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19

Jul

2012

Durchmesserlinie Appenzell – St.Gallen – Trogen: Mehr Bahn zum selben Preis

Bis Ende 2016 soll zwischen Appenzell, St.Gallen und Trogen die Durchmesserlinie (DML) der Appenzeller Bahnen (AB) entstehen. Die DML ermöglicht auf dieser Strecke einen Ausbau und somit eine Verbesserung des Angebots im öffentlichen Verkehr. Gleichzeitig wird der Betrieb der Linie für die AB wirtschaftlicher. Die drei beteiligten Kantone St.Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden wollen das Projekt mit massgeblicher Unterstützung des Bundes finanzieren.

 

Medienmitteilung der Appenzeller Bahnen vom 18. Juli 2012

Der Bahnhof der Appenzeller Bahnen in St. Gallen                          Foto: Marcel Manhart

 

 

Die Durchmesserlinie Appenzell−St.Gallen−Trogen (DML) ist ein zukunftsweisendes Projekt, sowohl für die Region wie für die Appenzeller Bahnen als Unternehmen. Nur mit dem Bau der DML ist es möglich, dass Appenzellerland bis Teufen und eventuell später bis nach Gais mit einem attraktiven Viertelstundentakt sowie Eilzügen nach Appenzell zu bedienen. Zwingende Voraussetzung für die Verbesserung des Fahrplans sind die geplanten Infrastruktur-Ausbauten. Die Linien Appenzell − St.Gallen und St.Gallen − Trogen werden am AB−Bahnhof St.Gallen miteinander verbunden. Gleichzeitig werden auf dem Schienennetz zusätzliche Kreuzungsstellen gebaut. Das grösste Bauvorhaben innerhalb der DML ist die Erstellung eines Tunnels vom Riethüsli durch die Ruckhalde, der die heutige Zahnradstrecke ersetzen wird.

 

 

Schnell, sicher, bequem – für eine AB mit Zukunft


Durch das Zusammenspiel aller Teilprojekte wird die Bahn schneller, sicherer und bequemer und somit attraktiver für die Passagiere. So wird der Viertelstundentakt ab Trogen bis Teufen eingeführt und die Fahrgäste profitieren von einer direkten Verbindung ins Stadtzentrum. Durch die Aufhebung mehrerer Bahnübergänge erhöht sich vor allem im Quartier Riethüsli die Sicherheit massgebend. Bahnfahren wird mit der DML für Reisende aber vor allem dank der verbesserten Anschlusssituation an den Knotenbahnhöfen attraktiver. Die Umsteigezeiten an den Fernverkehr werden massiv reduziert, entsprechend verkürzt sich die Reisezeit zwischen Start- und Zielort. Eine attraktivere Bahn wird auch stärker genutzt. Die stark befahrene Teufener Strasse wird so dank grösserer Bahnkapazität vom Individualverkehr entlastet. Damit profitieren auch Autofahrer direkt von dem Projekt.

 

 

Moderne, kostengünstige Züge


Bis zur geplanten Inbetriebnahme der DML werden die Zahnradfahrzeuge auf der Linie St.Gallen – Appenzell das Ende ihrer Gebrauchsdauer erreicht haben. Sie entsprechen zudem nicht mehr den heutigen Kundenansprüchen. Die neuen Fahrzeuge, welche mit der DML beschafft werden, sind kundenfreundliche Niederflurfahrzeuge. Ihre Finanzierung erfolgt vollständig aus eigenen Mitteln der AB. Das neue Rollmaterial wird dank dem Wegfall des Zahnrads sowohl beim Kauf wie im Unterhalt kostengünstiger sein. Das sowie eine Optimierung der Betriebsabläufe, die nur mit der DML möglich wird, sorgen für eine Reduktion der Betriebskosten bei den AB von jährlich 2 Millionen Franken. Die Rechnung des Bundes und der drei Trägerkantone wird damit entlastet beziehungsweise das Bahnangebot zu den heutigen Kosten stark ausgebaut.

 

Die Kosten der Infrastrukturausbauten für die DML betragen rund 90 Millionen Franken. Einen Anteil von rund 41 Millionen Franken daran trägt der Bund aus dem Agglomerationsfonds. Für die restlichen 49 Millionen Franken haben sich die Kantone Appenzell Ausserrhoden (26 Mio.), St.Gallen (16 Mio.) und Appenzell Innerrhoden (7 Mio.) auf einen Verteilschlüssel geeinigt. Ihre politischen Vertreter zeigen sich überzeugt, dass die DML die Standortattraktivität der Region für die Bewohner und die Wirtschaft erhöht und die Agglomeration vom Individualverkehr entlastet.

 

 

Standortvorteile dank starkem öV


„Gute Verbindungen sind das A und O für die Weiterentwicklung unseres Kantons“, sagt die Ausserrhoder Regierungsrätin Marianne Koller-Bohl. Weil gleichzeitig der Gürtel enger geschnallt werden müsse, sei es eine einmalige Chance, dass Ausserrhoden mehr Bahn für gleich viel Geld erhalte. Für den Innerrhoder Landammann Daniel Fässler ist die Durchmesserlinie ein erster Schritt zur Vision, in 30 Minuten von Appenzell nach St.Gallen zu kommen. „Auch wenn viele Innerrhoder auf das Auto angewiesen sind, brauchen wir ein attraktives Angebot im öffentlichen Verkehr“, so Fässler. Der St.Galler Regierungsrat Benedikt Würth weist auf bestehende Kapazitätsengpässe im Ostschweizer Schienennetz hin. Gute Verkehrsverbindungen seien aber zentral für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. „Deshalb haben die Kantone ein neues öV-Konzept ausgearbeitet, und die DML gehört wie das bereits bewilligte S-Bahn-Projekt St.Gallen dazu“, erklärt Würth.

 

Solidarität gefragt


Alle Kantonsvertreter sind zudem überzeugt, dass dank der allgemeinen Attraktivitätssteigerung der Region auch diejenigen Gemeinden von der DML profitieren, die nicht direkt an der Linie der künftigen DML liegen. Bei anderen Projekten im Vorder- und Hinterland wurden zudem immer wieder Kosten von Regionen und Kantonen mitgetragen, die nicht direkt tangiert waren. Auf diese Solidarität setzen die Initianten der Durchmesserlinie auch in diesem Fall.

 

Die DML kann realisiert werden, wenn eine rechtskräftige Plangenehmigung des Bundes sowie die Zustimmung zur Finanzierung der drei Kantone vorliegen. Diese Beschlüsse werden bis im Sommer 2013 erwartet. Verläuft dieser Prozess erfolgreich, ist es möglich, die Durchmesserlinie Ende 2016 in Betrieb zu nehmen.

 

 

Der Bahnhof der Appenzeller Bahnen in St. Gallen                        Fotos: Marcel Manhart


 

Fahrplan

  • Strecke jetzt / mit DML (Einsparung)
  • Teufen–Spisertor 34 min / 20 min (14 min)
  • Speicher–Riethüsli 32 min / 25 min (7 min)

 

Infrastruktur

  • Neuer Tunnel im Riethüsli von rund 700 Meter Länge mit neuer Haltestelle im Quartier Riethüsli
  • Ausbau Güterbahnhof zu einer Doppelspur mit neuer Haltestelle
  • Verbindung der heute getrennten Linien im AB−Bahnhof St.Gallen
  • Weitere Doppelspurausbauten zur Entspannung des Fahrplans

 

Rollmaterial
Es werden sieben neue Züge beschafft. Die fünf auf der Linie St.Gallen - Trogen eingesetzten Züge werden teilweise verlängert oder als Reservefahrzeuge weiter verwendet.

 

«Schnell, sicher, bequem – für eine AB mit Zukunft»


Um die Vorteile der DML auf den Punkt zu bringen, hat die Appenzeller Bahnen AG eine Wort-Bild-Marke kreiert. Diese kommt seit geraumer Zeit auf diversen Plattformen zum Einsatz. In wenigen Worten fasst sie zusammen, welch tragende Rolle die DML für die Region, die Reisenden und das Unternehmen Appenzeller Bahnen hat : schnell, sicher, bequem – für eine AB mit Zukunft.

 

 

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