So

20

Mär

2011

Die SBB verzichtet auf eine Klimatisierung bei den 180 Bpm 51

Die SBB saniert 180 einstöckige Reisezugwagen 2. Klasse des Typs "Bpm 51".   Damit  wird  deren schweizweiter Einsatz bis ins Jahr 2020 möglich. 

 

Aus technischen und finanziellen Gründen werden die Wagen nicht klimatisiert – dies entgegen der ersten Ankündigung vor Jahresfrist. Ausschlaggebend dafür waren die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Machbarkeitsstudie.

Oftmals werden die Bpm 51 auch am Gotthard als Zusatzwagen eingesetzt, wie hier die beiden ersten Wagen am Interregio Locarno - Zürich HB               Foto: Marcel Manhart

 

Für 58,5 Mio Franken sanieren die SBB Industriewerke Olten und Bellinzona bis 2014 180 Reisezugwagen des Typs Bpm 51. Damit wird deren schweizweiter Einsatz bis ins Jahr 2020 möglich. Die Arbeiten umfassen die Aufarbeitung der Drehgestelle, eine neue Notbremsanforderung, die Automatisierung der Einstiegstüren inklusive deren seitenselektiver Öffnung, neue Sitzpolsterungen und Rostreparaturen am Wagenkasten.

Im Februar 2010 hat der SBB Verwaltungsrat entschieden, 180 einstöckige Reisezugwagen 2.Klasse des Typs Bpm 51 aufzuwerten und ursprünglich auch zu klimatisieren. Eine Machbarkeitsstudie hat nun gezeigt, dass die Klimatisierung der durchschnittlich 35-jährigen Fahrzeuge mit hohen Kosten und Risiken verbunden ist. Mit Blick auf das hohe Alter und die beschränkte Einsatzdauer der Fahrzeuge ist eine Klimatisierung deshalb unverhältnismässig. Die 1.Klasse im Fernverkehr ist bereits heute weitgehend klimatisiert. Bis ins Jahr 2018 sind sämtliche 2.-Klasse-Fahrzeuge des Regelverkehrs ebenfalls durchgehend klimatisiert.

Auch künftig werden die Bpm 51 zwischen Genf und Brig, auf der Linie Basel–Aarau–Zürich–Ziegelbrücke–Chur, am Gotthard sowie bei Bedarf eingesetzt. Die Wagen verkehren immer gemeinsam mit klimatisierten Wagen des Typs EW IV und EC. So ist heute zum Beispiel bei einer Grundkomposition im Wallis einer von fünf 2.-Klasse-Wagen ein Bpm 51.

Angesichts der sich in den nächsten Jahren abzeichnenden Engpässe beim Rollmaterial treibt die SBB die Erneuerung bestehender und die Beschaffung neuer Fahrzeuge voran. Insgesamt investiert die SBB bis 2030 rund 20 Mrd Franken in neue und modernisierte Fahrzeuge.

Interregio  Genève-Aéroport - Brig:  Neben dem klimatisierten  Bpm 61 ist am Schluss des Zuges ein Bpm 51 eingereiht                                                    Foto: Marcel Manhart

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Dominik (Freitag, 18 März 2011 23:01)

    Werden aber die Fenster schon ersetzt, damit das Wasser bei Schnee/Regen nicht mehr reinrinnt?!? Diese Wagen werden auch beim IC Chur-Zürich eingesetzt - für mich eine Zumutung.

  • #2

    info24 (Samstag, 19 März 2011 00:14)

    Doch sicher, davon kannst Du ausgehen, dass die Fenster saniert werden.

    Mit welchem IC fährst Du denn nach Zürich? In den IC-Zügen Chur-Zürich werden die Bpm 51 aber nur als Verstärkungswagen eingesetzt. Hingegen sind sie in den IR-Zügen Chur-Zürich im planmässigen Einsatz, aber auch hier immer zusammen mit moderneren (klimatisierten....) Wagen.

  • #3

    Steven (Mittwoch, 30 März 2011 21:18)

    Also das mit den Automatischen Türen halte ich für genauso Sinnlos wie eine Klimaanlage. Ich habe es bei diesen Wagen noch nie erlebt das einer die Türe nicht aufbekommen hat, das geht doch total leicht (nicht vergleichbar mit den DB Wagen...)

  • #4

    info24 (Mittwoch, 30 März 2011 21:45)

    Ein wichtiger Grund für die neuen Türen ist, dass es bei diesen automatischen Türen möglich sein wird, sie seitenselektiv nur auf der Perronseite zu öffnen bzw. bei einem Halt auf offener Strecke zu blockieren. Dies dient der Sicherheit der Reisenden.