabag 1822 gründeten Waadtländer in Russland das Winzerdorf Chabag. Der russische Zar hatte den Schweizern das Land überlassen. Die Fläche umfasste 50 km2. Gemäss ...
>> mehr lesen

Schweizer Präzision für die Suche nach Leben im All (So, 3 Sep 2017 09:00:00 GMT)
Ein kleines Teleskop weckt grosse Hoffnungen. Ende 2018 wird Europa den Schweizer "Cheops" ins All schiessen. Mit diesem Teleskop sollen Planeten genauer untersucht werden können, die einige Parallaxensekunden von der Erde entfernt sind und auf denen Leben existieren könnte. "Unsere Mission ist in ihrem Ansatz sehr schweizerisch", sagt Willy Benz, Physiker an der Universität Bern. "Andere Teleskope beobachten tausende Sterne, um neue Planeten zu entdecken. Cheops nimmt einen Stern aufs Mal unter die Lupe und kann bei den interessantesten der bereits entdeckten Planeten gewisse Parameter mit hoher Präzision messen", erklärt der Forschungsleiter von Cheops. Das Ziel dieser Mission ist in seinem Namen (auf Englisch) festgeschrieben: "Satellit zur Charakterisierung von Exoplaneten". Zum Verständnis: Exoplaneten sind Planeten, die um Sterne kreisen, die unserer Sonne ähnlich sind. Auch wenn man schon immer vermutete, dass solche Planeten existieren, wurde der erste von ihnen erst 1995 ...
>> mehr lesen

Wird das Wandern in den Schweizer Alpen gefährlicher? (Fr, 1 Sep 2017 08:39:00 GMT)
Das Dorf Bondo im Kanton Graubünden wurde in den letzten Tagen von einem Bergsturz und Murgängen heimgesucht. Acht Wanderer werden vermisst. Letzte Nacht stürzten erneut Gesteinsmassen ins Tal. Wie wird die Sicherheit der Wanderwege in Regionen gewährleistet, wo solche Naturgewalten drohen. 65'000 Kilometer, mehr als eineinhalb Mal um die Erde. So lang ist das Netz der Schweizer Wanderwege. Die Sicherung der Wanderwege ist Sache der Kantone, Gemeinden und lokaler Organisationen, die sich in ihren Regionen um die Pfade kümmern, Wegweiser und Warnschilder aufstellen oder die Wege sperren, wenn die Risiken zu gross sind. Mit dem Eintrag eines Wanderwegs in einen so genannten Sachplan und der entsprechenden Markierung übernehmen die Behörden eine gewisse Verantwortung. Die Abgrenzung zwischen Eigen- und Behördenverantwortung lässt sich aber in der Praxis nicht genau bestimmen. Wer im alpinen Raum - auch auf signalisierten Routen - wandert, nimmt je nach Region ein mehr oder weniger ...
>> mehr lesen

Aufräumarbeiten nach Bergsturz werden zum Wettlauf (Di, 29 Aug 2017 09:08:00 GMT)
Auch fünf Tage nach dem gewaltigen Bergsturz bleibt die Lage im Südbündner Bergdorf Bondo äusserst angespannt. Es herrscht grosse Angst vor weiteren Murgängen. Das Auffangbecken für Schutt und Geröll muss möglichst schnell geleert werden.
>> mehr lesen

Der Rassentheoretiker bleibt Ehrenmitglied im Alpenclub (Mo, 28 Aug 2017 14:00:00 GMT)
Das Agassizhorn in den Berner Alpen ist nach einem Schweizer Gletscherforscher aus dem 19. Jahrhundert benannt. Das wäre an sich nichts Besonderes. Doch Louis Agassiz war auch ein Rassentheoretiker und vehementer Verfechter der Rassentrennung in den USA. Nach den gewaltsamen Ausschreitungen von Neonazis und Anhängern des Ku-Klux-Klans in Charlottesville in den USA steigt die konfliktreiche Vergangenheit des Landes wieder an die Oberfläche. Die Wunden des Bürgerkriegs (1861-1865) reissen wieder auf, nachdem man die Rassenfrage längst für überwunden hielt. In Charlottesville (und in vielen anderen Städten im Land) wird zurzeit teilweise heftig darüber debattiert, ob Statuen von Konföderierten-Generälen wie Robert E. Lee entfernt werden sollen oder nicht. Nach den Ausschreitungen in Charlottesville wurden Konföderierten-Denkmäler unter anderem in Baltimore aus Angst vor Protesten über Nacht entfernt. In der Schweiz sorgt eine historische Figur, die mit der Geschichte der ...
>> mehr lesen

Geschichte eines Sumpfes, der zu einem spriessenden Garten wurde (Mo, 21 Aug 2017 09:00:00 GMT)
Es war das bisher grösste Wasserbau-Projekt in der Geschichte der Schweiz. Mit der vor 150 Jahren in Angriff genommenen Juragewässer-Korrektion wurden mehr als 400 km2 Sumpf zu Ackerland umgewandelt. Dies ging nicht ganz ohne Probleme, wie eine Wanderausstellung in Erinnerung ruft. "Wahrlich ein trauriger, schrecklicher Anblick, so viele tausend Jucharten fruchtbares Land mit all seinen Früchten unter Wasser begraben zu sehen! (...) Die drei Seen von Murten, Neuenburg und Biel scheinen nur ein grosses Wasserbecken zu bilden. (...) Unsere Kornfelder sind mit Schlamm, Sand und Kies überfahren, in wenigen Tagen, besonders wenn, wie es scheint, heisse Witterung eintreten sollte, werde wir kein gesundes Aehrlein mehr haben. Die Kartoffeln sind durchaus verloren, die Dörfer mit zusammengeführtem Unrat angefüllt und die Wohnungen die Zufluchtsstätten allen Ungeziefers geworden." Dies schrieb Johann Rudolf Schneider (1804-1880) 1832, nachdem schreckliche Überschwemmungen ein weiteres Mal ...
>> mehr lesen

Jugendliche kennen Computer nur oberflächlich (Di, 15 Aug 2017 07:11:00 GMT)
Jugendliche kennen sich gut aus mit Computern - wenn sie funktionieren. Geht es jedoch ums Programmieren, sieht es weniger gut aus. 25'000 Informatiker und Informatikerinnen werden der Schweizer Wirtschaft in den nächsten Jahren fehlen. Und die kämpft nun gegen diesen Mangel.
>> mehr lesen

Im reichen Zürich sprechen die Leute nicht mehr miteinander (Sa, 12 Aug 2017 10:00:00 GMT)
Zürich ist eine Stadt, in der das Deponieren von Millionen auf einer Bank einfacher ist als jemandem in die Augen zu schauen. Der Debut-Spielfilm des Schweizers Cyril Schäublin, "Dene wos guet geit", tritt am Filmfestival Locarno in der Wettbewerbsreihe "Cineasti del presente" an. Es ist ein intelligentes und sensibles Porträt einer Stadt, die zwischen Armen und Reichen, Jungen und Alten geteilt ist. Alice arbeitet in einem Callcenter in der Peripherie von Zürich, zusammen mit anderen jungen Angestellten. Jeder vor seinem Bildschirm, die Ohren mit Kopfhörern bedeckt, verkaufen sie Internet-Abos oder Versicherungsprodukte an Unbekannte, die das Telefon abnehmen. Die einsamen Betagten sind leichte Beute in einer Gesellschaft, in der Alter mit Altenheim gleichgesetzt wird. Ab hier beginnt die von Cyril Schäublin beschriebene Einsamkeit. Die Handlung des Films kreist um Alice, die ihre auf der Arbeit geknüpften Kontakte für einen "Enkeltrick" nutzt und Betagte um ihr Geld bringt.
>> mehr lesen

Können Schweizer Daten helfen, Schwindler zu entlarven? (Fr, 11 Aug 2017 12:30:00 GMT)
Schweizer Forscher,  die auf dem Jungfraujoch Treibhausgas-Emissionen messen, bemühen sich darum, dass ihre Daten für die Kontrolle der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens anerkannt werden. Vor allem, weil ihre Messungen manchmal belegen, dass Emissionen höher liegen, als von den einzelnen Ländern rapportiert. Die hochalpine Schweizer Messstation befindet sich auf dem Jungfraujoch, wenige Meter über der höchsten Stelle Europas, die mit einer Bahn erreicht werden kann. Sie ist eine von nur drei Forschungsstationen weltweit, welche die Quellen von Treibhausgas-Emissionen über eine Region hinweg erfassen können, die sich über mehrere Länder erstreckt. Die anderen beiden solchen Stationen liegen in Irland und in Australien. Stefan Reimann ist einer der Wissenschaftler der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA), die auf dem Jungfraujoch die Konzentration der Schadstoffe erfassen und auch deren Quellen lokalisieren. Die Forschungsstation könne, abhängig von ...
>> mehr lesen

Dieser Mann will den Staat Schweiz auf dem Smartphone (Fr, 4 Aug 2017 09:00:00 GMT)
Er ist ehemaliger Investmentbanker und möchte nichts weniger als den Schweizer Staat digital umkrempeln: Civic-Tech-Pionier Daniel Gasteiger. Er sei naiv, sagt er von sich selber. Genau diese Naivität könnte ihm bei seiner Mission zugutekommen. "Eine Journalistin eines Lokalradios hat mich soeben gefragt, wieso wir ausgerechnet mit dem kleinen Kanton Schaffhausen zusammenarbeiten", sagt Daniel Gasteiger. "Ganz einfach: Weil sie dort innovativ sind!" Gasteiger interessiert sich für First Movers, wie Pioniere auf neudeutsch heissen. Er ist selbst einer. Soeben hat sein Blockchain-Startup Procivis bekanntgegeben, mit dem Kanton Schaffhausen eine digitale Identität für die Bürger aufzubauen. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Auf nationaler Ebene wird dieses Mammutprojekt frühestens in vier Jahren spruchreif werden, ging doch gerade die Anhörung zur entsprechenden Vorlage, dem Gesetz zur E-ID, zu Ende. "Die Schweiz ...
>> mehr lesen

"Ich bin zu 100 Prozent US-Swiss" (Fr, 4 Aug 2017 06:00:00 GMT)
Die Präsidentin des grössten Schweiz-Centers in Amerika weinte, als sie zum ersten Mal auf dem Hof ihres Urgrossvaters im Emmental stand. Aber auch, als der Organist in Einsiedeln die US-Hymne spielte. Wenn Beth Zurbuchen in einem Flugzeug von der Schweiz nach Amerika sitzt und neben ihr Kinder quengeln, dann denkt sie: "Beth, hör auf, dich zu ärgern, du sitzt in einem Flugzeug, nicht in einem Schiff." Auf gut Englisch sagt sie auch: "We got fat and lazy, man!" Fett und faul sei man geworden. Beth Zurbuchen ist Amerikanerin und doch Vollblut-Schweizerin. Sie ist Präsidentin des grössten Schweiz-Centers auf dem amerikanischen Kontinent, des Swiss Center of North America in New Glarus, Wisconsin.  Aus dem Emmental, aus Glarus, Andeer und dem Thurgau reisten ihre Vorfahren in die USA. Genetisch ist sie hundert Prozent Schweizerin wegen ihrer Urgrosseltern. Aus dem Emmental, aus Glarus, Andeer und dem Thurgau reisten ihre Vorfahren nach Amerika. Das war in den Jahren zwischen 1882 ...
>> mehr lesen

"Für die Schweizer Gletscher ist es zu spät" (Do, 3 Aug 2017 13:00:00 GMT)
​​​​​​​ Ob verwitterte Kleider, Bergschuhe oder eine mumifizierte Hand: Die Gletscher geben diesen Sommer die sterblichen Überreste von Vermissten frei. Sie schmelzen rasant. Bis in 80 Jahren wird es sie in der Schweiz wohl kaum mehr geben. Die Gletscher ziehen sich seit mehr als 160 Jahren zurück – und geben immer mehr Vermisste frei. In den letzten Wochen sorgten gleich drei Funde, zwei in der Schweiz und einer in Frankreich, für Schlagzeilen: - Auf dem Tsanfleuron-Gletscher werden zwei leblose Körper gefunden. Es handelt sich um ein seit 1942 vermisstes Ehepaars. Der Mann und die Frau waren von Chandolin bei Savièse aus zu Fuss aufgebrochen, um das Vieh auf der Alp im Kanton Bern zu füttern und kamen nie zurück.​​​​​​​ - Der Fund einer menschlichen Hand und eines Oberschenkels am Bossons-Gletscher am Mont Blanc steht möglicherweise im Zusammenhang mit zwei Flugzeugabstürzen in der Region in den Jahren 1966 und 1950. Die französische Polizei lässt die Überreste ...
>> mehr lesen

Label für Innovationen aus der Schweiz liegt auf dem Tisch (Di, 25 Jul 2017 14:00:00 GMT)
Forscherinnen und Forscher der Universitäten Bern und Neuenburg fordern eine neue nationale Politik, um Schweizer Innovationen international stärker hervorzuheben. "Swiss innovated", ein neues Label, soll den Ruf der Schweiz als Weltmeisterin der Innovation stärken. Das auf der ganzen Welt bekannte und geschätzte Siegel "Swiss made" könnte in Zukunft Konkurrenz erhalten von einem anderen Label. Dieses zielt darauf ab, Schweizer Wissen und Kreativität stärker sichtbar zu machen. Sein Name: "Swiss innovated". Dies ist eine der Hauptideen, die Wissenschaftler von den Universitäten Neuenburg und Bern in einem jüngst veröffentlichten Perspektivenpapier präsentieren. Thema der Studie: Die Zukunft der Schweizer Innovationspolitik. Schweiz bleibt Nr. 1 in Innovation Zum siebten Mal in die Folge lag die Schweiz 2017 bei dem von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) veröffentlichten Globalen Innovationsindex auf dem ersten Rang. Auf den weiteren Plätzen folgten Schweden, die ...
>> mehr lesen

Mann, Frau, homo, hetero – die Grenzen verschwinden (Mo, 24 Jul 2017 09:00:00 GMT)
Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender bilden die so genannte LGBT-Gruppe. Viele Menschen dieser sexuellen Orientierungen oder geschlechtlichen Identität seien nach wie vor Opfer von Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung, sagt Caroline Dayer, Expertin für Genderfragen. Aus dem Akronym LGBT ist in den letzten Jahren LGBTIQ geworden, weil sich neue Gruppen angeschlossen haben, die eine bi-polare Sichtweise von Sexualität ablehnen. swissinfo.ch:  Queer, Pansexualität, Asexualität: In den letzten Jahren tauchen immer neue Terminologien auf, vor allem bei jungen Menschen, um eine sexuelle Orientierung oder Identität zu definieren. Welche Bedürfnisse decken solche Definitionen ab? Caroline Dayer: Das Aufkommen immer neuer Begriffe ist der Spiegel einer neuen Realität. Die Diversität und zunehmende Flexibilität im sexuellen Leben bringen ein althergebrachtes Denken ins Wanken, das in der westlichen Welt lang verbreitet war. Die jungen Leute lehnen eine Sichtweise ab, die zwei ...
>> mehr lesen

Demokratie braucht die Vielfalt des Volks (So, 23 Jul 2017 09:00:00 GMT)
Was Demokratie angeht, ist er auf dem neusten Stand: Daniel Kübler, Leiter des Schweizerischen Forschungsprogramms NCCR Democracy. Nach über zwölf Jahren und 50 realisierten Projekten endet dieses im September 2017. Obwohl die Populisten marschieren, bleibt der Politikwissenschaftler optimistisch. Es ist vor allem der Zulauf der populistisch-autoritären Führerfiguren, der den Verfechtern der demokratischen Regierungsform Sorgen bereitet. Auch Daniel Kübler, Professor für Politikwissenschaften an der Universität Zürich und Direktionsmitglied des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA), beschäftigt deren Aufschwung. Im grossangelegten, interdisziplinären Forschungsschwerpunkt "Herausforderungen für die Demokratie im 21. Jahrhundert", dessen Leitung er vor fünf Jahren von Hanspeter Kriesi übernommen hat, nahmen Kübler und seine Teams neben dem Populismus auch die Globalisierung und die Rolle der Medien unter die Lupe. swissinfo.ch: Sind Sie sehr beunruhigt über den Zustand der ...
>> mehr lesen

Schweiz als fruchtbarer Boden für Zukunftsnahrung (Fr, 21 Jul 2017 14:00:00 GMT)
In der Schweiz – für ihre Innovationskraft bekannt – haben sich zahlreiche Startup-Firmen angesiedelt, die neue Landwirtschafts- und Lebensmittel-Technologien entwickeln. In Molondin im ländlichen Waadtland, wird in einem europaweit einzigartigen landwirtschaftlichen Kompetenzzentrum (Agropôle) die Nahrung der Zukunft getestet. Ein Besuch.​​​​​​​
>> mehr lesen