So

26

Dez

2010

Der Lärmschutz an der ÖBB-Strecke in Gastein ist auf Schiene

Bad Gastein ist dem ersehnten Lärmschutz an der Tauernbahn einen großen Schritt näher. Der unterschriftsreife Vertrag mit den ÖBB, der auch Bad Hofgastein (beide Pongau) betrifft, wurde nun in Bad Gastein politisch abgesegnet.

 

Bericht ORF Salzburg 

Bahnhof Badgastein                                                                        Foto: Marcel Manhart

 

Konkrete  Schritte nach langem Hin und Her
Bad Gastein kämpft schon lange um Lärmschutz, auch beim rechtlichen Einspruch gegen den Neubau der Angertal-Brücke war die Befürchtung von noch mehr Bahnlärm für Politiker des Kurortes ein Motiv.

Die Zusage der ÖBB von September 2010, auf sechs Kilometern der Bahnstrecke auf Bad Gasteiner Territorium den Lärmschutz zu planen, sind nun konkrete Schritte gefolgt.

Auch Hofgasteiner dürften zustimmen
Nach Verhandlungen im November liegt der unterschriftsreife Vertrag vor, und die Gemeindevertretung von Bad Gastein hat ihn am Mittwoch einstimmig beschlossen.

Demnach kann die Planung beginnen, und der Lärmschutz soll bis Herbst 2011 gebaut werden. Auch die Nachbargemeinde Bad Hofgastein habe zugesagt, den Vertrag mit den ÖBB umgehend zu beschliessen, ist aus dem Gasteiner Tal zu erfahren.

 

 

Mehr zum Thema

ÖBB-Ausbau: Hofgastein kritisiert Bad Gastein - Bericht ORF Salzburg vom 22.07.2010

 

Heftig kritisiert die Gemeinde Bad Hofgastein den Nachbarn Bad Gastein (beide Pongau) und eine dortige Bürgerinitiative. Deren Verzögerungstaktik beim Ausbau der ÖBB-Tauernbahn sei Skandal und "Schildbürgerstreich". 

Alte Brücke nun zu sanieren, trotz neuer
Es geht um die neu errichtete und fertige Eisenbahnbrücke beim Hofgasteiner Ortsteil Angertal-Lafen, die seit zwei Jahren nicht befahren werden darf, weil die Nachbargemeinde Bad Gastein einen Einspruch gegen die Inbetriebnahme laufen hat - auf dem Territorium der anderen Gemeinde wohlgemerkt. Damit soll laut Vorstellung von Bad Gasteiner Politikern der gesamte Ausbau der Bahn durch das Tal gestoppt werden.  Währenddessen muss der Bahnverkehr die alte Brücke aus Stahl weiter benutzen, die weit mehr Lärm für alle Anrainer erzeugt. Und weil jetzt die alte Brücke sogar noch saniert werden muss, platzt den Hofgasteinern der Kragen.

Altes Bauwerk: Nadelöhr mit Tempo 30
Über den seit langem fertigen Neubau der Angertalbrücke sollte eigentlich die Eisenbahn längst fahren, doch nur Fußgänger können die 14 Millionen Euro teure Brücke bisher nutzen. Kommt ein Schnellzug daher, muss der über die 105 Jahre alte Konstruktion der historischen Tauernbahn rumpeln - mit Höchsttempo 30. 

Und weil die ÖBB nicht wissen, wie lange der Rechtstreit mit der Gemeinde Bad Gastein und einer dortigen Bürgerinitiative währt, beginnen sie wieder die alte Konstruktion herzurichten.

Kritik an Bad Gastein: "Schildbürgerstreich"
Die rostigen Stellen sind schon angezeichnet, sehr zum Ärger vieler Bad Hofgasteiner und ihrer Gemeinde, sagt deren Bürgermeister Fritz Zettinig (ÖVP), ein Parteifreund des Bad Gasteiner Bürgermeisters Gerhard Steinbauer.

Zettinig kritisiert die Strategien in der Nachbargemeinde nun vehement: "Die alte Brücke darf nicht saniert werden. Das sind Steuergelder, eine Verschwendung und ein Schildbürgerstreich. Die gesamte Bevölkerung steht dahinter, dass die neue Brücke endlich in Betrieb genommen wird. Dass die alte nun wieder aktuell wird, das wollen wir auf jeden Fall verhindern."

Steinbauer weist Kritik zurück
Der Bad Gasteiner Bürgermeister Gerhard Steinbauer (ÖVP) weist die Kritik zurück. Die Hofgasteiner hätten "keine Ahnung", und dass man nicht falsch liege, zeige das Höchstgericht, das den Bad Gasteiner Standpunkt bestätigt habe.  Ausserdem gehe es darum, den zusätzlich drohenden Zugverkehr der ÖBB durch das Gasteiner Tal aus Lärmschutzgründen zu stoppen. Bad Gastein werde den Hofgasteiner Forderungen nicht entsprechen, so Steinbauer. 

Druck gegen Einsprüche der "Bader"
Die Einsprüche gegen die neue ÖBB-Brücke durch Bad Gastein müssten rasch zurückgezogen werden, fordert dagegen der Hofgasteiner Bürgermeister Zettinig - weil das neue Bauwerk effektiven Lärmschutz biete für die Anrainer; allesamt Hofgasteiner. Die Gemeinde Bad Hofgastein will nun weiter Druck machen, damit die neue Eisenbahnbrücke nicht länger nur für Fussgänger nutzbar ist.

Im Streit um die Angertalbrücke der ÖBB in Gastein (Pongau) zeichnet sich nun eine Entspannung ab. Ein Einspruch der Gemeinde Bad Gastein verhindert schon seit längerer Zeit die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Brücke.

Gemeinsamer Vertrag für Bestandslärmschutz
Mit dem Einspruch will Bad Gastein weitere Lärmschutzwände an der Bahnstrecke erreichen, ohne dafür selbst bezahlen zu müssen. Nach einem Treffen wollen sich alle Beteiligten nun um eine gemeinsame Lösung bemühen, betont der für ÖBB Neu- und Ausbauten verantwortliche Projektleiter Hans Wehr.

"Bad Hofgastein und Badgastein werden einen gemeinsamen Bestandslärmschutz-Vertrag schließen, der noch heuer zum Abschluss kommen soll. Dieser Vertrag ist Voraussetzung dafür, dass die Schwierigkeiten, die die Streitparteien dort einander bereitet haben, ein Ende finden sollten."

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Kommentare: 1
  • #1

    Prof. Gunter Swoboda (Mittwoch, 30 November 2011 19:19)

    Das war Dezember 2010 nun haben wir Dezember 2011 und die Geschichte die eine Schande für Österreich ist hat kein Ende. Es gibt keinen technischen Zusammenhang zwischen der berechtigten Forderung nach Schallschutz und der Fertigstellung der Angertalbrücke. Der Weg der Gemeinde Badgastein ist primitive Erpressung. Die einzig adequate Antwort wäre: Schnellzüge bleiben nicht mehr in Badgastein stehen.