Top news - SWI swissinfo.ch

"Der Preis ist nicht hoch, gross aber der Nutzen" (So, 30 Apr 2017)
Am Morgen des 29. Januar 1523 drängen 600 ehrenwerte Bürger und Priester ins Zürcher Rathaus. Auf Einladung der Stadtregierung sollen Huldrych Zwingli, der aufrührerische Priester am Grossmünster, und Johannes Fabri, Abgeordneter des Bischofs von Konstanz, ihre theologischen Differenzen diskutieren. Zwingli nutzt den Anlass, um noch vor der Diskussion für eine neue Bibel zu werben. "Jeder fromme Christenmensch", fordert er die Anwesenden auf, solle sich ein Exemplar kaufen, um darin "den Willen Gottes zu erlernen". Es ist nicht irgendeine Bibel, für die Zwingli die Werbetrommel rührt. Es ist das Neue Testament, das der deutsche Reformator Martin Luther neu übersetzt hat und im September des letzten Jahres in Wittenberg drucken liess. Die Bibel wurde ein Bestseller. Trotz des hohen Preises von eineinhalb Gulden waren die dreitausend Exemplare im Nu vergriffen. Also wurde im Dezember in Basel eine zweite Auflage gedruckt, die nun auch in Zürich verkauft wird. Die ...
>> mehr lesen

Autos, Bücher, Kunst und Esoterik (Sa, 29 Apr 2017)
Der Genfer Fotograf Olivier Vogelsang enthüllt unter dem Titel Grand-messe eine Reihe bisher unveröffentlichter Bilder. Entstanden ist die 2014 initiierte Fotoreportage in den Gängen und auf den Bühnen des Genfer Ausstellungs- und Kongresszentrums Palexpo. An diesen Veranstaltungen treffen während ein paar Tagen regelmässig Händler, Einkäufer, Aussteller, Forscher und Enthusiasten zusammen, die von Mechanik, Technik, Kunst, Sport oder Nostalgie begeistert sind. Die Stände funkeln, die Aussteller halten Reden, die Hostessen lächeln. Die Besucher drängen sich durch die Gänge, testen die Wunderprodukte und sind entzückt. In diesen belebten Gängen hat Olivier Vogelsang um eine Ecke herum oder hinter einer Wand überraschende Momente eingefangen.  
>> mehr lesen

Credit Suisse kann umstrittene Boni auszahlen (Fr, 28 Apr 2017)
Trotz heftiger Proteste vor und an der Generalversammlung winken die Aktionäre der Schweizer Grossbank Credit-Suisse am Freitag die umstrittenen Boni durch. Die Zustimmung zum Vergütungsbericht 2016 ist mit 58 Prozent Ja allerdings tief. Auch wenn grosse Stimmrechtsvertreter wie die Schweizer Stiftung Ethos den Vergütungsbericht ablehnten, behielten die Grossinvestoren-Vertreter der Credit Suisse (CS) die Oberhand: Nur 40 Prozent der vertretenen Aktionäre lehnten den Bericht ab. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurde dieser lediglich von 20 Prozent abgelehnt. CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner zeigte sich denn auch enttäuscht. "Das ist deutlich unter den Vorjahren", kommentierte er das Resultat. Der Verwaltungsrat werde die Konsultationen mit den Aktionären intensivieren und sich Gedanken über die Vergütungspolitik machen. Weiter: "Wir wollen keinen Vergütungsbericht, der knapp mit 58 Prozent angenommen wird." Proteste wegen Boni Von den Aktionären drohte der ...
>> mehr lesen

Eine Welt ohne Drogen? Eine Illusion – auch in Südostasien (Fr, 28 Apr 2017)
Thailand und Myanmar öffnen sich beim Drogenkonsum einem auf Gesundheit ausgerichteten Ansatz. Dies sei für eine in diesem Bereich bisher für ihre unnachgiebige Politik bekannte Region eine bemerkenswerte Entwicklung, erklärt die Schweizerin Ruth Dreifuss, Vorsitzende der Weltkommission für Drogenpolitik, nach einer Reise durch Südostasien. Seit dem vergangenen Jahr ist Ruth Dreifuss Vorsitzende der Weltkommission für Drogenpolitik (Global Commission on Drug Policy). Diese Gruppe von Persönlichkeiten aus aller Welt besteht seit 2011, die ehemalige Bundespräsidentin gehört zu den Gründungsmitgliedern. Die Gruppe war aufgrund der Erkenntnis ins Leben gerufen worden, dass der 1971 unter dem damaligen US-Präsidenten Richard Nixon lancierte "Krieg gegen Drogen" ein kompletter Fehlschlag ist: Der Drogenhandel wird immer bedeutender, die Zahl der Drogensüchtigen steigt. 5 Schwerpunkte der Kommission - Gesundheit und Sicherheit müssen Priorität haben: Statt auf Strafrecht ...
>> mehr lesen

Schweiz feiert 25 Jahre Pioniergeist mit Solarstrom (Fr, 28 Apr 2017)
Die erste Solaranlage der Schweiz wurde am 28. April 1992 auf dem namentlich prädestinierten Mont-Soleil eingeweiht. Damals war es die grösste in Europa. 25 Jahre später hat diese Quelle erneuerbarer Energie bedeutende Fortschritte gemacht. Trotzdem bekundet sie Mühe, ihrem Schattendasein zu entkommen. "Zuerst suchten wir überall nach einem geeigneten Standort in den Alpen. Aber niemand wollte uns haben. Wir wurden als eine Bande verdrehter Ingenieure verschrien, die das Geld zum Fenster hinaus wirft", erinnert sich Martin Pfisterer, einer der Initiatoren des Projekts und heutiger Präsident der Gesellschaft Mont-Soleil, die vom Berner Elektrizitätswerk BKW geleitet wird. Schliesslich erblickte das erste grosse Sonnenkraftwerk der Schweiz das Licht der Welt auf dem sonnigen Jura-Berg namens Mont-Soleil. Angesichts der noch nie dagewesenen Dimension des Projekts verstummten die Zweifler und Kritikerjedoch bald. Mit seinen 10'560 Solarpanels, die auf 1200 m ü.
>> mehr lesen

Nur der Bundesrat hat ein Einzelzimmer (Do, 27 Apr 2017)
Die Schweiz hat eine unerhört grosse Unterwelt: Reiht man alle begehbaren Räume unter Tag aneinander, würde ein Tunnel von Zürich bis Teheran in der Länge von 3780 Kilometer entstehen. Im Verhältnis zum nationalen Territorium ist diese Grösse weltweit wohl einzigartig. Ein neues Buch nimmt mit auf eine ergreifende Entdeckungsreise. In der Schweiz ist mit "Die Schweiz unter Tag" ein packendes wie pikantes Buch erschienen: Packend, da es in zwölf Reportagen auf eine Entdeckungsreise durch Schatzkammern, Wasserkraftwerke, Hightech-Labors, Spitäler, Verkehrstunnels, geheime Kavernen oder auch durch den "hochgeheimen" Bundesratsbunker führt. Leidenschaftlich erzählt. Pikant, da die Auseinandersetzung mit der unterirdischen Schweiz eine Geisteshaltung mit einem sonderbar wehrhaften Blick auf die Welt offenbart.  Die grösste Schutzanlage des Landes Die unterirdische Schweiz ist strahlend und kurios. Mit 360'000 privat erbauten Schutzräumen und 2300 grossen ...
>> mehr lesen

Eine introspektive Suche nach dem Sehen (Do, 27 Apr 2017)
Der französisch-schweizerische Regisseur Manuel von Stürler ist seit seiner Kindheit mit dem Risiko der Erblindung konfrontiert und lebt mit diesem Schicksal. Er wollte mehr über das Phänomen des Sehens und Nicht-Sehens erfahren. Entstanden ist sein Film "Fureur de voir" als eine Einführung in die Welt der Sicht und der Sinne. Der sehr persönliche Dokumentarfilm läuft am Festival "Visions du réel" von Nyon im Wettbewerb. swissinfo.ch: Sie haben Posaune, Klavier und Komposition studiert. Erst 2012 – mit 44 Jahren – drehten Sie ihren ersten langen Dokumentarfilm "Hiver Nomade" (Nomadenwinter). Er wurde als bester europäischer Dokfilm ausgezeichnet. Wie entstand Ihre Leidenschaft für den Film? Manuel von Stürler: Ich hatte schon immer eine grosse Leidenschaft für die Fotografie. Denn Fotos erlauben mir, die Welt besser zu sehen, als ich sie in Wirklichkeit sehe. Durch mein Problem an der Netzhaut ist mein Sehvermögen sehr eingeschränkt. Dank Fotografien kann ich Details ...
>> mehr lesen

Alles begann mit Monets Seerosen (Mi, 26 Apr 2017)
Die Fondation Beyeler, das meistbesuchte Kunstmuseum der Schweiz, feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Seit knapp zehn Jahren ist Sam Keller ihr Direktor. Im Interview spricht der international bekannte Kurator über die Kunst des Ausstellens, Claude Monets Seerosen und das geplante zweite Haus der Fondation. swissinfo.ch: Die Fondation Beyeler hat sich in 20 Jahren zum meistbesuchten Kunstmuseum der Schweiz entwickelt. Was waren die wichtigsten Schritte auf diesem Weg? Sam Keller: Das Museum, das zu Beginn nur aus einer Sammlung bestand, erweiterte sich zu einem Haus mit internationalen Ausstellungen – das war ein grosser und wichtiger Schritt. Nach dem Tod der Gründer Ernst und Hildy Beyeler war entscheidend, dass die Fondation Beyeler auf vielen Schultern ruhte. Und dann zählt natürlich der Inhalt: Das Museum hatte schon immer einen besonderen Schwerpunkt in der Moderne und einen in der Gegenwart. Unsere Gründer haben gesagt, wir wollen keine Ausstellungen ...
>> mehr lesen

Kritik an Boni: Muss CS mit Revolte der Aktionäre rechnen? (Mi, 26 Apr 2017)
Credit Suisse bereitet sich auf eine konfrontative Generalversammlung vor. Denn trotz einer angekündigten Kürzung der stark kritisierten Manager-Boni um 40% wollen wichtige Aktionärsvertreter den Vergütungsbericht der zweitgrössten Schweizer Bank am kommenden Freitag ablehnen. Der Schweizer Grossbank, die sich in Mitten einer umfassenden Restrukturierung befindet, bläst ein kühler Wind entgegen: Sie habe bei der Bestimmung über Boni für ihre Topmanager die Busse von 5,28 Milliarden Dollar nicht berücksichtigt, die sie in Verfahren um faule US-Hypothekenpapiere bezahlen müsse, lautet die Kritik. Verwaltungsratspräsident Urs Rohner sagte der Financial Times, er habe die Empfindlichkeit unterschätzt, mit der man in der Schweiz und anderswo auf die Vergütungen reagiert habe. Insbesondere in Grossbritannien und unter professionellen und institutionellen Investoren sowie unter Stimmrechtsberatern sei sie viel grösser als erwartet ausgefallen. Dennoch ...
>> mehr lesen

Anerkennung der Religionen liegt in Kantonshand (Mi, 26 Apr 2017)
Multikulturelle Schweiz, multireligiöse Gesellschaft: Die wachsende Vielfalt bringt Reibungen mit sich, zwischen einer christlichen Mehrheit und religiösen Minderheiten mit Migrationshintergrund. Wie geht die föderalistische Schweiz damit um? Die Analyse einer Fachperson. Die religiöse Vielfalt in der Schweiz wächst. Für Gesellschaft und Staat bringt das juristische und soziale Herausforderungen mit sich. Die Postdoktorandin Stefanie Kurt forscht im nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) "nccr – on the move" an der Universität Neuenburg zum Thema. Die verschiedenen Religionsgemeinden müssten in die gegenwärtigen Debatten miteinbezogen werden, sagt die Juristin. Auch das Gesetz müsse dieser neuen Realität Rechnung tragen. Von der aktuellen Tendenz, sich direktdemokratischer Werkzeuge zu bedienen, um religiöse Praktiken und Symbole zu verbieten, hält Kurz wenig. "Das nährt die Konflikte und trägt nicht dazu bei, die Geister zu besänftigen." Ein Interview. ...
>> mehr lesen

Schweizer lieben Urlaub beim grossen Nachbarn (Di, 25 Apr 2017)
Deutschland wird als Urlaubsland unter Schweizern immer beliebter. Insbesondere die Ostsee profitiert von einem wahren Boom an eidgenössischen Gästen. Dort haben sich deren Übernachtungszahlen innerhalb von 15 Jahren vervierfacht. Tobias Woitendorf kommt gerade aus Zürich zurück, wo er vor Medienvertretern und Reiseveranstaltern für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern geworben hat. "Die Schweizer sind für uns eine ganz wichtige Zielgruppe", sagt der Leiter der Marketing- und Kommunikationsabteilung des dortigen Tourismusverbandes mit Sitz in Rostock. Insbesondere die Ostseeküste sowie Hausbootfahrten auf der Mecklenburgischen Seenplatte ziehen die Gäste aus dem Süden an. Woitendorf war auch in Bern. Dort wird sein Bundesland im Herbst diese Jahres auf dem "Swiss Caravan Salon" als Partnerland dabei sein. "Wir sind seit einigen Jahren sehr aktiv in der Vermarktung unserer Region in der Schweiz", sagt er. Man kooperiere mit grossen Reiseveranstaltern und ...
>> mehr lesen

Jonathan Royce Hostettler: Viele Hindernisse überwunden (Di, 25 Apr 2017)
Kann man sich als Schweizer fühlen, auch wenn man noch nie in der Schweiz war? Ja, das geht, wie das Beispiel des jungen Amerikaners Jonathan Royce Hostettler zeigt. Der 22-Jährige hatte eine schwierige Kindheit in den USA. Nun plant er eine Zukunft im Land seiner Vorfahren, wo er ein Doktorat in Theologie machen will. swissinfo.ch: Warum sind Sie Auslandschweizer? Was für einen Bezug haben Sie zur Schweiz? Jonathan Royce Hostettler: Ich bin Deutschschweizer von der Seite meines Vaters her, Douglas Joel Hostettler. Als Kind half er manchmal auf dem Bauernhof seiner Grosseltern in der Schweiz mit. Als seine Grosseltern in den USA starben, ging er aber nicht mehr in die Schweiz. Wir verloren den Kontakt mit meiner grossen Familie, doch mein Vater hatte an einem Stammbaum gearbeitet. So konnte ich mit meiner Familie drüben über Facebook in Kontakt treten. Das war vor zwei Jahren, als ich ins College ging. Ich habe ein Familienwappen und will noch mehr darüber erfahren.
>> mehr lesen

"Wir schauen zu, wie die Bevölkerung an Hunger stirbt, und machen nichts" (Mo, 24 Apr 2017)
Trotz der katastrophalen Lage in Jemen glaubt Elham Manea immer noch an eine Konfliktlösung in ihrem Land. Die Schweizer Politologin mit jemenitischen Wurzeln ruft die Schweiz dazu auf, an der Geberkonferenz vom Dienstag in Genf eine Vermittlerrolle zu übernehmen. Laut Manea braucht es Verhandlungen auf lokaler und regionaler Ebene. UNO verlangt 2,1 Mrd. Dollar Die Geber-Konferenz für den Jemen, die am Dienstag in Genf stattfindet, wird gemeinsam von der Schweiz und Schweden organisiert. Damit reagieren die beiden Länder auf eine Anfrage von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres. Aussenminister Didier Burkhalter und sein schwedischer Amtskollege sowie Repräsentanten von dutzenden weiteren Ländern und Nichtregierungs-Organisationen nehmen ebenfalls an der Konferenz teil. Die Vereinten Nationen hatten zu Spenden in Höhe von 2,1 Mrd. Dollar für 2017 aufgerufen. Bis Freitag waren davon nach Angaben des UNO-Nothilfebüros (OCHA) erst 15,2% zusammengekommen. swissinfo.ch:
>> mehr lesen

"Naturgefahren vereinen die Schweizer" (Mo, 24 Apr 2017)
Der Bieler Peter Utz beschreibt in seinem Buch "Kultivierung der Katastrophe" die Ängstlichkeit, welche die Fantasie der grossen Schriftsteller dieses Landes prägt. Laut dem Professor an der Universität Lausanne ist die Angst vor dem Schlimmsten eine Schweizer Besonderheit. Vom Ausland aus betrachtet sind Schweizerinnen und Schweizer die Ruhe selbst. Erzählen Sie einem Engländer oder einer Spanierin, dass die Schweizer von Katastrophenängsten geplagt sind, und Sie werden grosses Staunen in ihren Augen sehen. Trotzdem ist die Ängstlichkeit eines der Identitätsmerkmale der Schweiz, spürbar in der grossen Literatur dieses Landes. Das behauptet der Lausanner Uniprofessor Peter Utz in seiner bemerkenswerten Abhandlung "Kultivierung der Katastrophe". Er erklärt darin, wie sich die Ängstlichkeit seit dem 18. Jahrhundert bis in die heutige Zeit "in einen Gärstoff der literarischen Kreativität verwandelt". swissinfo.ch: Lawinen, Feuersbrünste, Bergstürze und Überschwemmungen ...
>> mehr lesen

Schweizer Presse: Die Wahl ist auch ein Plebiszit über die EU (Mo, 24 Apr 2017)
"Denkzettel gegen Etablierte", "Ein halber Aufstand gegen die Elite", "Ein bisschen Revolution". Die Schweizer Medien sind sich einig: Dass Marine Le Pen und Emmanuel Macron im ersten Wahlgang die Kandidaten der etablierten Parteien aus dem Rennen warfen, müsse ganz Europa zu denken geben. In der Stichwahl vom 7. Mai werden sich eine Ultranationalistin und ein Proeuropäer gegenüber stehen. Das erwartete politische Erdbeben ist eingetreten: Zum ersten Mal seit Bestehen der Fünften Republik hat keiner der Kandidaten der staatstragenden Parteien den Einzug in die Stichwahl geschafft. Im ersten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen erreichten der Konservative François Fillon und der Linke Jean-Luc Mélenchon nur knapp 20%, der Sozialist Benoît Hamon lediglich 6,3%. Alle drei scheiden aus dem Rennen um die französische Präsidentschaft aus. In die Stichwahl schaften es hingegen der Parteilose Emmanuel Macron von der neuen Bewegung "En Marche!" (Vorwärts!) mit ...
>> mehr lesen

"In der Schweiz sind wir Spanier als Architekten geschätzt" (Mo, 24 Apr 2017)
Die Immobilienkrise in Spanien veranlasste junge und gut ausgebildete Fachleute wie Henar Varela, in der Schweiz ihr Glück zu versuchen. Hier schwimmen sie wie Fische in der renommierten helvetischen Architektur, um diese neu zu erfinden. Weder ein Beruf mit Zukunft, noch Sprachkenntnisse und Praktiken überall halfen ihr. Henar Varela wusste 2013, dass sie als Architektin in Spanien keine Chance hatte. Die Immobilienblase als Ursache der Wirtschaftskrise traf sie wie viele junge Spanierinnen und Spanier mit voller Wucht. In jenem Jahr nahm sie sich die Schweiz als neuen Arbeitsort vor: "Von Freunden erfuhr ich, dass spanische Architekten in der Schweiz sehr gefragt sind. Mit einem Versuch verlor ich nichts." Für sie war Geld nicht wichtig, denn sie wollte unbedingt Gebäude bauen. Varela verschickte Lebensläufe mit dem Portefeuille ihrer Arbeiten, kontaktierte unzählige Architekturbüros in der französischsprachigen Schweiz und traf ins Schwarze. "Das ...
>> mehr lesen

Rinder auf Seereise (Sa, 22 Apr 2017)
Seit 29 Jahren bringt der Landwirt Josef Häcki anfangs April die Hälfte seiner Rinder vom Festland im schwyzerischen Pfäffikon auf die Insel Ufenau im Zürichsee. Sie ist mit über elf Hektaren die grösste Insel der Schweiz, die nur per Schiff erreichbar ist. Dort bleiben die Tiere bis Ende Mai. Auf der Ufenau fressen die Rinder direkt von der Weide, so muss der Landwirt die Insel während dieser Zeit nicht mähen. Die Verhältnisse sind für die Tiere paradiesisch: Sie fressen frisches Gras, Butterblumen, Löwenzahn und können sich nach Herzenslust austoben. Josef Häcki pachtet die Insel, die im Besitz des Klosters Einsiedeln ist. Er ist verantwortlich für Wald, Wiesen und das Ried. Auf die Ufenau dürfen lediglich weibliche Tiere, die mindestens einjährig und wetterfest sind und nicht gekalbt haben. So entfällt das tägliche Melken. Ende Mai wird Josef Häcki seine Rinder wieder abholen und sie auf eine Hochalp im Bündnerland bringen. Dort verbringen sie den Sommer, bevor er sie im ...
>> mehr lesen

Die nächste Bastion der Privatsphäre wackelt (Fr, 21 Apr 2017)
Fitness-Uhren verschicken unsere Gesundheitsdaten, Navigations-Apps melden die Position, für die Preisgabe von Daten gibt es Rabatte. Nun sollen Patientendaten elektronisch erfasst und zentral verwaltet werden. Wir entblössen uns zusehends. Zur Freude von Kriminellen. Bund gibt Empfehlungen Fitnesstracker, selbstfahrende Autos, Gebäudesteuerungen: Beim Internet der Dinge werde Sicherheitsaspekten oft zu wenig Beachtung geschenkt. Das schreibt die Melde- und Analysestelle für Informationssicherung (Melani) des Bundes in ihrem am 20. April veröffentlichten Halbjahresbericht. Gefährdungspotenzial sehen die Autoren des Berichts in der Manipulation solcher Systeme. Gerade in der Logistikbranche, wo ans Internet angeschlossene Geräte einen Boom erlebten, könnten durch Manipulation herbeigeführte Schäden enorm sein. Der Bericht nennt ein Beispiel: "Liefert eine manipulierte Arzneimittellogistik die dringend benötigten Medikamente an den falschen Ort, kann dies sehr ...
>> mehr lesen

"Fleiss allein ist keine Garantie für Wohlstand" (Fr, 21 Apr 2017)
Die Schweiz hat die höchste Millionärsdichte der Welt. Nirgendwo sonst leben im Verhältnis zur Wohnbevölkerung so viele Wohlhabende. 7000 Personen haben laut dem Wealth Report des Immobilienspezialisten Knight Frank heute Vermögenswerte von mindestens 30 Millionen Dollar. Kein Grund, stolz darauf zu sein, sagt ein Schweizer Soziologe. Professor Ueli Mäder hat sich fast ein Berufsleben lang mit Armut und Reichtum beschäftigt. Aber nicht, um selber Millionär oder sogar Milliardär zu werden, sondern um den Ursachen sozialer Ungleichheit auf den Grund zu gehen. "Kein Milliardär hat sein Vermögen redlich verdient", sagt er. swissinfo.ch: Die Zahlen zeigen es: In der Schweiz ist enorm viel Reichtum vorhanden. Was macht das Land so attraktiv für Multimillionäre? Ueli Mäder: Die politische Stabilität sowie die komfortable Steuersituation, insbesondere für Vermögen und Erbschaften, haben viel Geld aus dem Ausland angelockt. Hier gibt es auch gute Beratungen für ...
>> mehr lesen

Womit sie Multimillionär wurden (Fr, 21 Apr 2017)
Weit mehr als jeder Dritte der 300 Reichsten in der Schweiz ist gemäss des Politmagazins Bilanz Milliardär. Einige gehören zu berühmten Familien, deren Industrie-Unternehmen weltbekannt wurden. Fast jeder Zweite der 300 Reichsten ist ein Wahlschweizer. Vor allem Reiche aus Deutschland lassen sich gerne im südlichen Nachbarland nieder.  Seit den 1980er-Jahren figurieren immer mehr Vertreter der Finanzgeschäfte in der Liste der Gutbetuchten. Aber dass sich Multimillionäre in der Schweiz wohl fühlen, die in unterschiedlichen Branchen zu ihrem Reichtum gekommen sind, zeigen folgende Beispiele:  Mit Pharma Milliardenerbe und Philanthrop André Hoffmann ist einer der Erben aus dem Pharma-Imperium Hoffmann-La Roche. Seit 1996 gehört er dem Verwaltungsrat des Pharmariesen Roche an. Dank ihres Aktienpakets sind die beiden Erben-Familien Hofmann und Oeri mehr als 20 Milliarden Franken schwer. 2004 wurde André Hoffmann Sprecher des Familienpools. Er engagiert ...
>> mehr lesen

Greifvogel mit schlechtem Ruf und zu vielen Singles (Do, 20 Apr 2017)
Der Steinadler hatte einst – völlig zu Unrecht – den Ruf als Kinder- und Schafmörder. Durch Vergiftung und systematische Nestplünderung wurde er in der Schweiz fast ausgerottet. Im Jahr 1953 führte der Staat Massnahmen zum Schutz des Steinadlers ein. Und die Schweizer Naturschutzorganisation Pro Natura machte den Greifvogel 2001 zum Tier des Jahres, um auf das bemerkenswerte Raubtier und seine schwierige Geschichte aufmerksam zu machen. Damals gab es 300 Paare, heute sind es etwa 350. "Als einziger grosser Beutegreifer in der Schweiz hat der Steinadler die Zeiten rücksichtsloser Verfolgung überstanden, in denen Bartgeier, Luchs, Wolf und Braunbär ausgerottet wurden", steht im Artenprofil der Vogelwarte. Der Bestand des Steinadlers hat sich zwar erholt, aber es gibt noch Verbesserungspotenzial, was das Liebesleben der Vögel betrifft: "Durch die grosse Zahl unverpaarter Einzeladler werden Revierpaare immer wieder in Streitigkeiten verwickelt. Regelmässig sind sie ...
>> mehr lesen

Schweiz kann internationale Drogenpolitik mitgestalten (Do, 20 Apr 2017)
Ab Januar 2018 wird die Schweiz erneut für vier Jahre Mitglied im wichtigsten UNO-Gremium für Drogenpolitik sein, in dem sie schon von 2004 bis 2011 vertreten war. Sie setzt sich seit mehr als einem Vierteljahrhundert für die Förderung einer gesundheits- und menschenrechtsbasierten Drogenpolitik ein. Die Betäubungsmittelkommission (Commission on Narcotic Drugs, CND), die 1946 gegründet wurde, ist das zentrale Gremium der UNO für die Gestaltung der internationalen Drogenpolitik. Die Kommission formuliert drogenpolitische Empfehlungen für die UNO-Mitgliedstaaten, steuert die drogenpolitischen Programme des UNO-Sekretariats für Drogen- und Verbrechensbekämpfung und entscheidet über die Kontrolle und Einstufung von Betäubungsmitteln, psychotropen Substanzen sowie Vorläuferstoffen. Mit der Wahl stärkt die Schweiz laut dem Aussendepartement EDA ihre Präsenz in einem wichtigen internationalen Gremium und erhält die Möglichkeit, künftige Entwicklungen in der ...
>> mehr lesen

Im Ringen zwischen Herz und Verstand tendieren Schweizer Parlamentarier zu Macron (Do, 20 Apr 2017)
Vier Kandidaten in einem Kopf-an-Kopf-Rennen, traditionelle politische Gruppierungen in Nöten, Spannung und Dramatik, wie es die Fünfte Republik noch nie erlebt hat: Der Wahlkampf in Frankreich fasziniert auch in der Schweiz. Wenige Tage vor dem ersten Urnengang hat swissinfo.ch Abgeordnete der fünf grössten Schweizer Parteien nach ihren Favoriten gefragt. Eine Bestandsaufnahme.  1) Die SVP will sich nicht in Marineblau zeigen  "Auf wirtschaftlicher und sozialer Ebene unterscheiden sich die SVP und der FN deutlich" Manfred Bühler Die Kandidatin des Front National, Marine Le Pen, stellt die Schweizerische Volkspartei (SVP) regelmässig als Beispiel hin, aber die rechtskonservative Schweizer Partei gibt das Lob nur ungern zurück. "Nun, wenn ihr diese Sympathiebekundungen uns gegenüber helfen ... Unsere beiden Parteien unterscheiden sich aber deutlich, besonders auf wirtschaftlicher und sozialer Ebene", meint der SVP-Parlamentarier Manfred Bühler. Er zögert hingegen ...
>> mehr lesen

Was die Jungen an der Schweiz verändern möchten (Mi, 19 Apr 2017)
Die Jugendparlamente der Schweiz schalteten eine Website auf, um die Anliegen der 14–25-Jährigen zusammenzutragen. Elf Parlamentarierinnen und Parlamentarier wählen nun aus den Hunderten von eingereichten Ideen die besten aus und bringen sie in der politischen Arena vor. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Mindesteinkommen für alle, Legalisierung von Cannabis, Abbau der Rüstungsindustrie, eine solidarische und umweltfreundliche Wirtschaft oder die Erhöhung der erlaubten Geschwindigkeit für Mofas auf 40 km/h: Das sind nur einige der fast 700 Vorschläge, die in den fünf Wochen vom 20. Februar bis zum 25. März auf der Website engage.ch gesammelt wurden. Die Fülle der Anliegen ist beeindruckend – die Anzahl genauso wie die Qualität der Texte. Einige sind fast wie reale parlamentarische Motionen verfasst, inklusive Darlegung der Gründe und Massnahmenvorschläge. Für Ladina Caprez, Leiterin ...
>> mehr lesen

Thomas Jordan: Fünf Jahre Kampf gegen starken Franken (Mi, 19 Apr 2017)
Land und Wirtschaft vor der Euro-Krise schützen: Vor fünf Jahren zum Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank ernannt, war Thomas Jordan seither mit einer Herausforderung beachtlicher Grösse konfrontiert. Sein Lösungsansatz brachte ihm viel Kritik ein. "Alle lieben Thomas Jordan", schrieb der Tages-Anzeiger 2012 nach der Ernennung des neuen Chefs der Schweizerischen Nationalbank (SNB). In den Augen der grossen Parteien und der Wirtschaftsvertreter wies der imposante Vizepräsident der SNB alle nötigen Qualitäten auf, um die Institution in einem der heikelsten Momente ihrer Geschichte zu leiten. Sprechen wir zuerst über seine Kompetenzen: Der Wirtschaftsprofessor hatte die Euro-Krise bereits 1994 in seiner Doktorarbeit angekündigt. 1997 trat er in den Dienst der SNB ein, um Stück für Stück an die Spitze der Bank zu klettern. Jordan galt als seriös, unbescholten und vertrauenswürdig – unumgängliche Eigenschaften, nach dem umstrittenen Abgang seines Vorgängers ...
>> mehr lesen

Die Schweiz will Chinas Bankier werden (Mi, 19 Apr 2017)
Es geht um eine Wiederbelebung der Seidenstrasse mit modernen Mitteln, um Milliardeninvestitionen, um ein neues Band, das von China bis zum europäischen Kontinent reichen soll. Im Mai lädt Chinas Staatschef Xi Jinping zum "Belt and Road Forum" nach Peking. Autokraten wie Putin, Erdogan und Lukaschenko werden dort sein und weitere 25 Staatschefs, die meisten aus ärmeren Ländern. Sie hoffen auf Geschäfte. Die Schweiz entsendet Bundespräsidentin Doris Leuthard. Ihr Angebot ist das Banking. Wie wichtig China für den Schweizer Bankenplatz geworden ist, zeigte bereits der Besuch des Schweizer Finanzministers Ueli Maurer letzte Woche. Maurer besuchte Minister, Behörden, staatliche Institutionen und Vertreter der Finanzwelt. In den Gesprächen ging es um gute Rahmenbedingungen zur Förderung von Innovationen im Finanzsektor mit Blick auf bilaterale Investitionen und Finanzdienstleistungen. In einem Interview mit dem Sender China Global Television Network (CGTN) sagte Maurer, ...
>> mehr lesen

Franzosen in der Schweiz unterstützen mehrheitlich Macron (Mi, 19 Apr 2017)
Derzeit gilt er als Favorit für die französischen Präsidentschaftswahlen. Emmanuel Macron kann mit vielen Stimmen der rund 180'000 Franzosen und Französinnen rechnen, die in der Schweiz leben. Hier überzeugt der Kandidat der Bewegung "En Marche!" vor allem jene Wähler, die von François Fillon und von der Rechten enttäuscht sind. "Die Begeisterung, die unser Kandidat hervorruft, geht über unsere Erwartungen hinaus", freut sich Joachim Son-Forget, Radiologe am Lausanner Universitätsspital CHUV, angesehener Cembalist und Gründer der Schweizer Sektion von "En Marche!". Der vor einem Jahr von Emmanuel Macron lancierten politischen Bewegung gehören quer durch Frankreich rund 200'000 Mitstreitende an. In der Schweiz kann die Bewegung auf die Unterstützung von mehr als 1200 Anhängern unter den Franzosen zählen. Emmanuel Macron Sohn eines Ärzte-Paars, Absolvent der Verwaltungshochschule ENA. Die berufliche Karriere beginnt der heute 39-Jährige 2004 als Finanzinspektor, bevor ...
>> mehr lesen

Burkaverbot als Tyrannei der Mehrheit? (Mi, 19 Apr 2017)
Minarett-, Burka- und Schächtverbot wurden in der Schweiz an der Urne beschlossen. Werden religiöse Minderheiten in der direkten Demokratie diskriminiert? Ein Professor macht einen brisanten Lösungsvorschlag. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Seit Juli 2016 ist im Kanton Tessin das Tragen eines Gesichtsschleiers untersagt. Das Tessiner Stimmvolk hat es so beschlossen. Ein Komitee sammelt zurzeit Unterschriften für ein landesweites Verbot.  Seit einem Volksentscheid im Jahr 2009 ist der Bau von Minaretten in der Schweiz verboten. Und bereits 1893 beschloss das Schweizer Stimmvolk, dass das Töten von Tieren durch Kehlschnitt mit anschliessendem Ausbluten ohne Betäubung, das so genannte Schächten, verboten sein soll. Alle diese Verbote treffen ausschliesslich Muslime und Juden. Also religiöse Minderheiten in der Schweiz. Auch andere Religionen hadern mit dem Volkswillen: So mussten ...
>> mehr lesen

Burkina Faso wird vom religiösen Radikalismus bedroht (Di, 18 Apr 2017)
Vor einem guten Jahr starben 30 Menschen bei einem Islamisten-Anschlag in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso. In diesem westafrikanischen Land rücken die radikalen Islamisten immer weiter vor. Burkina Faso könnte zu einem neuen Mali werden, meint die Schweizer Anthropologin Aja Diggelmann. Sie ist Mitarbeiterin der Schweizer NGO E-Changer in der afrikanischen Metropole. swissinfo.ch hat mir ihr gesprochen. "Die Situation im Nord-Osten des Landes, an der Grenze zu Mali, ist wirklich schwierig. Die Leute haben Angst. Zugleich leben sie ihr Leben weiter, als sei alles ganz normal. Aber sie haben gar keine Wahl." Gemäss der letzten Volkszählung aus dem Jahr 2006 sind rund 60% der 17 Millionen Einwohner von Burkina Faso Muslime. 25% sind Christen, davon die Mehrzahl Katholiken. 15% sind Anhänger von traditionellen afrikanischen Religionen. Aja Diggelmann ist studierte Anthropologin und lebt seit November 2015 in Burkina Faso. Sie arbeitet dort als ...
>> mehr lesen

Beat Richner: Ein Leben im Dienst kambodschanischer Kinder (Di, 18 Apr 2017)
Fast 30 Jahre seines Lebens hat er in Kambodscha verbracht: In dem vom Krieg gekennzeichneten Land kümmerte sich der Zürcher Pädiater Beat Richner um die Kleinsten. Schwer krank zieht er sich nun aus der Direktion seiner fünf Spitäler zurück, die er dort allen Hindernissen zum Trotz seit 1992 gebaut hat. Ein gestählter Charakter und ein Glaube, der Berge versetzt: So mein Eindruck, als ich Beat Richner anfangs der 1990er-Jahre in Phnom Penh zum ersten Mal treffe. Allerdings hätte sein Projekt in Kambodscha ohne die Unterstützung des im Oktober 2012 verstorbenen Königs Sihanouk wohl ein baldiges Ende genommen. Nach 30 Jahren Krieg war der Bedarf an medizinischer Versorgung in dem ausgebluteten Land riesig. Es fehlte an allem. Zwar stand Kambodscha zu diesem Zeitpunkt unter UNO-Protektorat. Doch trotz der Präsenz von Blauhelmen und des 1991 in Paris unterzeichneten Friedensabkommens hielten die Kämpfe gegen maoistischen Guerillakämpfer von Pol Pot an. Richner ...
>> mehr lesen

Schweizer Presse lässt kein gutes Haar an Erdogans Sieg (Di, 18 Apr 2017)
Das knappe Ja der Türkei zum Verfassungs-Referendum, das Präsident Recep Tayyip Erdogan eine grössere Machtfülle zuspricht, kommt bei den Schweizer Zeitungen nicht gut an. Zu Grabe getragen worden sei am Sonntag nicht nur die Demokratie in der Türkei, sondern auch das Erbe des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk. Deutlicher könnten die Titel der Kommentare der Schweizer Zeitungen zum Verfassungs-Referendum in der Türkei nicht sein: "Die Lizenz für die Diktatur", "Die Stunde des grossen Spalters", "Eine Demokratie schafft sich ab" oder "Die Demokratie starb schon vorher". "Was ist das nur für ein Präsident, dem in der Stunde seines grössten Triumphes nichts Besseres einfällt, als über die Wiedereinführung der Todesstrafe zu sprechen?", fragt etwa die Neue Zürcher Zeitung. "In jeder anderen Demokratie müsste ein so knappes Ergebnis, wie es am 16. April erzielt wurde, den Herrschenden Sorgen machen." Doch Präisdent Recep Tayyip Erdogan sei sich seines Präsidialsystems ...
>> mehr lesen

Reformator Heinrich Bullinger findet sein Glück bei einer Nonne (Mo, 17 Apr 2017)
Am 30. September 1527 bringt ein Bote einen Brief ins Kloster Oetenbach, der das Leben von Anna Adlischwyler für immer verändern sollte. Geschrieben hat ihn der Priester Heinrich Bullinger, ein Gefährte des Reformators Huldrych Zwingli. "Du allein bist die einzige, die ich mir in den Kopf gesetzt habe", gesteht Bullinger der jungen Nonne in dem Schreiben. Er wolle mit ihr zusammenleben und alles – "das Saure wie das Süsse" – mit ihr teilen. "Du bist jung", beschwört er sie, "und Gott hat dir deinen Körper nicht gegeben, damit du ewig Nonne bleibst und nichts unternimmst, damit er Früchte trägt". Nach einem Loblied auf die Ehe bittet Bullinger: "Lies den Brief drei oder vier Mal, überleg es dir, bitte Gott, dass er dir seinen Wille zu erkennen gibt." Noch vor wenigen Jahren wäre ein solcher Liebesbrief undenkbar gewesen. Doch seit der Reformation ist auch in Zürich nichts mehr so wie früher. Priester heiraten, und Nonnen, die ihr Leben Gott geweiht haben, ...
>> mehr lesen

Ostern in der Russisch-Orthodoxen Gemeinde im Tessin (So, 16 Apr 2017)
2016 wurde die Russisch-Orthodoxe Gemeinde im Tessin fünf Jahre alt. Wie fühlen sich die orthodoxen Gläubigen in diesem Südschweizer Kanton mit überwiegend katholischer Bevölkerung? Wie feiern sie Ostern? Und welche Meinung haben die Tessiner von ihren russisch-orthodoxen Nachbarn? Ein Geistlicher im schwarzen Rock läuft die Strasse entlang. Es ist Vater Swjatoslaw, Vorsteher der russisch-orthodoxen Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Gemeinde der Russisch-Orthodoxen Kirche in Melide. Ein älterer Mann mit Hund begrüsst ihn. Sie bleiben stehen, kommen ins Gespräch, der Hund wedelt freundlich mit dem Schwanz, der Mann lächelt. Vater Swjatoslaw kennt in Melide fast jeder. In diesem Städtchen am Luganersee lebt er seit 2013. "Vater Swjatoslaw ist ein sehr offener und herzlicher Mensch, und wir freuen uns immer, wenn wir ihm auf den Strassen unserer Stadt begegnen. Wir hoffen, dass er sich in Melide wie zu Hause fühlen wird", so hatte der katholische Pfarrer Don Italo, Vorsteher ...
>> mehr lesen

Ostern in der Schweiz: Mehr als nur Eier (Sa, 15 Apr 2017)
Schweizer Ostern ist etwas Spezielles: Das Land pflegt eine ganze Reihe von alten Traditionen – trotz der zunehmenden Kommerzialisierung des religiösen Festes und der Schokoladenhasen, die in den Regalen der Supermärkte auf ihre Käufer und Käuferinnen warten. Schokolade gilt sozusagen als Markenzeichen der Schweiz. So ist es nicht verwunderlich, wenn sich Auge und Gaumen an hübsch verzierten Schokoladeneiern und –hasen erfreuen können. Doch hat die Schweiz zu Ostern weit mehr zu bieten als Süssigkeiten auf Kakaobasis. So werden an dem christlichen Fest Wein, Brot und hartgekochte Eier gegessen. Die Lebensmittel gehören zu den österlichen Traditionen des Landes. Es gibt aber auch Prozessionen mit Osterfackeln, Umzüge von Menschen in historischen Kleidern, Akrobatik und natürlich die Suche nach den Ostereiern. Einige der Osterbräuche werden wieder aufgelebt – abgeändert oder neu erfunden –, andere sind verschwunden. Es gibt aber auch Traditionen, die über die Generationen stets ...
>> mehr lesen

Diesem Schweizer Agronomen ist fair nicht fair genug (Fr, 14 Apr 2017)
Der Schokolade-Konsum steigt stetig, doch vom Boom haben die Kakaobauern wenig, trotz Fairtrade. Darum wagt ein Schweizer Startup ein Experiment in Uganda, vielleicht sogar die Revolution. Auf der Jinja-Road herrscht Dauerstau oder nervöser Verkehr. Doch nur wenig abseits der wichtigsten Verkehrsachse zwischen der ugandischen Hauptstadt Kampala und der Industriestadt Jinja liegt die Kleinstadt Kasawo im flachen Hinterland des Nillaufs. Hier, 60 Kilometer nordöstlich von Kampala, will das Schweizer Startup "Schöki" fairen Kakao produzieren – wirklich fairen. Um Kasawo leben Kleinbauern, die hauptsächlich für den Eigenbedarf anbauen. An der einzigen Kreuzung des Orts erwartet uns Florian Studer, er ist Projektverantwortlicher von "Schöki" – Beret, Rucksack, etwas übernächtigt, aber gut gelaunt. Durch ein Wegelabyrinth aus Acker- und Buschland arbeitet sich unser Offroader anschliessend dem Ziel entgegen, vorbei an Kleinstplantagen mit Bananenbäumen, Cassava und ...
>> mehr lesen

"Wenn Kleinkinder verhungern, zeigt sich die Dimension der Not" (Do, 13 Apr 2017)
Der Schweizer Fotojournalist Pascal Mora kommt soeben aus Somaliland zurück, wo er für die Zeitung Blick über die Krisenregion berichtet hat. swissinfo.ch: Sie sind zurück in der Schweiz. Was ging Ihnen auf dem Heimflug durch den Kopf? Pascal Mora: Es war schon beim Fotografieren in meinem Hinterkopf: Ich wusste, wir steigen nachher ins Auto, dann in den Flieger nach Addis Abbeba, umsteigen in Frankfurt, schliesslich bin ich zurück bei den First World Problems und der Hunger ist wieder ganz weit weg. Hunger ist für uns etwas Abstraktes. Wenn wir Hunger haben, dann essen wir. Wenn wir Durst haben, öffnen wir den Wasserhahn. Dort aber gibt es einen leeren gelben Kanister, und die Menschen müssen schauen, wie sie ihn füllen können. Oder es gibt nichts, weil der Tanklastwagen nicht gekommen ist. Die Wasserlieferungen von "Save the Children", mit denen wir unterwegs waren, kamen täglich mit einem Wasserlaster in ein Dorf. Diese Lieferungen waren nur für die nächsten ...
>> mehr lesen

Türkei – vom Traum der Demokratie zum Alptraum (Do, 13 Apr 2017)
Es herrscht dicke Luft zwischen der Schweiz und der Türkei: Grund ist die direkte Demokratie. Genauer: der Umgang mit der direkten Demokratie. Denn damit diese funktioniert, braucht sie u. a. die Meinungsäusserungsfreiheit wie der Mensch die Luft zum Atmen. Eine Betrachtung in fünf Abschnitten im Vorfeld von Erdogans Verfassungsreferendum. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. 1. Die Abstimmung: Am 16. April 2017 sind 55 Millionen Türkinnen und Türken aufgerufen, über die künftige Machtfülle des Präsidenten abzustimmen. Die vom jetzigen konservativen Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan (Regierungschef seit 2003, Staatschef seit 2014) eingebrachte Verfassungsreform, würde ihm weitreichende und alleinige Machtbefugnisse verleihen und die Herrschaft bis 2029 ermöglichen.   Laut jüngsten Meinungsumfragen steht das Resultat auf der Kippe. Seit der Verabschiedung der geltenden Verfassung vor 35 Jahren (durch eine ...
>> mehr lesen

Ostern in der Schweiz – Acht spannende und lustige Geschichten (Do, 13 Apr 2017)
Vom schönsten Rammler über die ideale Zeit, um zu sterben, bis zu den Prozessionen in Mendrisio: swissinfo.ch publizierte in der Vergangenheit unzählige Artikel, die sich direkt oder indirekt auf Ostern beziehen. Wir haben für Sie die interessantesten, witzigsten und bedenkenswertesten Geschichten zusammengestellt. Das lebende Pendant zum Schoggi-Osterhasen – alle drei Jahre wird quasi der "Mister Schweiz" unter den Schweizer Langohren erkoren. Wissenschaftler äussern sich zu verschwundenen, lebendigen und neuen Schweizer Traditionen zum Osterfest. Was ist der tiefere Sinn von Ostern für eine Konsumgesellschaft wie die unsere? Der Frevel findet am 9. März 1522 statt, am ersten Sonntag der Fastenzeit vor Ostern. Tatort: eine Druckerwerkstatt in Zürich. "Als liberale Frau in einer freiheitlichen Gesellschaft akzeptiere ich es, wenn eine Frau den Niqab tragen will." Eine Bilder-Galerie zu den ...
>> mehr lesen