Mo

11

Feb

2013

ÖBB Bahnhof Strasshof erstrahlt in neuem Glanz

Nach einer Bauzeit von nicht ganz zwei Jahren erstrahlt der ÖBB Bahnhof Strasshof in neuem Glanz. Die Umbauarbeiten, um den Bahnhof den Erfordernissen einer modernen, kundenfreundlichen und barrierefreien Verkehrsstation anzupassen, sind abgeschlossen. Heute wurde die Bevölkerung zu einem Bahnhofsfest eingeladen, bei dem Doris Bures, Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie, Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, Ludwig Deltl, Bürgermeister der Marktgemeinde Strasshof, und Franz Seiser, Vorstandsdirektor der ÖBB-Holding AG, das Schmuckstück im Rahmen eines feierlichen Festaktes eröffneten.

ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif, Bundesministerin für Verkehr,  Innovation und Technologie  Doris  Bures,  Landeshauptmann  Erwin  Pröll,  Bürgermeister  Strasshof Ludwig  Deltl und ÖBB-Vorstand Franz Seiser (v.l.n.r.) bei der heutigen Eröffnung des modernisierten Bahnhofs Strasshof                                                              Foto: © ÖBB 

 

Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie Doris Bures: „Strasshof war einer der ersten Bahnhöfe in Österreich, seit gut 170 Jahren fährt hier die Bahn. Und zugleich sehen wir heute, an dem, wie sich der Bahnhof jetzt präsentiert, dass die Bahn nicht nur eine lange Geschichte, sondern auch sehr viel Zukunft hat. Immer mehr Menschen in Österreich nutzen die umweltfreundliche Bahn. Durch die Investitionen in moderne Bahnhöfe und in den Ausbau der Strecken und durch die intelligente Verknüpfung von Individualverkehr und öffentlichem Verkehr schaffen wir ein modernes, leistungsfähiges und umweltfreundliches Verkehrssystem“.

 

Für Landeshauptmann Erwin Pröll ist der modernisierte Bahnhof in Strasshof ein weiterer Schritt, um den Standort Niederösterreich noch attraktiver zu machen. „In den vergangenen Jahren konnten wir die großen Verkehrsachsen auf Straße und Schiene ausbauen und ertüchtigen. Jetzt geht es darum, die Menschen optimal an diese Hauptachsen anzubinden, indem wir für eine gute Verknüpfung zwischen dem Individualverkehr und dem öffentlichen Verkehr sorgen. Dazu gehören auch moderne Bahnhöfe, die den Umstieg vom Auto auf die Schiene erleichtern“, so Pröll. Wichtig seien aber auch ausreichend Park&Ride-Anlagen, wo derzeit eine große Ausbau-Offensive laufe. So wolle man in Niederösterreich bis 2025 die Zahl der Stellplätze von derzeit 32.000 auf insgesamt 50.000 Plätze aufstocken.

 

 

Stufenloser Weg zum Bahnsteig – Stufenloser Einstieg in die Züge

 

Neben der Erhöhung der Betriebsqualität wurden durch den Umbau vor allem zahlreiche Verbesserungen im Kundenbereich geschaffen. Von der neuen Unterführung aus sind die Bahnsteige barrierefrei mit Liften und Rampen erreichbar. Die Bahnsteighöhe von 55 cm ermöglicht ein bequemes Ein- und Aussteigen. Gerade für Kunden mit schweren Gepäcksstücken, Mütter mit Kinderwägen oder Menschen im Rollstuhl stellen diese Einrichtungen enorme Erleichterungen dar. Im gesamten Bahnhofsbereich wurde ein taktiles Leitsystem für sehbehinderte und blinde Fahrgäste errichtet. Das System ist mit dem Langstock (Blindenstock) sehr gut tastbar und ermöglicht sehbehinderten Menschen eine bessere Orientierung. Umfassend erweitert wurde auch die Park&Ride-Anlage und bietet damit einen zusätzlichen Anreiz zum Umstieg auf die umweltfreundliche Bahn. Das Projekt wurde mit Mitteln aus dem Konjunkturbelebungspaket der Bundesregierung umgesetzt, wobei kundenrelevante Einrichtungen vom Land mitfinanziert wurden.

 

 

Kundenfreundliche Verkehrsstation für mehr Fahrgäste

 

Die getätigten Umbauarbeiten kommen den BürgerInnen bzw. den Bahnkunden von Strasshof zu Gute, sind aber auch für die ÖBB von großer Bedeutung, wie Franz Seiser, Mitglied des Vorstands der ÖBB-Holding AG, betont: „Jeder Bahnhof und jede Haltestelle, die wir im Sinne der Kundenorientierung modernisieren, erneuern und barrierefrei gestalten, ist ein wichtiger Schritt, um das Zugfahren so angenehm und einfach wie möglich zu gestalten. Neben Strasshof werden hier in der Region die Bahnhöfe, wie zum Beispiel in Deutsch- Wagram und Gänserndorf, barrierefrei. Nicht zuletzt auch mit den großen Projekten, wie der Eröffnung der Hochleistungsstrecke von St. Pölten nach Wien oder dem Bau des Semmering- Basistunnels, stellen die ÖBB wichtige Weichen für die Infrastruktur der Zukunft und schaffen Werte für Generationen. Allein in Niederösterreich investieren die ÖBB in den nächsten 6 Jahren fast 3 Mrd. Euro.“

„Durch die gute Zusammenarbeit zwischen ÖBB, Land NÖ und Gemeinde Strasshof im Planungsstadium, sowie auch während der Bauausführung, ist es gelungen, eine wesentliche Verbesserung der Situation für die Bevölkerung von Strasshof zu erreichen. Eine neue Unterführung mit eigenem Fahr-, Fußgänger- sowie Fahrradbereich ermöglicht ein gefahrloses Queren der Bahn. Aber auch die zusätzlichen Parkplätze auf der Park&Ride- Fläche, sowie die Fahrradabstellflächen tragen zur Attraktivierung des Bahnhofes bei und so gibt dieser Neubau auch zusätzliche Impulse für das öffentliche Verkehrsmittel. Aus Strasshofer Sicht kann hier durchaus von einem Jahrhundertprojekt gesprochen werden, denn die alte, bereits verfüllte, Unterführung war schon über 100 Jahre alt“, ergänzt Strasshofs Bürgermeister Ludwig Deltl.

 

 

Massnahmenschwerpunkte

 

• Bahnsteigerneuerung

    - Errichtung von 220 m langen und 55 cm hohen Randbahnsteigen

 

• Barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen sowie Errichtung eines Blindenleitsystems im

   Bahnsteig- und Zugangsbereich

 

• Moderne, bedarfsgerechte Bahnsteigausrüstung inkl. Monitore

 

• Neue Unterführung (der Gemeinde sehr wichtig)

    - Zwei Fahrspuren für PKW-Verkehr, getrennter Geh- und Radweg

    - Durchfahrtshöhe 4,20 m

    - Barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen mittels Aufzügen und

       behindertengerechten Rampen o Abtrag der alten Unterführung

 

• Erweiterung der P&R-Anlage

   - Neuerrichtung von 237 PKW-Stellplätzen sowie Sanierung der 119 bestehenden

     Stellplätze. In Summe stehen nun insgesamt 356 Parkplätze für PKW zur Verfügung.

     Zusätzlich wurden 50 Stellplätze für Motorräder und Mopeds errichtet.

     Die Fahrradabstellflächen wurden überdacht und bieten nun 434 Rädern einen

     witterungsgeschützten Platz.

 

 

Investitionen

 

Das Projekt ist Teil des Konjunkturpakets. Das Investitionsvolumen beläuft sich insgesamt auf rund 29 Mio. Euro, wobei der eigentliche Bahnhofsumbau bei rd. 19 Mio Euro liegt. Darüber hinaus wurden rd. 6 Mio Euro im Rahmen von Reinvestitionen (Erneuerung von Gleisen, Oberleitung etc.) verbaut. Die Kosten für die Erweiterung der Park & Ride – Anlage betragen rund 4 Mio. Euro. Der ÖBB-Anteil beträgt 1,967 Mio. Euro. Das Land zahlt rd. 45 %, das sind 1,74 Mio. Euro. Die Gemeinde leistet einen Beitrag von 193.000,- Euro und übernimmt die Erhaltung.

 

 

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