ÖBB-Werkstätte Jedlersdorf für 16 Millionen Euro modernisiert

Das ÖBB-Werk Jedlersdorf in Wien-Floridsdorf ist modernisiert worden. Über 16 Millionen Euro wurden in den Aus- und Umbau investiert. Die ÖBB-Werkstätte wird sämtliche Schnellbahngarnituren Österreichs warten.

Die ÖBB-Werkstätte Jedlersdorf                                                  Foto: Marcel Manhart

 

Herzstück der modernisierten Servicewerkstätte in Jedlersdorf ist der eigens entwickelte Arbeitsstand für die neuen Talent Schnellbahngarnituren. Insgesamt sind österreichweit von ihnen 188 Garnituren im Einsatz, unter anderem auf der Strecke der S 45.

 

Sie können künftig auf diesem Spezialarbeitsplatz gewartet und repariert werden. Nun ist es möglich, eine komplette vierteilige Garnitur hochzuheben und auf mehreren Ebenen daran zu arbeiten. Während unten die Räder getauscht werden, werden am Dach neue Kabel verlegt.

Eine "Talent"-Schnellbahngarnitur im Einsatz auf der S45 zwischen Wien Hütteldorf und Handelskai bei der Einfahrt in Wien Hernals                       Foto: Marcel Manhart

 

Zusätzlich werden in der Werkstätte Jedlersdorf künftig auch alle alten Bahngarnituren gewartet. Nach 450.000 gefahrenen Kilometer müssen die älteren Züge zum Service.

Notwendig wurde der Ausbau in Jedlersdorf, weil große Teile des ÖBB-Werkes in der Brünner Straße in Floridsdorf aufgelassen wurden. Auf dem Areal soll das Krankenhaus Nord errichtet werden.

 

 

Zug-Wartung geht jetzt im Eiltempo

Die Wartung von Talent-Zügen in der ÖBB-Multifunktionswerkstätte in Jedlersdorf wird nun deutlich kürzer dauern. Der Grund: Dort stehen nun neu entwickelte, weltweit einzigartige Arbeitsstände.

Die neu entwickelten Arbeitsstände                                                                Foto: ÖBB

 

Die weltweit ersten Arbeitsstände, die Drehgestelle von Talent-Zügen für die Wartung trennen können, stehen in Wien.  Die ÖBB-Multifunktionswerkstätte in Jedlersdorf hat ihre beiden Vorzeigemaschinen am Donnerstag vorgestellt.

Die Fahrzeuge eines modernen Talent-Zugs sind über so genannte Jakobs-Drehgestelle verbunden. Will man die vierteiligen, 116 Tonnen schweren Züge anheben und trennen, braucht es eine neue Technik. Über die verfügen die neuen Arbeitsstände, die die ÖBB gemeinsam mit Windhoff Bahn- und Anlagentechnik entwickelt haben.

 

Wartungszeit einsparen

In Jedlersdorf warten die ÖBB ihre Güterwagen sowie die komplette Schnellbahn-Flotte mit ihren 188 Talent-Zügen und 119 Garnituren der Reihe 4020. Die neuen Arbeitsstände, die seit Anfang des Jahres in Betrieb sind, ermöglichen ein Arbeiten auf drei Ebenen gleichzeitig. Mit ihnen soll die Wartung in Zukunft deutlich schneller gehen.

 

Bei den blau-weißen Garnituren, die ursprünglich 30 Tage Wartungszeit brauchten, liegen die ÖBB derzeit bei etwa 17 Tagen. Schlussendlich sollen es dann 10 Tage werden, erklärt ÖBB-Sprecher Herbert Ofner gegenüber wienweb.at/W24. "Das muss sich erst einspielen." Die Talent-Züge dagegen sind eine sehr junge Zuggeneration, bei der es noch keine Vergleichswerte gibt. Die Wartung dauert derzeit 9 Tage. Und ohne die neuen Arbeitsstände wäre sie gar nicht möglich, so Ofner.

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