Mo

05

Aug

2013

Personenkapazitäten Bahnhöfe Schweiz - SBB lanciert Pilotprojekt im Laufental für rascheres Ein- und Aussteigen

An den Bahnhöfen Aesch, Duggingen, Grellingen, Zwingen und Laufen testet die SBB ab dem 16. August 2013 Massnahmen, dank denen die Reisenden ihr gewünschtes Abteil rascher finden sollen. Die SBB erhofft sich, dass dadurch der Fahrgastwechsel beschleunigt werden kann. Das Pilotprojekt im Laufental dauert voraussichtlich ein Jahr.

Neue (bis 16. August noch verhüllte) Anzeige in Zwingen               Foto: Marcel Manhart

 

 

An den Bahnhöfen der SBB werden die Platzverhältnisse für die Reisenden zunehmend knapp. Vor allem während der Hauptverkehrszeiten stossen die Bahnhöfe an ihre Kapazitätsgrenzen; die Reisenden verlieren Zeit beim Ein- und Aussteigen. «Im Netzzustandsbericht 2012 wiesen wir zwölf kapazitätskritische Bahnhöfe aus», sagte Philippe Gauderon, Leiter SBB Infrastruktur, am 5. August 2013 an einer Medienorientierung in Laufen. Diese Zahl werde in den nächsten Jahren zunehmen, denn bis 2040 steigt die Anzahl der Bahnhofnutzenden gemäss Prognosen um bis zu 70 Prozent.

 

Um dem entgegenzuwirken, testet die SBB im Rahmen des Projekts «Personenkapazitäten Bahnhöfe Schweiz» (Pekaba) ab dem 16. August 2013 an fünf Testbahnhöfen im Laufental, wie die Personenflüsse, der Fahrgastwechsel und die Haltezeiten optimiert werden können. «Wir wollen, dass unsere Kundinnen und Kunden ihr gewünschtes Abteil rascher finden», sagte Michael Schürch, Leiter «Bahnzugang» bei SBB Infrastruktur, gegenüber den Medien.

 

 

Kürzere Sektoren zeigen Halteorte der Züge genauer an

 

Dafür teilt die SBB mehrere Perrons in den fünf Testbahnhöfen in gleich lange Sektoren von 50 bis 55 Metern ein. Die im Vergleich zu früher halb so langen Sektoren erlauben es, den Halteort der Züge klarer zu definieren und diesen den Reisenden mit den bestehenden Kundeninformationssystemen genauer anzuzeigen. «Wenn dies für die Kundinnen und Kunden verlässlich und merkbar wird, gewinnen wir beim Fahrgastwechsel wichtige Sekunden, was der Stabilität des Fahrplans und der Pünktlichkeit zugutekommt», sagte Michael Schürch.

 

Die kürzeren Sektoren werden mit Buchstaben bezeichnet und neu an den Sektorgrenzen angezeigt. Dafür verwendet die SBB verschiedene Arten der blauen Sektortafeln: In Laufen kommen mit LED hinterleuchtete Tafeln zum Einsatz; in Duggingen beleuchtete Emaille-Tafeln mit reflektierender Schrift. In Aesch, Grellingen und Zwingen werden die Tafeln nicht beleuchtet. Im Bahnhof Laufen markiert die SBB die Sektoren zusätzlich auf dem Boden, was schweizweit ein Novum ist.

 

 

Tests an weiteren Pilotbahnhöfen geplant

 

Die Massnahmen werden ab dem 16. August 2013 für mindestens ein Jahr getestet und mit Messungen sowie einer Kundenbefragung evaluiert. Danach entscheidet die SBB über das weitere Vorgehen und Tests an anderen Pilotbahnhöfen. «Die Erfahrungen, die wir mit diesen kurzfristigen Massnahmen sammeln, helfen uns, die langfristige Strategie unserer Bahnanlagen zu definieren», sagte Philippe Gauderon.

 

Die Kosten für die Umrüstung der fünf Testbahnhöfe im Laufental belaufen sich auf CHF 550 000

 

 

 

Bericht SRF Tagesschau vom 05. August 2013

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