Top news - SWI swissinfo.ch

"Es wird noch ewig dauern, bis Bosnien minenfrei ist" (Do, 23 Nov 2017 15:00:00 GMT)
Mehr als 20 Jahre nach Kriegsende ist Bosnien noch immer von Minen und Streubomben kontaminiert, immer wieder kommt es zu Unfällen mit Toten und Verletzten. Die offizielle Schweiz und die Schweizer Stiftung "Welt ohne Minen" unterstützen das kriegsversehrte Land seit Jahren im Kampf gegen dieses grausame Erbe des Krieges. Die Schweiz unterstützt die NGO Norwegian People's Aid (NPA) seit 2003 mit insgesamt 5 Mio. Franken und ist damit der zweigrösste Geldgeber von NPA. Neben der Minenräumung und dem Trainings-Zentrum für Minensuchhunde engagiert sich die NGO auch für die Beseitigung von Waffenarsenalen, die teils noch aus der Zeit Jugoslawiens unter Tito stammen. Das Gebell der Hunde ist so laut, dass man das eigene Wort kaum hört. Wir befinden uns in Blagovac rund zehn Kilometer nördlich der bosnischen Hauptstadt Sarajevo in ländlichem Gebiet. Hier steht das Globale Trainings-Zentrum für Minensuchhunde. Aktuell werden auf diesem grosszügigen Gelände, wo 14 Leute arbeiten, über ...
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Schweiz stellt Weichen für neue Kohäsionszahlung (Do, 23 Nov 2017 13:33:00 GMT)
Die Schweiz unterstützt die Entwicklung der neuen EU-Länder mit insgesamt 1,3 Milliarden Franken. Die Landesregierung hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei seiner Visite in Bern die Zahlung eines Kohäsionsbeitrags zugesichert. Fortschritte beim Rahmenabkommen gab es nicht. Der hohe Besuch aus Brüssel wurde von Bundespräsidentin Doris Leuthard und dem Gesamtbundesrat empfangen. Bei den offiziellen Gesprächen informierte Leuthard ihren Gast über den Entscheid des Bundesrats, die Weichen für den neuen Kohäsionsbeitrag zu stellen. Die gesetzliche Grundlage dafür hatte das Parlament bereits letztes Jahr verabschiedet. Ein Referendum dagegen wurde nicht ergriffen. Nun muss das Parlament die entsprechenden Kredite noch genehmigen. ​​​​​​​ Laut der Bundespräsidentin sollen die 1,1 Milliarden Franken über eine Laufzeit von zehn Jahren vor allem im Bereich Berufsbildung und Jugendarbeitslosigkeit eingesetzt werden. Darüber wird die Schweiz mit den neuen EU-Ländern separate ...
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Würden Sie für 25'000 Franken ins Walliser Dorf Albinen ziehen? (Do, 23 Nov 2017 11:58:00 GMT)
Seit Jahren sind Bergdörfer in der Schweiz und im übrigen Europa von der Abwanderung betroffen. Schulen müssen schliessen, weil Schüler fehlen, und Wohnhäuser werden zu Ferienhäusern. An Ideen gegen dieses Phänomen mangelt es nicht, wie das Beispiel von Albinen zeigt. Das auf 1300 Metern über dem Meer gelegene Albinen über dem Rhonetal erfüllt das Klischee eines idyllischen Schweizer Bergdorfes. Viele seiner Häuser sind jedoch zu Ferienhäusern umfunktioniert worden. Und wie Gemeindepräsident Beat Jost erklärt, musste die Schule kürzlich schliessen, weil es zu wenig Schüler hat. Seit vor Kurzem zwei Familien weggezogen sind, gibt es nur noch fünf Kinder im Schulalter, die jeden Tag per Bus ins 20 Minuten entfernte Leuk zur Schule fahren. Und doch, so Jost, habe Albinen viel zu bieten: ein aussergewöhnliches Panorama, gute Luft, viel Sonne. Zudem liege der Ort nur sechs Kilometer vom Thermalkurort Leukerbad entfernt. Und die Stadt Sion sowie das Industriezentrum Visp seien in ...
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Zug um Zug (Do, 23 Nov 2017 10:00:00 GMT)
Man kauft es nun auch an der Tankstelle oder im Lebensmittelladen: Cannabis erlebt in der Schweiz eine noch nie dagewesene Blüte, dank Sorten, die nicht berauschen. Der Boom könnte der Anfang der totalen Liberalisierung sein – die auch den Staat beglücken würde. Täglich fit mit zwei Gramm Shit. Das steht auf der Werbetafel vor dem Laden Cannaflora in Zürich. Und auf der Hinterseite: Smoke some haze, chill the days. Zu Deutsch: Rauche Gras und geniess die Tage. Kein Zweifel, in diesem schmalen Lädelchen an der Zürcher Ausgangsmeile gibts Cannabis à gogo. Und nicht nur hier, sondern an immer mehr Orten in der Schweiz. In Tabakläden, Kiosken und grossen Lebensmittelläden wie Coop oder Denner. Man kauft Marihuana vermischt mit Tabak in industriell gerollten Zigaretten, die im Regal neben Marlboro & Co. stehen. Oder auch gleich pur, in verschweissten Tütchen mit grünem Hanfblatt. Spezialisierte Lädelchen wie Cannaflora entstanden in diesem Jahr in jeder Stadt, in fast jedem Dorf. 370 ...
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Carla del Ponte zum Urteil gegen Ratko Mladic (Do, 23 Nov 2017 08:06:00 GMT)
​​​​​​​ Carla Del Ponte, ehemalige Chefanklägerin am UNO-Kriegsverbrecher-Tribunal zu Ex-Jugoslawien hat jahrelang gegen Ratko Mladic, den "Schlächter vom Balkan", ermittelt. Dass der ehemalige Armeechef der bosnischen Serben nun vom UNO-Kriegsverbrechertribunal wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, gibt der Tessinerin eine gewisse Genugtuung. General Ratko Mladic war einst ein sehr mächtiger Mann, der über Leben und Tod entscheiden konnte. Auf seinen Befehl attackierten die Soldaten in den 1990er-Jahren zahlreiche bosnisch-herzegowinische Dörfer, vertrieben die muslimische Bevölkerung, zündeten deren Häuser an. Tausende Männer wurden gefangen genommen, in Lager gesteckt und aufs Grausamste gefoltert. Derselbe imposante General liess seine Soldaten im Juli 1995 die UNO-Sicherheitszone Srebrenica stürmen. Die Enklave, die von niederländischen Blauhelmen bewacht wurde, war hoffnungslos überfüllt mit muslimischen ...
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"Das Drogenverbot schafft mehr Probleme, als es löst" (Mi, 22 Nov 2017 15:30:00 GMT)
Zürich ist mit London und Antwerpen eine der Kokain-Hochburgen Europas. Das weisse Gift gehört in der Limmatstadt bei schätzungsweise 2000 Personen zum Alltag. Fachleute, aber auch manche Politiker, fordern deshalb ein Umdenken in der Drogenpolitik, nämlich eine Entkriminalisierung auch von harten Drogen. Rechtskonservative hingegen fühlen sich vor den Kopf gestossen. Verwahrloste Leute, die sich zu Tausenden im berühmt berüchtigten Platzspitz-Park tummeln und sich in aller Öffentlichkeit Heroin spritzen, sind längst aus Zürichs Stadtbild verschwunden.  Inzwischen ist Kokain zur Droge von Zürich geworden. Die Stadt gehört europaweit zur "Kokain-Spitze", das zeigt eine internationale Studie, deren Ziel es war, in rund 20 europäischen Grossstädten das Abwasser auf Kokain und andere Suchtmittel zu testen, um daraus den Drogenverbrauch der Bevölkerung zu schätzen. Stolz ist Zürich nicht auf diese Spitzenposition. Aber anstatt für Repression spricht sich die Zürcher ...
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Als Mugabe in die Schweiz kam (Mi, 22 Nov 2017 14:32:00 GMT)
Nach dem Rücktritt von Präsident Robert Mugabe am Dienstag beginnt für Simbabwe ein neues Kapitel in der Geschichte. Seit dem Staatsstreich letzte Woche stand Mugabe unter starkem Druck der Armee und seiner ehemaligen politischen Verbündeten. Der Rücktritt beendet eine fast 40-jährige Herrschaft. Mugabe hatte sich mit der Zeit von einem Unabhängigkeitshelden zu einem archetypischen afrikanischen Diktator gewandelt. Der 93-jährige Mugabe besuchte in seiner langen Karriere mindestens dreimal die Schweizer Stadt Genf – zunächst als Vertreter der Patriotischen Front während der Genfer Rhodesien-Konferenz 1976, dann als Teilnehmer an Konferenzen am europäischen Sitz der Vereinten Nationen. Sein letzter offizieller Besuch in Genf fand 2003 statt, als ihm trotz eines internationalen Reiseverbots von der Schweizer Regierung ein Visum erteilt wurde. swissinfo.ch/urs
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Willkommen in der Digitalen Schweiz (Mi, 22 Nov 2017 10:51:00 GMT)
Die digitale Elite der Schweiz geht in die Offensive. Am 20. November 2017 trafen sich Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an der ersten "Nationalen Konferenz Digitale Schweiz". Am 21. November machte die Branchenorganisation digitalswitzerland die Chancen der Digitalisierung für die Bevölkerung greifbar. Diese Dynamik ist zu begrüssen, auf die folgenden Taten kann man gespannt sein. An der nationalen Konferenz stimmte die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard die Gäste auf den Tag ein. Es gelte, Vor- und Nachteile der Digitalisierung abzuwägen. Wer profitiert? Insgesamt sei die Digitalisierung – richtig umgesetzt – eine Chance. Wie das gehen sollte, verriet sie noch nicht. Der Politikwissenschaftler Stefan Klauser ist Projektleiter für "Digital Society" an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. In Estland wird online geheiratet, Steuern bezahlt und Firmen gegründet Anschliessend zeigte Taavi Kotka, der frühere Informationsbeauftragte der estnischen ...
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Das Gute am Kantönligeist? Er macht die Wirtschaft flink (Mi, 22 Nov 2017 10:00:00 GMT)
Die Schweiz verfügt über beneidenswerte wirtschaftliche Bedingungen und belegt auf Ranglisten zur Wettbewerbsfähigkeit immer wieder Spitzenplätze. Wie viel davon ist auf das politische System des Landes zurückzuführen? Der wirtschaftliche Erfolg der Schweiz ist leicht zu quantifizieren, aber schwierig zu erklären. Wie kommt es, dass ein Land mit einem derart kleinen Binnenmarkt und einigen der höchsten Durchschnittseinkommen weltweit regelmässig solch stabile BIP-Zahlen vorlegen und nahezu Vollbeschäftigung aufrecht erhalten kann, und (am verblüffendsten) auf internationalen Länderranglisten zur Wettbewerbsfähigkeit regelmässig Spitzenpositionen belegt? Wer nach einer einzigen, geheimen Zutat sucht, könnte genau so gut nach dem Sinn des Lebens fragen. Dies hält die Leute aber nicht davon ab, sich dennoch Fragen zu stellen. Eine mögliche Verbindung, über die jüngst im Rahmen einer Konferenz in Montreux am Genfersee diskutiert wurde, ist die Verbindung zwischen dem ...
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Wortgefechte auf Speed (Di, 21 Nov 2017 15:00:00 GMT)
Speed Debating ist wie Speed Dating. Nur findet man nicht die neue Liebe, sondern neue Argumente. Im Jugendkulturzentrum in Luzern haben 24 Jugendliche in schnellen Wechseln über die Abgründe von Social Media diskutiert. Eine kleine Schule der Demokratie. "Viele Likes bedeuten für mich ein Glücksgefühl", sagt eine junge Frau mit blonden Haaren. Die anderen nicken. "Ja", pflichtet ihre Sitznachbarin bei, "Likes sind eine Art Zustimmung. Aber deswegen ist man noch lange nicht narzisstisch, finde ich." Ein Wecker läutet. Die Zeit ist um. Narzissmus in den Social Media, das ist eines der Themen an einem von fünf Holztischen im Jugendkulturzentrum Luzern, die garniert sind mit halbvollen Biergläsern und ein paar Wasserkaraffen. 24 Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren sitzen hier, wo sonst Hip-Hop-Konzerte oder Partys stattfinden, um sich in die politische Debatte zu stürzen – an einem Anlass, der die Schnelligkeit ihrer Generation aufnimmt. "Jeder muss selber entscheiden" Das ...
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Blick in die Zukunft (Di, 21 Nov 2017 15:30:00 GMT)
Mit dem ersten Aktionstag zum Thema Digitalisierung will die Schweiz digitale Chancen thematisieren. Es gibt im ganzen Land über 100 Anlässe dazu. Bundespräsidentin Doris Leuthard reiste am Dienstag zu diesem Anlass in einem speziell ausgestatteten SBB-Wagen von Bern nach Zürich. Die Chefs der teilnehmenden Unternehmen waren ebenfalls mit von der Partie. Im Mittelpunkt steht der Austausch zwischen Politik und Wirtschaft zum Thema Digitalisierung. Mehr als 40 Unternehmen, Universitäten und Institutionen aus allen Regionen der Schweiz öffnen aus diesem Anlass ihre Türen. Es soll laut Organisatoren eine Einladung an die Bevölkerung sein, die digitale Welt zu entdecken und zu erleben. An diesem Tag werden zudem die grossen Bahnhöfe in der Schweiz zu digitalen Arenen und Plattformen für den Dialog zwischen der Wirtschaft, der Politik und der Bevölkerung umfunktioniert. In Zürich zum Beispiel wird Pro Juventute drei Schulklassen mit ihrer Medienkompetenz auf- und gegeneinander ...
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Blicken Sie uns über die Schulter! (Di, 21 Nov 2017 10:47:00 GMT)
Die Redaktion von swissinfo.ch setzt voll und ganz auf die Chancen der Digitalisierung. Ob neue Community-Tools oder multimediales Erzählen; als reines Online-Medium arbeiten wir mit einer ganzen Palette an neuen Möglichkeiten – und das in zehn Sprachen! Data-Driven Journalism, Facebook-Live, Podcasts, neue Videoformate, Infografiken – unsere themenstarken Geschichten erzählen wir auf vielfältige Weise. Dabei legen wir besonders Wert auf die journalistischen Sachkenntnisse unserer Fach- und Sprachredaktionen. Kommen Sie mit und schauen sich um – herzlich Willkommen bei swissinfo.ch!
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Pflegeurlaub für Angehörige von Sterbenden gefordert (Di, 21 Nov 2017 13:00:00 GMT)
Schweizer und Schweizerinnen sind sehr engagiert, wenn es um die Pflege von sterbenden Angehörigen geht. Und sie sind auch bereit, hohe Kosten zu tragen. Im Rahmen des Forschungsprogramms "Lebensende" des Schweizerischen Nationalfonds haben sich rund 200 Forscher und Forscherinnen während fünf Jahren mit dem Thema Sterben befasst. In 33 Projekten wurden unterschiedliche Aspekte des Lebensendes erforscht, zum Beispiel Patientenverfügungen, Palliative Care, Suizidhilfe, Betreuung sterbender Angehöriger und Behandlungsentscheide. Das Projekt kostete 15 Millionen Franken. Ende 2018 werden die Gesamtergebnisse in einem Buch publiziert. An einer Medienkonferenz am Dienstag präsentierten die Experten nun bereits einige ausgewählte Forschungsergebnisse. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) fördert im Auftrag des Bundes die Grundlagenforschung in allen wissenschaftlichen Disziplinen. Er unterstützt jährlich über 3200 Projekte und ist damit die wichtigste Schweizer Institution zur ...
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"Als Schweizer sage ich: kein Grund zur Sorge" (Di, 21 Nov 2017 10:15:00 GMT)
Nach dem Beben in Deutschland lautet die Frage: Wie weiter – und welche Wellen wirft das Ereignis? swissinfo.ch hat zusammengetragen, wie Experten die Wirkung der Übergangssituation in Deutschland auf Europa, die Schweiz und die Schweizer Wirtschaft einschätzen.    Deutschland steckt politisch in der Sackgasse. Nach dem Scheitern der Koalitionsgespräche ist die Situation bis auf weiteres blockiert. Zwischen Neuwahlen, einem Rücktritt Merkels und monatelanger Lähmung scheint alles möglich. Die Analyse aus Schweizer Optik. Steckt Deutschland in einer Staatskrise? Peter Voegeli, Deutschland-Korrespondent des Schweizer Radios SRF: "Den Begriff Staatskrise finde ich übertrieben. Der Staat funktioniert noch, und er hat auch Instrumente für diese Krise. Aber es ist eine politische Krise, die es so in den 68 Jahren der Bundesrepublik noch nicht gegeben hat. Ausgerechnet jetzt ist das wirtschaftlich prosperierende Land über Nacht politisch instabil geworden. Die Krise hat es deshalb ...
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Ein Vogel, der unter der Dusche singt (Di, 21 Nov 2017 10:00:00 GMT)
Dieser kleine, rundliche Vogel mit dem weissen Latz ist der einzige Singvogel, der schwimmt und taucht. Er fliegt sogar durch Wasserfälle! Um zu gedeihen, braucht der "Taucher" unverbaute und störungsarme Wasserwege mit sicheren und ruhigen Nistplätzen. ​​​​​​​ BirdLife Schweiz kürt die Wasseramsel zum "Vogel des Jahres 2017". Der Singvogel kann schwimmen und in Bäche und Flüsse tauchen, um Nahrung wie Insektenlarven zu fischen. Bis zu 15 Sekunden kann sein Tauchgang dauern, bevor er aufsteigt, Luft holt und erneut untertaucht. Die Wasseramsel hat grosse flaumige Federn. Das Federkleid ist wasserdicht, weil sich der Vogel regelmässig mit dem Sekret der Bürzeldrüse einstreicht. Diese Drüse ist beim "Taucher" viel grösser als bei anderen Singvögeln. Sein Schwanz ist ziemlich kurz. BirdLife Schweiz wählte die Wasseramsel zum "Vogel des Jahres", weil es ein "perfekter Botschafter" ist, um naturnahe Wasserwege auch im Siedlungsraum zu fördern. "Es ist leicht möglich, in ...
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Keine Verschwendung von Schnee (Mo, 20 Nov 2017 15:00:00 GMT)
In den vergangenen Jahren schneite es während der Ski-Saison oft zu wenig, sodass die Bergregionen gezwungen waren, mit Kunstschnee nachzuhelfen. Ein verschwenderisches Unterfangen. Doch mit welchen Mitteln spart man hierbei Wasser, Energie und Geld? In den Schweizer Bergen wurden schneearme Winter in den vergangenen Jahren immer häufiger. Die Bergbahnen mussten oft mit Kunstschnee nachbessern. Aber gerade die künstliche Beschneiung frisst viel Wasser und Strom. Das kostet. Die Bergbahnen versuchen deshalb das Optimum aus dem vorhandenen Naturschnee und dem Kunstschnee herauszuholen. Effizientere Beschneiung Deshalb setzen immer mehr Skigebiete auf die sogenannte GPS-gestützte Pistenpräparierung. Jedes Pistenfahrzeug wird dabei mit einem Schneehöhenmess-System ausgestattet. Das System erkennt bis auf wenige Zentimeter genau, wie viel Schnee sich unter dem Fahrzeug befindet. Für eine gute Piste reicht bereits eine Schneedecke von 25 bis 50 cm. Auf einem Monitor im Führerstab ...
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Ergebnisse der COP23: Verhandlungen ziehen sich hin (Mo, 20 Nov 2017 12:20:00 GMT)
Am Samstag, den 18. November um 6.56 Uhr endete die COP23 unter Applaus der wenigen Verhandlungsführer und Beobachter, die nach einer langen Verhandlungsnacht noch anwesend waren. Nach ein paar Stunden Schlaf ist es für unsere Delegation von Swiss Youth for Climate an der Zeit, eine Bilanz der diesjährigen UN-Klimakonferenz zu ziehen, sowohl was die Verhandlungen betrifft als auch auf persönlicher Ebene. Erinnern wir uns kurz daran, dass das Hauptziel dieser UN-Klimakonferenz darin bestand, ein Regelbuch zur Umsetzung des Pariser Abkommens festzulegen. Diese Regelung muss im nächsten Jahr anlässlich der COP24 in Polen abgeschlossen sein, damit die Länder Massnahmen zur Eindämmung der Erderwärmung unter 2°C ergreifen können. Ziele erreicht? Nicht wirklich! Das Regelbuch zur Umsetzung des Pariser Abkommens ist noch lange nicht abgeschlossen. Das aktuelle Dokument umfasst mehr als 200 Seiten und enthält Dutzende von Vorschlägen, die alles andere als unumstritten sind. Zu den ...
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Wie eine Schülerin gegen Antibiotikaresistenzen kämpft (Mo, 20 Nov 2017 10:00:00 GMT)
Die 19-jährige Nina Kathe hat gerade erst ihr Studium in Biomedizin an der Universität Zürich begonnen. Sie ist aber schon Autorin einer preisgekrönten Forschungsarbeit über Antibiotikaresistenzen, ein globales Problem für die öffentliche Gesundheit. Angesichts der zwei prestigeträchtigen Auszeichnungen, die Nina Kathe für ihre Forschung erhielt, könnte man denken, dass ihr Projekt über Antibiotikaresistenz in E. coli-Bakterien das Ergebnis eines Stipendiums oder einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit war. Dem war nicht so: Sie hatte das Experiment mit Hilfe ihres eigenen Computers und im Biologieunterricht ihrer Schule im Kanton Aargau selber durchgeführt; es war ihre Maturarbeit. "Als ich meinem Biologielehrer meine Idee präsentierte, schaute er mich seltsam an und sagte, ich könnte es versuchen. Es töne aber wirklich utopisch und ich sollte daher auch nicht enttäuscht sein, falls es nicht klappen würde", erklärt Kathe gegenüber swissinfo.ch. "Eigentlich hätte ich meine ...
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Auswandern und Pensionskasse: So spart man Steuern (So, 19 Nov 2017 17:24:00 GMT)
​​​​​​​ Beim Bezug des Pensionskassenkapitals wird eine Steuer fällig: Bei Wohnsitz in der Schweiz die Kapitalauszahlungssteuer; bei Wohnsitz im Ausland die Quellensteuer. Letztere können Auslandschweizer unter Umständen zurückfordern. Eben nur unter Umständen. Ausgewanderte kennen den Trick: Sie beziehen ihr Pensionskassenguthaben erst, nachdem sie die Schweiz verlassen und sich in der neuen Heimat niedergelassen haben. Denn beim Bezug des Kapitals wird eine Steuer fällig. Deren Höhe ist nicht nur von Kanton zu Kanton, sondern auch von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Doch wenn man in der Schweiz keinen Wohnsitz mehr hat, kann diese Kapitalauszahlungssteuer nicht mehr erhoben werden. Stattdessen wird vom auszuzahlenden Kapital eine Quellensteuer in Abzug gebracht, die meistens tiefer ausfällt als die Kapitalauszahlungssteuer, aber ebenfalls von Kanton zu Kanton unterschiedlich hoch ausfällt. Am tiefsten ist diese Quellensteuer im Kanton Schwyz. Findige Steueroptimierer ...
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Verbot von Cannabisstudie: Ausnahme oder Alltag? (So, 19 Nov 2017 10:00:00 GMT)
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat ein Pilotprojekt zur kontrollierten Abgabe von Cannabis gestoppt. Der Entscheid bringt eine Grundsatzfrage mit sich: Bremst die Schweizer Politik wissenschaftliche Versuche? Die Stadt Bern wollte ein Forschungsprojekt durchführen, in dessen Rahmen Apotheken in Bern Cannabis verkauft hätten. So sollten Erkenntnisse über das Konsum- und Kaufverhalten, das Befinden der Probanden und den Schwarzmarkt gewonnen werden. Die kantonale Ethikkommission hatte ihr Einverständnis gegeben. Zwei Rechtsgutachten bescheinigten, dass die Studie im heutigen gesetzlichen Rahmen hätte durchgeführt werden können. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hatte 720'000 Franken für den Versuch gesprochen. Weitere Städte wie Basel, Zürich und Genf hatten Interesse an dem Vorhaben signalisiert. Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset (SP) hatte das Pilotprojekt begrüsst. Sein Kollege und Neo-Aussenminister Ignazio Cassis (FDP) ist ein Befürworter der ...
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Eine Legende der Schweizer Fotografie inmitten von Maschinen (Sa, 18 Nov 2017 08:00:00 GMT)
Die Schweizerische Stiftung für Fotografie in Winterthur präsentiert 140 Fotografien von Jakob Tuggener, der als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Schweizer Fotografie-Geschichte gilt. Alle Bilder drehen sich um das Thema Maschinen. Die Ausstellung ist bis zum 28. Januar geöffnet. Die Bilder von Jakob Tuggener (1904-1988) zeichnen sich in der Landschaft der Schweizer Fotografie durch ihre Ausdruckskraft und ihre starke Persönlichkeit aus. Der Künstler war in vielen Welten zu Hause. So konnte er zum Beispiel die Atmosphäre von Bällen, Partys und dem Nachtleben wie kein anderer einfangen. Am besten aber kannte er die Welt der Fabriken und der Industrie. Und das aus gutem Grund: Er absolvierte eine Ausbildung zum Maschinenzeichner und arbeitete in der Bauindustrie. In den späten 1920er-Jahren, nachdem er aufgrund der Weltwirtschaftskrise seinen Job verloren hatte, wandte er sich schliesslich der Kunst und Fotografie zu. Die Ausstellung "Jakob Tuggener – Zeit der Maschinen" ...
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Schuss ins eigene Bein (Sa, 18 Nov 2017 08:49:00 GMT)
​​​​​​​ Am Mittwoch hat er seinen "Salvator Mundi", gemalt von Leonardo da Vinci, versteigern lassen und damit einen Mehrwert von 322,8 Millionen Dollar erzielt. Aber damit hat der Oligarch Dmitri Rybolovlev einen Trumpf im Streit mit dem Kunsthändler Yves Bouvier aus der Hand gegeben. Seit 2015 beschuldigt der Russe den Schweizer, ihn beim Verkauf von Bildern betrogen zu haben. Es ist ein Pyrrhus-Sieg, benannt nach dem König Pyrrhos von Epirus, dessen Truppen nach einer siegreichen Schlacht gegen die Römer so geschwächt waren, dass sie den Krieg schliesslich verloren. Sein "Salvator Mundi" (Retter der Welt), der am Mittwoch für 450,3 Millionen Dollar versteigert wurde, ist zum weltweit teuersten Bild geworden. Dmitri Rybolovlev hat dafür etwas mehr als 300 Millionen kassiert. Die Versteigerung von Christie's in New York dauerte 19 Minuten. Der Milliardär hatte das Bild 2013 für "nur" 127,5 Millionen Dollar gekauft. Es war Yves Bouvier, die ehemalige Nummer 1 des weltweiten ...
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Das sind die 20 einflussreichsten Instagrammer der Schweiz (Fr, 17 Nov 2017 13:00:00 GMT)
Die Bilder-Plattform Instagram hat weltweit 800 Millionen aktive User. Eine der grössten Communities interessiert sich für atemberaubende Landschaftsaufnahmen. Dabei mischen auch Schweizerinnen und Schweizer gross mit – und kurbeln dadurch den Tourismus im kleinen Alpenland an. Posts auf Social Media können nicht nur Abstimmungen und Wahlen beeinflussen, sie können auch die Reiselust wecken. Und genau das machen sich immer mehr Tourismus-Destinationen zunutze. Sie tun dies jedoch nicht ganz freiwillig. Welche Zwänge dahinterstecken, haben wir im folgenden Artikel beschrieben: Dank dem Wandel in der Reise- und Tourismuswerbung können inzwischen ein paar wenige Schweizer Instagrammer als Influencer ihren Lebensunterhalt bestreiten. Trotzdem werden nach wie vor viele Landschaftsbilder aus der Schweiz ohne finanzielle Gegenleistungen auf Instagram geteilt.  Für den Schweizer Tourismus ist jedes Ferien-Bild, das auf Social Media geteilt wird, wertvoll. Gerade die Bilder, die im ...
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"Wir sind hier, um den Puls zu fühlen" (Fr, 17 Nov 2017 12:15:00 GMT)
​​​​​​​ Ob auf Patrouille in Mostar oder in umliegenden Dörfern, bei Gesprächen mit der Bevölkerung und Verantwortlichen aus Politik, Gesellschaft oder Wirtschaft: Das 8-köpfige EUFOR-Beobachtungsteam der Schweizer Armee ist ständig auf Achse, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen, die zwar relativ ruhig, aber nicht unbedingt stabil ist.  Punkt acht beginnt das Morgenmeeting. "Ein Mann, der ein verschollenes Original des Dayton-Friedensvertrags für umgerechnet 50'000 Euro verscherbeln wollte, wurde verhaftet, und der Prozess gegen den früheren bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladić am UNO-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag wurde einmal mehr verschoben." Dies zwei der News aus den Tageszeitungen, die eine bosnische Übersetzerin zusammenfasst. Sie arbeitet für die Mitglieder des Schweizer Liaison and Observation Teams (LOT). Wir befinden uns im Aufenthaltsraum des Schweizer LOT-Hauses in der herzegowinischen Stadt Mostar. Die Soldaten ...
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Terrorismus – 20 Jahre nach dem Massaker von Luxor (Fr, 17 Nov 2017 10:00:00 GMT)
Am 17. November 1997 starben bei einem Anschlag islamistischer Extremisten im ägyptischen Luxor 62 Touristen, darunter 36 Schweizer Staatsangehörige. Es war der schwerste Terroranschlag gegen Schweizer Bürgerinnen und Bürger. Zwanzig Jahre später ist der Terrorismus noch immer eine Bedrohung. Aber anders als man annehmen könnte, ist die Anzahl Angriffe und Opfer rückläufig. "Das Massaker an Unschuldigen", "Tod am Nil", "Horror im Tal der Könige", "Massakrierte Schweizer in Luxor": So lauteten die Schlagzeiten nach dem Anschlag vom 18. November auf den Frontseiten der Schweizer Zeitungen. Auf der archäologischen Ausgrabungsstätte Deir el-Bahari bei Luxor hatten Terroristen der islamistischen Organisation al-Gama' at al-Islamiyya auf eine Gruppe von Touristen das Feuer eröffnet. Die Bilanz war verheerend: 62 Tote, darunter 36 Schweizer Staatsangehörige. Seit 1970 sind 60 Schweizer bei Terroranschlägen ums Leben gekommen. Mit 36 Toten ist Luxor der bisher schlimmste Angriff auf ...
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"Ich hoffe, dass die Jungen die Entscheide ihrer Länder beeinflussen" (Do, 16 Nov 2017 15:00:00 GMT)
Ronny Jumeau ist Botschafter für Klimawandel und für kleine Inseln der "Dritten Welt" auf den Seychellen. Er nimmt am COP23 teil, um auf die grossen Risiken und Gefahren aufmerksam zu machen, denen sein Land aufgrund des Klimawandels ausgesetzt ist. Und auch um zu unterstreichen, wie wichtig es ist, die Jugend miteinzubeziehen. Wie nehmen Jugendliche auf den Seychellen den Klimawandel wahr? Auf den Seychellen unterscheiden wir nicht zwischen Klimaaktivitäten, nachhaltiger Entwicklung und Naturschutz. Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung sind zwei Seiten derselben Medaille. Spricht man auf einer Insel von nachhaltiger Entwicklung, dann spricht man eigentlich vom Überleben. Deshalb treten die Kinder, sobald sie zur Schule gehen, sogenannten Wildlife-Klubs bei. Sie nennen sich dann Öko-Krieger. Das ist hier am COP23 sichtbar: Die Menschen der Pazifik-Inseln sind Krieger, nicht Opfer. In der Grund- und Sekundarschule setzen sich die Jungen gleichermassen mit Klimawandel, ...
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Schweizer Regierung schweigt über EU-Verhandlungsstrategie (Do, 16 Nov 2017 15:04:00 GMT)
Der Bundesrat weigert sich, seine Position zu den künftigen Verhandlungen mit der Europäischen Union darzulegen. Er lässt offen, ob die Schweiz einen weiteren Kohäsionsbeitrag zu Gunsten der neuen EU-Länder leisten wird. Am Mittwoch debattierte die Regierung im Vorfeld des Besuchs von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker über die Position der Schweiz gegenüber der EU. Trotz mehrmaligem Nachfragen von Journalisten wurden an einer anschliessenden Medienkonferenz keine Informationen über die Kohäsionszahlungen preisgegeben. Ob der Bundesrat eine neue "Kohäsionsmilliarde" an Zugeständnisse Junckers knüpfen wird, bleibt damit offen. "Wenn wir in den Gesprächen Ergebnisse erzielen wollen, können wir sie nicht öffentlich führen", sagte Bundesratssprecher André Simonazzi. Informieren will der Bundesrat erst anlässlich des Besuchs von Juncker in Bern. Dieser ist für den 23. November geplant. Die Zahlungen der letzten zehn Jahre wurden für die Verbesserung der Altenpflege, ...
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Aus den Städten vertrieben (Do, 16 Nov 2017 13:00:00 GMT)
In Schweizer Städten wandeln sich ganze Quartiere: Erst sind sie günstig und attraktiv, dann bringen neue Bewohner mehr Geld, und am Ende kann die bestehende Bevölkerung die steigenden Mietpreise kaum mehr bezahlen. Was Gentrifizierung bedeutet, lässt sich am Beispiel Basel derzeit gut darstellen. An einem Samstag im Herbst fand in Basel eine Demonstration für bezahlbaren Wohnraum statt. Sie war nicht besonders gross, 300 Teilnehmer. Angeführt wurde sie von einem umgebauten Fahrradanhänger, an dem Strassenschilder befestigt waren: Steinengraben, Mülhauserstrasse, Burgweg. Diese Strassennamen sind in Basel mittlerweile Schlagworte für Gentrifizierung. Das Angebot an freien Wohnungen in Basel ist seit 2005 um zwei Drittel geschrumpft. Basel ist nur ein Beispiel. In den grossen, wirtschaftlich starken Schweizer Städten wie Zürich, Genf, Bern und Lausanne wird der Begriff "Gentrifizierung" inzwischen ähnlich häufig an Wände gesprayt, wie er in wissenschaftlichen Untersuchungen ...
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Wie eine Schweizer Firma den Markt für Gartenscheren eroberte (Do, 16 Nov 2017 10:00:00 GMT)
Die helvetische Industrie konnte ihre Vitalität behaupten, indem sie auf Produkte der oberen Preisklasse in den Bereichen Chemie, Uhren, Maschinen, Präzisionsinstrumente oder Medizinaltechnik setzte. Aber sie ist auch mit einigen Nischenprodukten Weltmarktführerin: Dies trifft zum Beispiel auf die Neuenburger Firma Felco zu, die Gartenscheren produziert. Von Genevey-sur-Coffrane aus – das 1600-Seelendorf ist eingebettet in einer grünen Oase auf halbem Weg zwischen Neuenburg und der Jurakette – hat man freie Sicht auf die Alpen. "Wenn der Himmel wolkenlos ist, kann man sogar den Mont-Blanc von hier aus sehen", sagt Michèle Charpié und zeigt durch die grossen Glasfenster der Fabrik Richtung Süd-Westen. Sie ist bei Felco verantwortlich für Kommunikation. Die Werkstätten im Herzen von Geneveys-sur-Coffrane haben sich im Lauf der Zeit mit dem Wachstum der Firma ausgeweitet. Sie sind seit mehr als 70 Jahren ein fester Bestandteil des lokalen Lebens. Die meisten der 200 Angestellten ...
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Unterstützung durch die Paradise Papers? (Mi, 15 Nov 2017 15:30:00 GMT)
Multinationale Konzerne dazu verpflichten, die Menschenrechte und die Umwelt überall zu respektieren. Darüber stimmt die Schweiz demnächst ab. Die neue Enthüllungssalve der Paradise Papers verschafft der Vorlage zusätzliche Aufmerksamkeit. Einen Gegenvorschlag zur Initiative lehnte die Regierung ab. Die Kommission für Rechtsfragen des Ständerats (kleinen Parlamentskammer) hingegen forderte einen. Wenn dies auch die Schwesterkommission des Nationalrats (grossen Parlamentskammer) tut, wird das Parlament beauftragt, einen Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative zu erarbeiten. Das bedeutete zuerst einmal, dass die Parlamentarier den Anliegen der Initianten damit mehr Gewicht verleihen würden als die Minister und – im Fall einer Ablehnung der Initiative und Annahme des Gegenvorschlags – zumindest einige davon retten möchten. Das am 10. Oktober 2016 mit 120'00 gültigen Unterschriften eingereichte Volksbegehren verlangt verbindliche Regeln für in der Schweiz ...
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Heute ist wieder Weltuntergang (Mi, 15 Nov 2017 13:00:00 GMT)
Eine neue Ausstellung im Naturhistorischen Museum Bern greift ein uraltes Thema auf, das brandaktuell ist. In dieser Thematik steckt ein wahrer Kern, denn tatsächlich droht der Erde und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern ständig Gefahr. Gewaltige Naturkatastrophen und menschengemachte Desaster wie Kriege oder Umweltzerstörungen liefern den Nährboden für Ängste und Deutungsversuche. "Der Weltuntergang geht uns alle an. Diese Thematik ermöglicht eine Bandbreite zwischen absolutem Hoch und tiefstem Fall. Und: Sie darf sich ungeniert mit Trash einlassen und muss doch ernsthaft sein. Etwas Schöneres kann einem als Ausstellungsmacher kaum passieren", schreibt der verantwortliche Kurator Martin Heller. Die Ausstellung "Weltuntergang – Ende ohne Ende" zeigt Bilder, Kunstwerke, Funde und Erzählungen aus Wissenschaft, Kultur und Kunst. Sie werden nebeneinander gestellt und fordern sich gegenseitig heraus. Das so erzeugte Wechselbad konfrontiert die Besucherinnen und Besucher mit eigenen ...
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Kinderarmut in der reichen Schweiz? Das heisst, so leben wie Niels (Do, 16 Nov 2017 09:00:00 GMT)
Hungern muss er nicht. Der fünfjährige Niels hat auch ein eigenes Zimmer, trägt saubere Kleider und trainiert im Fussballklub. Was seine Mutter verdient, reicht den beiden aber nicht zum Leben, sie sind auf Hilfe angewiesen: Prekarität ist in der Schweiz meist nicht auf den ersten Blick sichtbar, hinterlässt bei den Betroffenen aber Spuren. Kürzlich haben sich Niels und seine Mutter einen "Luxus-Tag" geleistet. Dank vergünstigten Tickets besuchten sie eine Zirkusvorstellung. Und es kommt noch besser: "Wir tranken auch noch einen Kaffee in einem Bistrot und assen ein Brötchen dazu", erzählt die 38-jährige Frau mit leiser Stimme. Sie lächelt. Ihr Sohn Niels strahlt übers ganze Gesicht. Er wirbelt durch die Küche, scheint vor Energie zu strotzen, will auch erzählen und die Wohnung zeigen, in der die beiden seit diesem Sommer leben. Niels fühlt sich offenbar wohl hier. Sein Zimmer habe drei Türen, sagt er stolz. Eine führt in die Küche, eine ins Wohnzimmer und eine auf den Balkon.
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Fünf Kampfflugzeugmodelle stehen zur Debatte (Di, 14 Nov 2017 15:30:00 GMT)
Der Bundesrat möchte neue Kampfjets und Fliegerabwehr-Raketen für die Schweizer Armee kaufen. Kostenpunkt: 8 Milliarden Franken. Fünf Kampfjet-Typen sind potenzielle Kaufkandidaten. Es ist allerdings noch unklar, ob das Volk – das 2014 den Kauf des Gripen abgelehnt hat – über das Modell entscheiden kann. Nach der Niederlage an der Urne vom 18. Mai 2014 unternimmt die Schweizer Armee einen neuen Anlauf. Damals hatten 53,4% der Stimmenden den Kauf von 22 Gripen-Kampfjets für 3,1 Milliarden Franken abgelehnt. Die schwedischen Kampfflugzeuge – damals noch im Entwicklungsstadium – hätten die alten Tiger F-5 ersetzen sollen. Die heutige Situation sei völlig anders, sagte Verteidigungsminister Guy Parmelin vergangene Woche. Der Bundesrat möchte für 8 Milliarden Franken neue Kampfjets und Fliegerabwehr-Raketen kaufen. Eine Alternative gebe es nicht. Nur mit dem skizzierten Vorgehen könne der Schutz des Luftraums und somit die Verteidigung gewährleistet werden. Bald an Kapazitätsgrenzen ...
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"Bosnier möchten nichts lieber, als ein ganz normales Leben führen" (Di, 14 Nov 2017 12:30:00 GMT)
Der Krieg in Bosnien ist seit über 20 Jahren vorbei, im Land ist es weitgehend ruhig, auch wenn die Aufarbeitung der Kriegsgräuel nicht abgeschlossen ist. Die Wirtschaft wächst jedoch kaum, die Arbeitslosenquote ist hoch und es fehlt an politischen Reformen. Trotz all dieser Probleme sieht Andrea Rauber Saxer, Schweizer Botschafterin in Sarajevo, auch Lichtblicke im zerrissenen Vielvölkerstaat. swissinfo.ch: Trotz internationaler Hilfe, auch aus der Schweiz, fehlt es an politischen und wirtschaftlichen Reformen. Ist das Abkommen von Dayton mit der Dreiteilung der Machtbefugnisse mit ein Grund, dass das Land nicht vom Fleck kommt? Andrea Rauber Saxer: Die Verfassung von Bosnien und Herzegowina wurde mit dem Friedensvertrag von Dayton (1995) geschaffen. Es ging darum, die Kriegführenden zu trennen. Es wurden zwei Entitäten geschaffen: die Republika Srpska, mehrheitlich von Serben bewohnt, und die Föderation von Bosnien und Herzegowina, mehrheitlich von Bosniaken (bosnische Muslime) ...
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"Man muss mit der Technik seiner Zeit gehen" (Di, 14 Nov 2017 10:00:00 GMT)
Kürzlich haben die Schweizer Behörden bestätigt, dass das analoge UKW-Radio Ende 2024 definitiv abgeschaltet wird. Herkömmliche Radios werden durch digitale DAB+-Geräte ersetzt. Laut Xavier Studer, Spezialist für neue Technologien, ist diese Entwicklung unausweichlich, auch wenn der DAB+-Standard nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Seit einigen Jahren ist bereits davon die Rede, doch nun wird das Ende des UKW-Radios (auch FM genannt) immer greifbarer. Der Wendepunkt kam im Frühling 2016, als Radio zum ersten Mal stärker digital (DAB+ und Internet) als analog genutzt wurde. Laut Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) hat der Anteil der digitalen Nutzung letzten Frühling 57% erreicht. Es gibt Anzeichen, dass sich der Wandel sehr wohl fortsetzt. Beispielsweise sind neue Autos, mit einem DAB+-Gerät statt mit einem FM-Radio ausgestattet. Auch für Privathaushalte empfiehlt es sich, die alten Radiogeräte auszutauschen, weil sie in sechs Jahren nutzlos sein werden. Etwa ein Drittel der ...
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Herr Juncker, wo drückt der Schuh? (Mo, 13 Nov 2017 15:00:00 GMT)
Nach Spekulationen über eine mögliche Absage nun also doch: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker reist nach Bern. Dort wird sein Besuch auch als Anerkennung der Rolle der Schweiz als wichtige Partnerin der EU gedeutet. Juncker komme nur, wenn der Bundesrat im Vorfeld die Zahlung neuer Kohäsionsbeiträge zusage, lautete in den vergangenen Wochen in Schweizer Medien der Tenor. Nun haben beide Seiten bestätigt, dass der EU-Kommissionspräsident am 23. November zu einem offiziellen Besuch nach Bern komme – auch ohne vorherige Kohäsionsbeiträge-Zusage. Die positive Dynamik hält somit an. Ausgelöst wurde sie im Dezember des vergangenen Jahres mit der EU-konformen Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative durch das Parlament. Anlässlich des Besuchs von Bundespräsidentin Doris Leuthard im April in Brüssel nährte die Deblockierung strittiger Dossiers die Zeichen der Entspannung. Zur Erinnerung: Seit dem 9. Februar 2014 herrschte zwischen Brüssel und Bern diplomatische Eiszeit.
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Wer sind die 2 Millionen Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz? (Mo, 13 Nov 2017 11:54:00 GMT)
Seit letztem Jahr leben erstmals über zwei Millionen Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz. Sie machen fast einen Viertel der Gesamtbevölkerung aus. Doch wer sind diese Menschen, die oft im Zentrum politischer Debatten stehen? Alle Details in Grafiken. Die Schweiz ist eines der Länder mit den höchsten Ausländeranteilen (2015 waren es 24,6%). Nur einige Spezialfälle wie erdölfördernde Länder oder Ministaaten wie Luxemburg verfügen über höhere Quoten als die Schweiz. Die untenstehende Grafik zeigt die Herkunftsländer aller Ausländerinnen und Ausländer, die in der Schweiz leben. Festzustellen ist, dass über 80% aus europäischen Ländern stammen. Personen aus Deutschland, Italien, Portugal und Frankreich machen fast die Hälfte aller Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz aus. Innerhalb von einem Jahr hat die Ausländerquote um 0,3% zugenommen (2014 lag sie bei 24,3%). Mit 19 Zuwandernden auf 1000 Einwohnerinnen und Einwohner im Jahr 2014 liegt die Schweiz an der Spitze ...
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Ein Schweizer porträtiert französische Soldaten (Mo, 13 Nov 2017 10:00:00 GMT)
Das Musée de la Légion d'Honneur in Paris zeigt Pastellzeichnungen eines Waadtländer Malers von alliierten Soldaten während des ersten Weltkrieges. Eine erstaunliche Serie, die die Vielfalt der Koalition gegen Deutschland widerspiegelt. Frühling 1917. Der 66-jährige Waadtländer Maler Eugène Burnand zieht sich in seine Pariser Wohnung zurück, um seine letzte "Mission" zu erfüllen: Die alliierte Armee mit Pastellkreide in ihrer Vielfalt festzuhalten. "Für mich ging es darum, den modernen Kämpfer aus psychologischer Sicht zu studieren", erzählt Burnand in seinem Buch "Liber Veritatis", das nie publiziert wurde. Der Westschweizer aus Moudon war damals vor allem für seinen naturalistischen Blick auf die heimatliche Broye-Ebene und für seine religiösen Gemälde bekannt. Mit seinem Zeitgenossen und Rivalen Ferdinand Hodler verkörpert er die Schweizer Malerei. Die beiden Männer konkurrieren um die Auszeichnungen für dieselben Ausstellungen und Projekte, darunter auch die neuen ...
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"Die Schleppernetzwerke funktionieren wie Reiseagenturen" (Mo, 13 Nov 2017 10:48:00 GMT)
Europäische und afrikanische Minister beraten heute in Bern über einen besseren Schutz der Migranten in Nordafrika. Im Gespräch erklärt SRF-Mitarbeiter Beat Stauffer, wie die Schleppernetzwerke funktionieren. SRF News: Wie organisieren die Schlepperorganisationen in Nordafrika ihr Geschäft? Beat Stauffer: Die Schlepperorganisationen verbreiten ihre Informationen auf sozialen Netzwerken. Mit ein paar Suchwörtern und Mausklicks findet man heraus, in welchen Cafés und an welchen Orten man Schlepper treffen kann. Manche von ihnen stellen sogar ihre Telefonnummern direkt ins Internet. Daneben spielt auch die Mund-zu-Mund-Propaganda unter den jungen Menschen eine Rolle. Sind die Schleppernetzwerke also eine Art Reisebüro für Migranten, die nach Europa wollen? Das sind in der Tat kleinere oder grössere Reiseagenturen, die irreguläre Reisen nach Europa anbieten. Das Ganze ist sehr gut organisiert: Die Migranten werden betreut und untergebracht, bis ihr Schiff ausläuft, viele werden ...
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Gefeiert, geächtet und rehabilitiert (So, 12 Nov 2017 10:00:00 GMT)
Der Erfolg des Schweizer Nationalmalers Ferdinand Hodler begann ausserhalb seiner Heimat und war nicht frei von Rückschlägen. Eine Ausstellung in Bonn zeigt, welchen Anfeindungen Hodler zeitweilig in Deutschland ausgesetzt war. Im kommenden Jahr feiert die Kunstwelt Hodlers 100. Todestag. Insofern ist es von Seiten der renommierten Bonner Bundeskunsthalle auch ein strategischer Schachzug, ein Jahr zuvor seine Werke zu präsentieren. "2018 hätten wir viele der hier gezeigten Bilder wohl nicht ausgeliehen bekommen", räumt Ausstellungskuratorin Angelica Francke ein. Sie ist voll des Lobs und Danks für das Entgegenkommen der eidgenössischen Museen und Sammler, allen voran des Berner Museums. "Es hat uns enorm gefreut, wie leihfreudig die Schweizer waren", sagt sie. 18 Jahre sind seit der letzten grossen Hodler-Werkschau in Deutschland vergangen. Es war also wieder an der Zeit, befanden die Ausstellungsmacher. Sie zeigen Hodler nicht nur als Künstler, sondern auch Unternehmertypus.
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