Mo

12

Dez

2011

Vorarlberger und Tiroler Grüne fordern Ausbau der ÖBB-Arlbergstrecke

Während die ÖBB im Osten Österreichs in den kommenden Jahren in infrastrukturelle Grossprojekte und die Verkürzung der Fahrzeiten investierten, fliesse kaum etwas von den im ÖBB-Zielnetz 2025+ angekündigten 49 Mrd. Euro in den Schienenausbau westlich von Innsbruck. “Eine zukunftsfähige Bahn, die eine attraktive Alternative zur Strasse sein soll, darf nicht in Salzburg enden”, so die Klubobleute Johannes Rauch (Vorarlberg) und Georg Willi (Tirol).

Ein ÖBB-Railjet bei Braz in Vorarlberg                                             Foto: Marcel Manhart

 

Vorarlberger  und  Tiroler  Grüne  forderten  in  koordinierten  Pressekonferenzen in Bregenz und Innsbruck Investitionen zum Ausbau der Bahnstrecke über den Arlberg.

 

Aus der “Kaiser-Franz-Josef-Zeit”
Während die ÖBB in der Vergangenheit viel für die Beschleunigung auf ostösterreichischen Strecken getan habe und nun in Grossprojekte wie die Koralmbahn und den Semmering-Basistunnel investieren werde, zuckelten im Westen die Züge über weite Strecken auf einer eingleisigen und kurvigen Trasse, die aus der Zeit der Eröffnung durch Kaiser Franz-Josef stamme. Zwischen Bludenz und Ötztal fahre der Railjet oft weniger als 70 km/h schnell. Auf über 60 Kilometern sei die Strecke eingleisig, wodurch sich wegen Wartezeiten in den Kreuzungsbahnhöfen Verspätungen aufschaukelten. Im Zielnetz 2025+ suche man dennoch vergeblich nach Plänen für diese besonders langsamen Strecken, so die Grünen.

 

“Auf die Barrikaden steigen”
Laut dem Papier werde die Fahrzeit zwischen Salzburg und Innsbruck im Jahr 2025 mit 1:40 Stunden nur unwesentlich kürzer sein als heute, jene zwischen Innsbruck und Bregenz mit 2:24 Stunden gar gleichbleiben, so die Klubobleute. Die Grünen forderten daher zumindest auf Teilstrecken den zweigleisigen Ausbau zwischen Bludenz und Ötztal, kurzfristige Trassenverbesserungen, wo der Verlauf keine aufwändige Streckenverlegung erfordert, und eine Verbindung mit durchgängigem Stundentakt zwischen Vorarlberg und Salzburg sowie die Abwicklung des Güterverkehrs zwischen Vorarlberg und Ostösterreich auf der Schiene. “Die Vorarlberger Landesregierung müsste in einem Schulterschluss mit Tirol auf die Barrikaden steigen”, sagte Rauch.

Sparen würden die Vorarlberger und Tiroler Grünen dafür an anderer Stelle: Man könne den Brenner-Basistunnel einige Jahre nach hinten verlegen, da die neue Unterinntaltrasse ab 2012 auch ohne Tunnel über genug Kapazität verfüge, um große Teile des Transits per Bahn abzuwickeln. Beim Koralm-Tunnel würden sie auf den Ausbau der zweiten Röhre verzichten.

 

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