So

07

Feb

2010

ÖBB: Weniger Fahrdienstleiter, mehr Technik

Die ÖBB läuten schrittweise das Ende der Fahrdienstleiter in Salzburger Bahnhöfen ein. Ab März 2010 sind Hallein und Golling (beide Tennengau) ohne Fahrdienstleiter. Noch heuer folgen Sulzau (Pongau) und Salzburg-Gnigl.

 

Bericht ORF Salzburg

Die Aufgaben übernimmt die neue Betriebsführungszentrale auf dem Hauptbahnhof. Diese soll mehr Sicherheit bieten. Langfristig soll zudem Personal eingespart werden. Aktuell verliere jedoch niemand den Job, beruhigt ÖBB- Betriebsratsvorsitzender Georg Russegger.

 

Ein Teil der freiwerdenden Fahrdienstleiter übersiedelt in die neue Betriebsführungszentrale auf dem Hauptbahnhof. Von dort werden künftig alle Züge auf den Strecken in Salzburg und im angrenzenden Oberösterreich automatisch koordiniert.

Junge Fahrdienstleiter bald am Abstellgleis?
Bei den Fahrdienstleitern der ÖBB wächst die Angst vor dem Jobverlust. Viele Junge kommen nicht mehr in den Genuss des Kündigungsschutzes. Und bereits in einigen Jahren sollen die Bahnhöfe automatisch gesteuert werden.

"Junge müssen mit Kündigung rechnen"
Eisenbahngewerkschafter Walter Androschin jetzt Vorsitzender der Transport und Dienstleistungsgewerkschaft vida, kennt die Gespräche mit jungen Kollegen, die weniger als 15 Jahre im Dienst der ÖBB stehen und daher keinen Kündigungsschutz mehr haben.

"Das heißt, dass in einigen Bereichen, wo die Rationalisierung um sich greift, junge Menschen, die jetzt im Job sind, auch damit rechnen, dass sie sich - falls eine Veränderung möglich ist - verändern müssen oder dass sie auch gekündigt werden", erklärt Androschin.

Ein interner Wechsel sei seit der "Zerschlagung" der ÖBB in verschiedene Gesellschaften nur mehr schwer möglich. Denn untereinander werde kaum Personal ausgetauscht, sagt Androschin.

Automatisierung nicht aufhalten
Gross sei die Arbeitsplatzangst vor allem bei jungen Fahrdienstleitern: "Bei den Fahrdienstleitern wird es so sein, dass in etwa acht, neun Jahren das gesamte Bundesland und der angrenzende Raum - zumindest was die Hauptstrecken betrifft - von einer Stelle ferngesteuert wird", so Androschin.

Es werde also zunehmend Geisterbahnhöfe geben und diese würden nicht mehr mit Fahrdienstleitern vor Ort besetzt sein - auch in großen Bereichen wie Schwarzach und Bischofshofen nicht mehr, meint der Gewerkschafter.

Die Automatisierung könne und wolle die Gewerkschaft aber nicht aufhalten, schließlich diene sie auch der Sicherheit, sagt Androschin, der sich längerfristig auch bei den ÖBB auf Verhandlungen über Sozialpläne einstellt.

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