Top news - SWI swissinfo.ch

Schweiz als fruchtbarer Boden für Zukunftsnahrung (Fr, 21 Jul 2017)
In der Schweiz – für ihre Innovationskraft bekannt – haben sich zahlreiche Startup-Firmen angesiedelt, die neue Landwirtschafts- und Lebensmittel-Technologien entwickeln. In Molondin im ländlichen Waadtland, wird in einem europaweit einzigartigen landwirtschaftlichen Kompetenzzentrum (Agropôle) die Nahrung der Zukunft getestet. Ein Besuch.​​​​​​​
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Franzose lässt in der Schweiz Salat der Zukunft wachsen (Fr, 21 Jul 2017)
Benoît de Combaud ist Franzose, aber er hat sich für die Schweiz entschieden, um sein revolutionäres Verfahren für Hors-Sol-Salate zu entwickeln. Nach über fünf Jahren Forschung und Entwicklung ist seine Erfindung jetzt marktreif. Ein Treffen mit einem Agrotech-Innovator. Benoît de Combaud ist ein vielbeschäftigter Mann. Doch auch wenn er noch allerletzte Einstellungen an seiner neuen Apparatur zur automatischen Salatbeförderung vornehmen muss und ein Treffen mit einem Spezialisten für Pflanzennahrung ansteht, findet der Ingenieur zwischendurch eine Stunde Zeit für uns. Wir sind in seinem Hauptquartier in Molondin, einem kleinen Bauerndorf im ländlichen Waadtland. Hier hat er seit 2012 seine Büros und Test-Gewächshäuser aufgebaut. Klar, dass wir hier nicht alles fotografieren oder filmen dürfen: Sein Unternehmen Combagroup ist daran, das Startup-Kleid abzuwerfen und den grossen Schritt in die gnadenlose, von hartem Wettbewerb geprägte Welt der Lebensmittelindustrie zu vollziehen.
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"Der Tourismus profitiert von Kühen auf der Alp" (Do, 20 Jul 2017)
Alpen und Kühe gehören zur Schweiz wie das Meer zu Italien und der Eiffelturm zu Paris. Die Alpwirtschaft hat eine jahrhundertealte Tradition, hat sich immer wieder gewandelt und den aktuellen Zuständen angepasst. Agronom Felix Herzog sieht für diese eher schwierige Branche sehr wohl eine Zukunft. Vor allem, weil die Bauern an der Alptradition festhalten, aber auch wegen der breiten Unterstützung aus der Bevölkerung und der Politik. swissinfo.ch: Wie wichtig ist die Alpwirtschaft für die Landwirtschaft generell? Felix Herzog: Für die Berglandwirtschaft ist sie noch immer sehr wichtig. Immerhin sind ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen Alpweiden. Wir haben etwa eine Million ha so genannt landwirtschaftliche Nutzfläche (Talgebiet und Bergzonen) plus rund eine halbe Million ha alpwirtschaftliche Fläche. Finanziell hat sie allerdings weniger Gewicht, weil sie von geringer Produktivität ist. Der Futterzuwachs ist viel bescheidener als im Tal. swissinfo.ch: Wieso ...
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Alpennomaden: Das harte Tagewerk der Familie Aellig (Do, 20 Jul 2017)
Romantik pur ist es nicht, idyllisch schon, auch wenn die Tage lang sind, die Arbeit aufreibend. Dennoch: Jeden Sommer ziehen tausende "Alpennomaden" mit ihren Herden in die Höhe, so auch die fünfköpfige Familie Aellig aus Reichenbach im Kandertal. Rund zehn Wochen bleiben sie auf der Engstligenalp im Berner Oberland. Sie kommen ohne ausländisches Personal aus, dafür müssen die Kinder wacker anpacken. Engstligenalp Die Engstligenalp, ein Naturschutzgebiet, liegt auf 1950 m.ü.M. im Berner Oberland. 185 Kühe, 128 Rinder, 194 Kälber, 1 Stier und 18 Ziegen verbringen rund zehn Sommerwochen auf dieser Hochebene. In den 13 Senntümern wird vor allem Alpkäse produziert und verkauft. Die Engstligenalp gehört zur Gemeinde Adelboden, ist aber im Besitz einer Alpgenossenschaft. Diese Alpschaft zählt 92 Personen mit insgesamt 340 Kuhrechten. Anstelle einer Kuh kann man auch z.B. 6 Ziegen auf die Alp treiben. Den ganzen Tag lang haben Sofia, Soldanelle, Salome, Flora und Furka mit rund 500 ...
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Wenn moderne Drachen auf ihren Flügen Strom produzieren (Mi, 19 Jul 2017)
Die Grundidee ist eigentlich ganz einfach: Um Strom aus Windkraft zu erzeugen, sollte man den Wind in Höhen auszunützen, wo er stark bläst. Ein Schweizer Start-up-Unternehmen hat nach diesem Prinzip ein "fliegendes Windkraftwerk" konzipiert. Das Projekt Twingtec wurde an der Expo2017 in Astana vorgestellt. Es verfolgt ehrgeizige Ziele: Es will den Windkraftmarkt mit Drohnen revolutionieren. Wer auf den Eiffelturm gestiegen ist oder in den Bergen wandert, hat mit Sicherheit die Erfahrung gemacht: Je höher man kommt, desto stärker weht der Wind. Die Erbauer von herkömmlichen Windrädern kennen diesen Effekt natürlich auch. Darum bauen sie immer höhere Windräder mit immer längeren Rotorblättern. Doch das Wachstum hat Grenzen. "Die Windräder sind beschränkt: Denn sie können aus technischen und ökonomischen Gründen nicht höhere Lagen ausnutzen, wo der Wind stärker und zuverlässiger bläst", sagt Rolf Luchsinger.     Luchsinger, der an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in ...
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Macron: Wiederaufnahme der Beziehungen "auf konstruktiver Basis" (Mi, 19 Jul 2017)
Bundespräsidentin Doris Leuthard rühmt die Dynamik und den Wunsch nach Effizienz des französischen Präsidenten. Paris seinerseits freut sich über die Beilegung des Steuerstreits. Ein erstes Treffen im Zeichen des Optimismus – ohne dass die streitigen Themen vom Tisch wären. Mag Emanuel Macron die Schweiz? Viele Schweizer erhofften sich vom ersten Treffen zwischen Bundespräsidentin Doris Leuthard und dem französischen Präsidenten eine Antwort auf diese Frage. Macrons Bewunderer in der Schweiz werten dessen Verbindungen mit der Eidgenossenschaft als formelle Beweise dafür: 2012 verteidigte Macron als Bankier bei Rothschild die Interessen von Nestlé. Er verbringt viel Zeit in Vevey und ist mit dem Ex-Chef des Nahrungsmittelherstellers, Peter Brabeck, per Du. Ausserdem sagt Macron von sich, er sei ein "Girondist" und stehe für eine gewisse Autonomie der Regionen – schon fast ein Föderalist, also. Seit seiner Wahl zum Präsidenten regiert er aber eher wie ein "Imperialist", lässt ...
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10 Fragen zur Schweizer Bürgerschaft (Di, 18 Jul 2017)
Wie wird man Schweizer oder Schweizerin? Wer hat ein Recht auf Einbürgerung? Nach wie vielen Jahren? swissinfo.ch hat die Fragen unserer Leser und Leserinnen gesammelt. Hier sind 10 Antworten auf 10 Fragen. 1) Ich bin italienischer Bürger und wohne in Italien, aber ich wurde in der Schweiz geboren, wo meine Eltern jahrzehntelang gelebt und gearbeitet haben. Kann ich die Schweizer Staatsbürgerschaft beantragen? Nein. In der Schweiz ist für das Bürgerrecht die Abstammung massgebend ("ius sanguinis") und nicht der Geburtsort. In der Schweiz geboren zu werden oder Eltern zu haben, die lange Zeit hier gelebt haben, verleiht daher kein Recht auf die Schweizer Staatsbürgerschaft. Den Schweizer Pass kann nur beantragen, wer in der Schweiz lebt, Schweizer Vorfahren hat oder mit einem Schweizer Bürger oder Bürgerin verheiratet ist. 2) Wenn meine Kinder in der Schweiz geboren sind, erhalten sie automatisch die Schweizer Staatsbürgerschaft, auch wenn beide Elternteile ausländische ...
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Thomas Greminger als neuer OSZE-Generalsekretär bestätigt (Di, 18 Jul 2017)
Thomas Greminger ist neuer Generalsekretär der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Der Schweizer Diplomat füllt damit eine Vakanz an der Spitze der Organisation mit Sitz in Wien. Eine fünftägige Einspruchsfrist gegen einen Beschluss des Ständigen Rats der OSZE lief am Dienstagmittag aus, ohne dass einer der 57 Mitgliedsstaaten ein Veto einlegte, wie der österreichische OSZE-Vorsitz mitteilte. Monatelang stand die Besetzung mehrerer OSZE-Spitzenposten in der Schwebe. Nach dem Rücktritt des Italieners Lamberto Zannier per 1. Juli war das Amt des Generalsekretär gar verwaist. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist die weltweit grösste regionale Sicherheitsorganisation. Der Generalsekretär leitet das Sekretariat der Organisation in Wien und unterstützt unmittelbar den Vorsitz. Bis zu seiner Ernennung war Botschafter Greminger Stellvertretender Direktor und Chef der Südzusammenarbeit der Direktion für Entwicklung und ...
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Rucksäcke und Taschen laden Handys auf (Di, 18 Jul 2017)
Jedermann kann heutzutage im Alltag Stromproduzent werden. Das zeigt die kleine Schweizer Startup-Firma United Wear, die Taschen und Rucksäcke mit kleinen Solarzellen ausstattet. Mit diesen lassen sich Handys, Tablets oder andere elektronische Geräte aufladen. "Viele Leute sind überrascht über die Fortschritte im Bereich der erneuerbaren Energien. Das merke ich, wenn ich mich mit Besuchern von Kongressen und Messen unterhalte. Viele träumen davon, dass man eines Tages ein Mobiltelefon mit Solarzellen aufladen kann. Nur ganz wenige wissen, dass dies längst Realität ist", erzählt Silvio Trionfini, Direktor der Firma United Wear. Das kleine Zürcher Startup-Unternehmen ist ein gutes Beispiel für die Kreativität und Innovationskraft im Bereich der so genannten umweltschonenden Technologien "Cleantech". Seit einigen Monaten produziert die Firme Taschen und Rücksäcke, die auf ihren Aussenseiten "Mini-Solarkraftwerke" integriert haben. Damit kann man Mobiltelefone, Tablets, Fotoapparate ...
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Wie lange bleiben Einwanderer in der Schweiz? (Mo, 17 Jul 2017)
Ein Viertel der Wohnbevölkerung in der Schweiz besitzt keine Schweizer Staatsbürgerschaft. Dieser Prozentsatz ist einer der höchsten weltweit. Doch wie lange bleiben diese Ausländer in der Schweiz? Die Antwort variiert je nach Herkunftsland. Eine Grafik illustriert die migratorischen Besonderheiten der ausländischen Bevölkerung. Die ausländische Bevölkerung steht regelmässig im Zentrum von politischen Debatten in der Schweiz. swissinfo.ch befasst sich zwar regelmässig mit den Details der Migrationsstatistik [1, 2, 3], doch die Frage nach der Aufenthaltsdauer von Ausländerinnen und Ausländern wurde noch nie untersucht.  Dank der personenbezogenen Daten des Bundesamtes für Statistik, auf die sich der Nationale Forschungsschwerpunkt (NFS) NCCR - on the move abstützt, kann die Migrationsbewegung von Ausländern, die seit 1998 in die Schweiz gekommen sind, nachverfolgt werden.  Unter jenen Einwanderern, die das Land innerhalb von fünfzehn Jahren wieder verlassen haben, ist der Anteil ...
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Schweizer im Dienst von Leopold II. – Spurensuche im Kongo-Freistaat (Mo, 17 Jul 2017)
Es ist ein wenig untersuchtes Kapitel der schweizerischen Emigrationsgeschichte. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts engagierten sich immer mehr Schweizer im Dienst des Kongo-Freistaates, dem alleinigen Eigentum von König Leopold II. von Belgien. Gustave Moynier, Mitbegründer des IKRK, wurde der erste Schweizer Generalkonsul des Kongo-Freistaates. Wie war es möglich, dass er als Mitbegründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz sich gleichzeitig für die gewaltige und mörderische Ausbeutung des Kongos durch Leopold II. zwischen 1885 und 1908 einsetzen konnte? In dieser besonderen Kolonie, die dem König von Belgien persönlich und nicht dem Staat Belgien gehörte, kamen Millionen von Afrikanern zu Tode (der Journalist Adam Hochschild schätzt die Opferzahl in seiner Untersuchung "Schatten über dem Kongo. Die Geschichte eines der grossen, fast vergessenen Menschheitsverbrechen", erschienen 1998, auf 10 Millionen Menschen.) Er beschreibt ein Klima des Schreckens, das im Kongo ...
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Federer triumphiert zum achten Mal in Wimbledon (Mo, 17 Jul 2017)
Der Schweizer Tennisstar Roger Federer ist nicht zu stoppen. Gestern gewann er zum achten Mal das Wimbledon-Turnier. 6:3, 6:1 und 6:4 – Roger Federer gewinnt hochüberlegen und ohne Satzverlust den Final gegen den Kroaten Marin Cilic. Elfmal Wimbledon-Finale, davon achtmal erfolgreich – das hat vor Federer noch keiner geschafft. Doch seine Wimbledon-Bilanz weist noch weitere Rekorde aus. Ein Rückblick.
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Blut, Schweiss und Trophäen: Zürich im Fieber des Boxsports (So, 16 Jul 2017)
Im frühen 20. Jahrhundert florierte der Boxsport in Paris. An vorderster Front mit dabei war der ehemalige Weltmeister und Aargauer Frank Erne, der 1908 grosse und spektakuläre Matches mitorganisierte. Einige Jahre später hatte das Boxfieber Zürich erreicht. swissinfo.ch fand Archiv- und Schweissperlen – und fliegende Fäuste. Die Welle schwappte von Frankreich in die Westschweiz über, wo in Genf und Lausanne die ersten Boxclubs gegründet wurden. Bereits 1909, vier Jahre vor Gründung des Schweizerischen Boxverbands, fanden die ersten Schweizer Meisterschaften statt. Gemäss Zeitungsberichten fand die Gründungsversammlung des Verbands mit Delegierten aus Genf und Bern im Februar 1913 statt Es dauerte nicht lange, und der Sport etablierte sich in Zürich – vor allem durch seine Beliebtheit in der Arbeiterschicht. Der "Boxclub Sportring" wurde 1919 gegründet; 1934 folgte sein lokales Pendant, der "Box Club Zürich" (BCZ). Der BCZ gewann enorme Popularität Mitte der 30er-Jahre. Die ...
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Billige Ferien in der Schweiz – wie geht das? (Sa, 15 Jul 2017)
Die Schweiz gehört zu den teuersten Ländern der Welt. Mit einigen Tipps und Tricks lässt sich das Land auch mit kleinem Geldbeutel erkunden. Die Schweiz ist eine Hochpreisinsel. Der starke Franken macht das Land für ausländische Touristen besonders teuer. Viele verzichten daher auf Ferien in der Schweiz. Zwar lässt es sich nicht ändern, dass die Schweiz teuer ist. Aber folgende konkrete Tipps und Informationen werden Ihnen vielleicht helfen, dass die Schweiz-Reise nicht zum finanziellen Desaster wird. Preiswerte Bergerlebnisse Wir haben unsere Leser und Leserinnen auf Social Media um Rat gefragt. Hier sind ihre Tipps für preiswerte Bergerlebnisse! "Stadtnah und einfach zu begehen: Uetliberg, mit Blick auf Zürich und See!" "Melchsee Frutt, da kann man mit dem Auto hochfahren." "Von Raron mit der Seilbahn nach Unterbäch fahren, dort Mittagessen und dann zu Fuss wieder zurück. Oder viceversa. Und in Raron die schöne Kirche mit dem Rilkegrab und dem Wahnsinns-Aprikosenbaum ...
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Die Rückkehr der russischen "Prinzessin" auf die Brissago-Inseln (Fr, 14 Jul 2017)
Sie ist genauso faszinierend wie rätselhaft: Antonietta von Saint Leger, bekannt als "Baronin der Brissago-Inseln". Vor kurzem ist sie auf die Inseln zurückgekehrt. Besser gesagt: Ein legendäres Porträtbild von ihr – genau 130 Jahre nach seiner Entstehung und genau 90 Jahre, nachdem die Baronessa die Insel verlassen hat. Lassen wir die Geschichte von vorne beginnen. Geboren am 20. Juni 1856 in St. Petersburg und angeblich ein uneheliches Kind des Zaren Alexander II., übersiedelt Antonietta im Alter von 16 Jahren nach Neapel – als Gast des US-amerikanischen Konsuls. Hochgebildet und exzentrisch, wird sie unter anderem Schülerin von Franz Liszt. Ihre Beziehungen zu Männern dauern in der Regel nicht sehr lange. Von sieben Ehemännern ist die Rede, verbürgt sind deren vier. In dritter Ehe heiratet sie in Mailand den Irländer Richard Fleming Saint Leger von Kingstown. Sie erhält den Titel der Baronin, auch wenn ihr Mann zum Zeitpunkt der Heirat den Adelsstand eigentlich verloren hatte, ...
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Technische Entwicklung wartet nicht auf die Ärmsten (Fr, 14 Jul 2017)
Die Digitalisierung der Landwirtschaft sei nicht mehr aufzuhalten, liest man dieser Tage oft. Die Rede ist von GPS-gesteuerten Traktoren, Jät-Robotern, Datenaustausch per Internet und Drohnen, die über die Felder fliegen. Gefordert sind nicht nur die Bauern in unseren Breitengraden. Der Trend hat auch die Kleinbauern im Süden und somit die Entwicklungshilfe längst erfasst. "Noch in den 1990er-Jahren dachte man, der Computer und all die Neuen Medien beträfen die Entwicklungszusammenarbeit nicht", erinnert sich Manuel Flury. Er ist Co-Chef der Abteilung Globalprogramm Ernährungssicherheit bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Man ging davon aus, dass die Entwicklung der Technologie linear verläuft – und wurde bald eines Besseren belehrt. "Die Technologie macht Sprünge, ansonsten wäre die Mobil-Revolution in Afrika nicht so erfolgreich gewesen", so Flury, der selber mehrere Jahre für die DEZA in und für Afrika tätig war. Uganda und Kenia beispielsweise ...
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Wo man den Kondukteur noch pfeifen hört (Do, 13 Jul 2017)
Städtisches Gewusel in lichtbefallenen Hallen, einsame Wärterhäuschen auf einem Feld – der Blick zurück auf längst vergangene Tage der Schweizer Bahnfahrt zeigt Sehnsuchtsorte in Schwarz-Weiss. Wer kennt es nicht, das Klischee der pünktlichen Schweizer Züge? Wer aus dem Ausland die Schweiz besucht, staunt nicht selten ob der zeitlichen Punktlandung der An- und Abfahrten. Die SBB ist hierzulande schon fast ein bisschen ein Nationalheiligtum: Wenngleich gerne ab und an über Preise und volle Züge gejammert wird, so ist man doch stolz auf die funktionierende Infrastruktur auf Schienen. 1902 wurden die Schweizerischen Bundesbahnen SBB durch Zusammenlegung und Verstaatlichung der ehemaligen Privatbahnen gegründet. Heute hält der Bund die Aktienmehrheit über den Konzern. Die Suche in verschiedenen historischen Fotoarchiven bringt faszinierende Bilder zutage – aus einer Zeit, in der das Zugfahren noch Aufregung bedeutete. Wer an einem Bahnhof lebte, hatte einen Fuss auf dem Perron und ...
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Geharnischte Post für FDP-Chefin Petra Gössi (Do, 13 Jul 2017)
Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) protestiert mit einem Brief bei Petra Gössi, Präsidentin der Freisinnig-Demokratischen Partei, wegen ihrer Kritik an Rentnern im Ausland. Die ASO erwarte eine Entschuldigung von Gössi, sagt -ASO-Direktorin Ariane Rustichelli. Der Anlass für den Unmut bei den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern: FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi hatte in einem Artikel des Boulevardblatts Blick am 21. Juni erklärt: "Rentenausbau hilft den falschen Personen, nämlich den Rentnern im Ausland, die keine Wertschöpfung in der Schweiz generieren. Ihnen vergolden wir den Ruhestand auf Kosten der nächsten Generationen." Diese Aussage hatte sie im Zusammenhang mit der Rentenreform gemacht, über die am 24. September 2017 abgestimmt wird. Diese sieht vor, dass alle Neurentner als Ausgleich für verschiedene Rentenkürzungen 70 Franken pro Monat zusätzlich auf erhalten sollen. Mit ihrer Aussage stiess Gössi in ein Wespennest und sorgte für massive Kritik bei der ...
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Wenn Traktor und Mähdrescher auf einmal Roboter sind (Do, 13 Jul 2017)
Drohnen, Melkroboter, führerlose Fahrzeuge, intelligente Sensoren: Digitale Technologie erobert mit hoher Geschwindigkeit die Landwirtschaft. Der Schweizer Wirtschaftsminister fordert deshalb eine veritable "digitale Revolution", eine Landwirtschaft 4.0. Doch Experten sind skeptisch. Sehr skeptisch. Krankheiten entdecken und den exakten Bedarf von Nährstoffen für Anbau-Kulturen schätzen: Das und noch viel mehr können Drohnen mit Kameras in der Landwirtschaft. Oder Salate, die Hors Sol spriessen, gespiesen von einer Wolke von zu 100Prozent biologischen Nährstoffen. Oder ein mit Solarenergie angetriebener Roboter, der nur jene Pflanzen mit Schutzmitteln besprüht, die von Schädlingen befallen sind. Und der so mithilft, giftige Pestizide zu reduzieren. Nein, das ist nicht Science Fiction: Neue, hochpräzise Instrumente sind bereits heute unverzichtbar in den Bemühungen der Landwirte, ihre Betriebe stets effizienter zu bewirtschaften. Selbstfahrende Traktoren  Auf den Schweizer ...
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Locarno feiert 70 Jahre mit viel Neuem (Do, 13 Jul 2017)
Kontinuität und Innovation: Unter dieses Motto stellt der künstlerische Direktor Carlo Chatrian das Filmfestival Locarno, das dieses Jahr 70 Jahre feiert. Unter den 18 Filmen im Wettbewerb findet sich auch die Schweizer Produktion "Goliath" von Dominik Locher. Das Festival schliesst mit einem Dokumentarfilm über die berühmte Tessiner Hardrockband "Gotthard". Es wird ein spezielles Jahr für das Publikum des Filmfestivals Locarno. Nicht nur feiert dieses heuer ein Jubiläum, sondern es wird auch der neue Filmpalast mit drei brandneuen Sälen eröffnet, und das GranRex, der historische Saal der Stadt, präsentiert sich komplett restauriert. Wie um seine Rolle des Kulturaustauschs zu unterstreichen, führt das Festival dieses Jahr eine neue Initiative ein: eine Reihe von öffentlichen Treffen mit Persönlichkeiten wie der ehemaligen Chefanklägerin Carla del Ponte, der kanadischen Künstlerin Peaches und dem englischen Astrophysiker Ben Moor. Das Programm 2017 Nach einem Vorfestival mit ...
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Düstere Zukunftsaussichten für Diesel (Mi, 12 Jul 2017)
Schlechte Nachrichten bedrängen den Diesel. Der Treibstoff, der eigentlich als weniger schädlich für das Klima gilt als Benzin, steht im Kreuzfeuer der Kritik. Auf einmal fragen sich die Autofahrer, ob es noch richtig ist, sich für einen Dieselmotor zu entscheiden. Die Zweifel sind auch in der Schweiz angekommen, wo der Diesel ins Stottern gerät. Der Dieselmotor scheint zum neuen Schreckgespenst der Autoindustrie geworden zu sein. Ständig gibt es Neuigkeiten, die sich alle gleichen: sie sind durchwegs schlecht. Die Bürgermeister von Paris, Athen, Mexiko-Stadt und Madrid haben Anfang Juni ihren Willen bekräftigt, Fahrzeuge mit Dieselmotoren bis 2025 aus ihren Stadtzentren zu verbannen; Anfang Juli hat der neue französische Umweltminister, Nicolas Hulot, angekündigt, den Verkauf von Fahrzeugen mit Diesel- oder Benzinmotor bis 2040 zu verbieten. Der Automobilhersteller Volvo hatte bereits am Tag zuvor gemeldet, dass ab 2019 keine Autos mehr entwickelt würden, die ausschliesslich ...
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"Vues de Suisse" (Do, 06 Jul 2017)
Schwindelerregende Brücken, berauschende Bergpanoramen und ein fast menschenleeres Zürich: Die Fotografien von Jean Adolphe Braun fanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reissenden Absatz. Warum? Das Smartphone war noch nicht erfunden. Wer es sich leisten konnte, unternahm ab den 1850er-Jahren ausgedehnte Reisen. Für das wohlhabender werdende europäische Bürgertum war die Schweiz eine beliebte Destination. Doch da die wenigsten Familien einen eigenen Fotoapparat besassen, dienten vor Ort gekaufte Lichtbilder als Erinnerung an die besuchten Orte. Einer, der sich mit diesem Geschäft ein erfolgreiches Unternehmen aufbaute, war der Elsässer Jean Adolphe Braun. Der Textildesigner und Fotograf spezialisierte sich auf Aufnahmen von Städten und alpinen Landschaften. Seine Firma in Mulhouse (Mülhausen) hatte entscheidenden Einfluss auf den europäischen Blick auf die touristische Schweiz. Das Landesmuseum Zürich zeigt nun die eindrücklichsten Bilder von 1870 bis 1900 aus dem ...
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Lukas Habersaat: Preisgekröntes Geschäftsmodell in Bangkok (Mi, 12 Jul 2017)
Er arbeitete für ein multinational tätiges thailändisch-chinesisches Familienkonglomerat und hat heute eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung in Thailand. Lukas Habersaat wurde für die Entwicklung und Umsetzung eines pionierhaften Geschäftsmodells in Bangkoks Vergnügungsviertel offiziell ausgezeichnet. Seit über zwanzig Jahren lebt er mit seinem Partner in Bangkok und möchte auch in Zukunft in Thailand bleiben. Für den Winterthurer Lukas Habersaat war es kein zufälliger Entscheid, eine Berufslehre als Koch zu absolvieren. Schon früh war sein kulinarisches Interesse geweckt. Während den ersten Jahren der Berufspraxis im Gastgewerbe bildete er sich berufsbegleitend weiter. Zunächst kaufmännisch mit dem Besuch einer Handelsschule und in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre zum Tourismusexperten an der Hotelfachschule Lausanne. Der Erwerb und die Vertiefung von Fremdsprachen waren ihm wichtig. In der Folge perfektionierte er sich in Französisch und Englisch. Für den beruflichen ...
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Sgt. Pepper: Geniestreich oder Kitsch? (Di, 11 Jul 2017)
Sergeant Pepper wird 50! Sergeant was? Die Schallplatte der Beatles, welche die Rockgeschichte verändert hat. Oder gar jene der Welt. Denken Sie nicht? Kein Problem, es gibt einige, die dieser Meinung sind. Und nicht alle von ihnen sind 1967 geboren. Warum Links auf Englisch? In diesem Artikel kommen viele Hyperlinks vor, die auf Künstler und Alben verweisen, die vielleicht nicht alle kennen. Wir haben uns entschieden, dazu nicht auf Wikipedia zu verlinken, da dieses zu unausgeglichen, oft zu lang und zu seriös daherkommt (schliesslich geht es in diesem Artikel um Rockmusik!). Und die Websites der Bands erschienen uns zu stark aufs Marketing ausgerichtet. Wir haben uns deshalb entschieden, auf allmusic.com zu verlinken, das zwar kein philanthropisches Unternehmen ist, wo aber die Texte korrekt, unterhaltend und gut geschrieben sind, aber… auf Englisch. "So Sgt. Pepper took you by surprise", sang John Lennon 1971 mit offensichtlicher Boshaftigkeit an die Adresse von Paul ...
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Keine Demokratie ohne Revolten und Proteste (Mo, 10 Jul 2017)
"Wie kann so etwas in einer Demokratie passieren", fragte die Berliner Zeitung nach den gewalttätigen Unruhen in Hamburg, die sich gegen den G20-Gipfel richteten. Die Eskalation, eine "Blamage" für die Demokratie, wie die Zeitung schrieb? Die Schweizer Geschichte zeigt: Demokratiegeschichte ist eine Geschichte des politischen und sozialen Protests. Ein eben erschienenes Schweizer Buch* liefert die Hintergründe, der Politwissenschaftler Claude Longchamp stellt für swissinfo.ch die Thesen vor. Am Anfang stand das St. Galler Veto. 1830 war das Jahr der politischen Erneuerung. Die am Wiener Kongress wiederhergestellten Verhältnisse sollten in verschiedenen Kantonen der Eidgenossenschaft überwunden werden. Das Buch, der Autor und der Rezensent Die direkte Demokratie der Schweiz, oft als deren politisches Tafelsilber gerühmt, verdankt ihre Entstehung ebenfalls Protesten und Revolten. Dabei wurde auch Gewalt eingesetzt. Diese Protestgeschichte zeichnet der Historiker Rolf Graber in ...
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"Natürlich bin ich Feministin" (Mo, 10 Jul 2017)
Diese Frauenpower ist in der Diplomatie ungewöhnlich. Christine Schraner Burgener ist nicht nur die erste Frau an der Spitze der Schweizer Botschaft in Berlin. Heute werden alle Abteilungen in der Botschaft von Frauen geleitet. swissinfo.ch traf das Diplomatinnen-Team zum Gespräch. Ein kurzer Blick zurück: Bis in die achtziger Jahre hinein waren Frauen in Spitzenpositionen des diplomatischen Dienstes der Schweiz so rar wie in der Wirtschaft. Bern forderte von Diplomatinnen sogar, ledig zu bleiben – oder auszuscheiden. Das klingt heute wie eine Sage aus der fernen Vergangenheit. Doch für die Generation von Christine Schraner war sie greifbar nah. Die Juristin begann 1991 ihre Ausbildung in Bern. Ihr Jahrgang setzte sich damals aus 3 Frauen und 11 Männern zusammen. Bei der Erinnerung an das damals noch herrschende traditionelle Frauenbild und so manchen herablassenden Spruch der Kollegen schüttelt sie heute fast ungläubig den Kopf: "Was waren das nur für Zeiten." Botschafterinnen ...
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Mit jungen Menschen über den Holocaust sprechen (Mo, 10 Jul 2017)
Ausbildung, Jugend und soziale Medien: So lauten die Prioritäten der Schweiz, die 2017 die International Holocaust Remembrance (IHRA) präsidiert. Man will der Frage nachgehen, wie der Holocaust jungen Menschen zu vermitteln sei. Bereits viel Erfahrung damit hat der Verein CICAD. Ein Erfahrungsaustausch mit dessen Generalsekretär Johanne Gurfinkiel. Vergangene Woche hat in Genf die IHRA getagt, die dieses Jahr von der Schweiz präsidiert wird. Die 200 Teilnehmenden beschäftigen sich mit Recherche, Ausbildung und Bildung der Jungen. Der Westschweizer Verein CICAD (Coordination intercommunautaire contre l'antisémitisme et la diffamation) tut dies seit Jahren. Generalsekretär Johanne Gurfinkiel im Gespräch. swissinfo.ch: Wie bewerten Sie den Beitrag der IHRA? Johanne Gurfinkiel: Diese Organisation hat für eine neue Dynamik gesorgt, das war nötig. Die Zeugen von damals sind alt und sterben. Somit stellt sich die Frage, wie weiter dafür gesorgt werden kann, dass diese Erinnerung ...
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Die Schweiz vergisst ihre vierte Landessprache (So, 09 Jul 2017)
Minderheitensprachen in Europa werden seit einiger Zeit geschützt und gefördert, um sie vor dem Aussterben zu bewahren. Auch das Schweizer Rätoromanisch gilt als gefährdete Sprache. Was haben Samen und Karelier in Skandinavien mit Rätoromanen in der Schweiz gemeinsam? Sie sprechen eine gemäss Unesco-Atlas gefährdete Minderheitensprache. Nur noch 0,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung sprechen Rätoromanisch, das sich aus der Vermischung von Volkslatein mit lokalen Sprachen im Kanton Graubünden entwickelt hat. Laut einer Studie der Europäischen Kommission liegt die kritische Grenze der für das Überleben einer Sprache notwendigen Sprecher bei 300'000. Rätoromanisch liegt mit 35'000 Sprechern weit darunter. Laut Unesco sind weltweit die Hälfte der über 6000 Sprachen vom Aussterben bedroht. Der Bund und der Kanton Graubünden investieren zusammen 7,6 Mio. Franken pro Jahr in den Erhalt von Rätoromanisch. Dazu kommen rund 25 Mio. Franken Gebührengelder, die in das ...
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Takhi - ein Geisterpferd kommt zurück (Sa, 08 Jul 2017)
In der Steinzeit zogen Wildpferde zu  Tausenden durch die Steppen Eurasiens. 1960 war die Population erloschen. Mit den letzten ihrer Art – nur zwölf Tieren – haben Schweizer Natur- und Tierfreunde nun eine neue Population gezüchtet. Das "Takhi" streift wieder durch die Wüste Gobi.  Ausgerottet ist ausgerottet – das gilt nicht immer: Steinbock, Rothirsch, Biber, Luchs und Bartgeier wurden in der Schweiz wieder angesiedelt. Man nutzte dazu gesunde Populationen aus dem nahen Ausland. Weit komplizierter war das Schicksal des Przewalskipferds, der einzigen überlebenden Wildform des Pferdes. Denn von ihm gab es keine Population mehr. Mit Hilfe der Schweiz konnten Tierfreunde den Bestand jedoch wieder aufbauen.  "Takhi": Das heilige Pferd der Mongolen In der Steinzeit zogen Wildpferde zu  Tausenden durch die Steppen Eurasiens. Frühzeitliche Künstler malten sie an Höhlenwände – und bejagten sie. Über Jahrtausende zog sich die Art nach Zentralasien zurück. Den Mongolen war sie heilig; ...
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Stadt Zug bringt digitalen Pass – als "Weltpremiere" (Fr, 07 Jul 2017)
Die Stadt Zug bietet bald als weltweit erste Gemeinde allen Einwohnern die Möglichkeit, eine digitale Identität zu bekommen. Das ist ein bedeutender Schritt fürs E-Voting in der Schweiz. Für Auslandschweizer ist sie längst ein Thema: Die digitale Identität würde vieles erleichtern. Insbesondere ermöglicht sie E-Voting. Sie vereinfacht also die Teilnahme am demokratischen Prozess in der Heimat enorm.  Doch mit der elektronischen Identität tut sich die Schweiz schwer. Einig ist man sich, dass es eine solche braucht, und zwar bald, wenn man den Schwung der Digitalisierung nutzen will. Immer mehr digitale Anwendungen im privaten oder staatlichen Bereich verlangen eine eindeutige fälschungssichere Identifikation, die nicht allein auf einem Password beruht.  Die nun in Zug vorgestellte digitale Identität basiert auf einer App, die persönliche Informationen mithilfe von Blockchain-Technologie sichert und mit einer Crypto-Adresse verknüpft, wie die Stadt Zug mitteilte. Die ...
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"Die Schweiz darf selbstbewusster sein – sie muss" (Fr, 07 Jul 2017)
Das Gefüge relativ gleichgestellter Gross- und Mittelmächte, die sich untereinander relativ einig sind, neigt sich seinem geschichtlichen Ende zu, schreibt Gastautor Konrad Hummler. Darin sieht der einstige Bankier eine grosse Chance für den Kleinstaat Schweiz. Aber auch eine ganz spezifische Gefahr.  Was macht die Schweiz im Innersten aus? Die Frage ist einfach beantwortet, wenn wir nach dem wirklich Unverzichtbaren fragen. Nach jenen fünf Dingen also, die wir auf eine einsame Insel mitnähmen, wenn wir denn müssten. Für mich sind es diese:Die gewachsene föderale Struktur mit den hohen Entscheidungskompetenzen auf unterer EbeneDie Mitsprache des Volkes in Angelegenheiten der StaatsführungDer ausgeprägte Sinn fürs Masshalten bei Begehrlichkeiten gegenüber dem StaatDie Gewährleistung des privaten EigentumsDas partizipative und nicht obrigkeitliche Staatsverständnis. Alles Wissen und alle Erfahrungen weisen darauf hin, dass die machtferne kleine Nation in vielen weltpolitischen ...
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Schweizer streiken – Italiener arbeiten (Do, 06 Jul 2017)
Die Angestellten im Schweizer Seebecken des Lago Maggiore streiken seit mehr als zehn Tagen. Sie protestieren gegen ihre Entlassungen auf Ende Jahr. Während das italienische Personal einen Minimalfahrplan garantiert, blockieren Sympathisanten sogar die Einfahrt von Schiffen in den Hafen Locarnos. Die Situation ist angespannt – ein Ende des Arbeitskampfes nicht in Sicht. Augenschein in Locarno an einem Nachmittag dieser Woche. Vor dem Hafenbecken treiben rund zehn Personen auf Luftmatratzen und Schwimmhilfen. Sie wollen verhindern, dass das Motorschiff Verbania, das vom italienischen Arona gestartet ist, anlegen kann. Erst nachdem die Tessiner Wasserpolizei die schwimmenden Demonstranten vertrieben hat, kann das MS Verbania an der Schifflände Locarno vertäut werden. Mit einer Stunde Verspätung. Schifffahrt Langen- und Luganersee Am 23. Dezember 2016 haben die beiden Schifffahrtsgesellschaften auf dem Lago Maggiore und dem Lago di Lugano – die italienische Gestione Governativa ...
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Neue Hoffnung für Schweizer Bankkunden im Ausland (Mi, 05 Jul 2017)
Der Angriff auf die überhöhten Bankgebühren für Auslandschweizer sitzt. In Bern wurde zu lange nicht erkannt, worin deren eigentlicher Affront besteht. Jetzt dämmert es der Politik. Und die Postfinance hat Grund zu verhandeln. Eine Analyse. Es gibt im Leben eines Schweizer Bürgers nur Weniges, das ihn so in die Gesellschaft integriert wie ein Bankkonto. Wird ein Schweizer 18, spricht ihm der Staat das Vertrauen aus in Form von Wahlrecht, Mündigkeit und Fahrausweis – und die Bank in Form der Kreditkarte. Es ist, wie wenn ein grosser Kreis von Menschen dem Heranwachsenden sagen würde: Wir halten dich für klug, vernünftig und gross, du darfst nun dein eigenes Leben führen. Männer erhalten mit 20 auch noch eine Waffe in die Hand, oder das Steuer eines Truppentransporters, sie dürfen das Gewehr mit nach Hause nehmen. Und alle im Land dürfen ihre Steuern selbst deklarieren. Mehr Vertrauen kann ein Staat einem einzelnen Bürger nicht aussprechen. Vertrauensentzug – die eigentliche ...
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"Ich bin ein Online-Warrior" (Mi, 05 Jul 2017)
Er ist 93 Jahre alt und macht in einer politischen Bewegung von engagierten Jungen mit: Pierre Rom. Als so genannter Online Warrior gehört der hellwache Berner zum "Heer der Kommentarschreiber", das als "Geheimwaffe" der Operation Libero gilt. Seine Mission: Anschreiben gegen den Hass im Netz. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Das "Heer der Kommentarschreiber", dem der hellwache 93-Jährige angehört, gilt als Geheimwaffe der Bewegung Operation Libero gilt. Mit seinem Wirken steht er manchem "Digital Native" in Nichts nach." "Schriftlich kann ich mich besser ausdrücken als mündlich", sagt Pierre Rom und schiebt der Autorin zu Beginn des Gesprächs im Restaurant in der Berner Altstadt ein zweiseitiges Argumentarium zu.  Darauf hat er seine Einstellung in der Politik festgehalten. Parteien seien nicht mehr in der Lage, über ihr Umfeld hinaus zu mobilisieren, lautet ein Punkt. Diese Aufgaben können und sollen jetzt ...
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Und die Schweizer Stimmbürger schufen die AHV-Rentner (Mi, 05 Jul 2017)
Eine der wichtigsten Abstimmungen in der direkten Demokratie Schweiz jährt sich zum 70. Mal: Am 6. Juli 1947 sagten die Stimmbürger klar Ja zum AHV-Gesetz. Es war dies die Geburtsstunde der Alters- und Hinterbliebenenversicherung. Lange Jahre das Paradepferd, ist diese heute zum Sorgenkind der Schweizerischen Sozialpolitik mutiert. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Ein halbes Jahr nach dem klaren Volksentscheid war es soweit: Der Postbote klingelte an der Haustüre, zückte seinen grossen Geldbeutel und klaubte Noten und Münzen hervor. Zwischen 40 bis 125 Franken legte der Mann in Uniform in die furchigen Hände von ergrauten Männern und Frauen. Damit schuf er einen neue Menschentypus: den AHV-Bezüger*. Ab dem 1. Januar 1948 erhielt, wer das 65. Altersjahr erreicht und somit genug gearbeitet hatte, einen Teil des früheren Gehaltes ausbezahlt – jetzt in Form eines Versicherungsbeitrags. Finanziert wird die ...
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Druck gegen hohe Postfinance-Gebühren nimmt zu (Di, 04 Jul 2017)
Jetzt kommt Bewegung in das Dossier, welches die Auslandschweizer am meisten nervt. Die Kontogebühren bei Schweizer Banken sind für sie zu hoch, doch bisher scheiterten alle Versuche, dies zu ändern. Eine Motion an den Bundesrat soll die Sache nun beschleunigen. ​​​​​​​ Die Motion "Postfinance auch für Auslandschweizer", eingereicht am 3. Juli, ist kurz, aber deutlich: "Der Bundesrat wird beauftragt, die Postverordnung und namentlich deren Artikel 43 so zu ändern, dass Auslandschweizerinnen und -schweizer zu ähnlichen Konditionen wie in der Schweiz Zugang zu den Dienstleistungen von Postfinance, einschliesslich des Kreditkartenangebots, haben."  Von Politikern aller Parteien getragen Der Absender hat Gewicht, es ist die Aussenpolitische Kommission des Nationalrats, also Nationalräte aller Parteien. Seit 2008 haben Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer grosse Schwierigkeiten, ihre Bankbeziehungen in der Schweiz aufrechtzuerhalten. Die Banken in der Schweiz lehnen sie als ...
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Reife und Charakter machten ihn zur Nummer 1 (Di, 04 Jul 2017)
​​​​​​​ Mit dem 18-jährigen Nico Hischier hat ein junger Sportler aus dem Wallis Geschichte geschrieben: Als erster Schweizer Eishockey-Youngster wurde er im diesjährigen Draft der NHL als Nr. 1 gezogen. Mit anderen Worten: Er gilt als bester Hockey-Jungprofi der Welt. Beim Heimatbesuch in Naters glänzte Hischier, der in den USA bereits ein Star ist, mit Bescheidenheit. All dieser Kult um seine Person – er passt so gar nicht zu ihm und seiner Herkunft. In der Schweiz war er bis vor wenigen Tagen nicht einmal ein kleines Sternchen. Ja, bis heute wissen die allermeisten Schweizer nicht einmal, wie man seinen Nachnamen richtig ausspricht. "Hiii-schi-är" ist korrekt, nicht die französische Variante "Hischié". Er wuchs im kleinen, 10'000 Einwohner zählenden Städtchen Naters auf, zusammen mit Eltern, seiner zwei Jahre älteren Schwester Nina und dem vier Jahre älteren Bruder Luca.  Aufs Garagentor statt aufs Tor Die Familie ist durch und durch sportbegeistert: Der Vater war ...
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Francesca will mit Schokolade ihr Land verändern (Di, 04 Jul 2017)
Ihr Herz schlägt für die Kakao-Bäuerinnen Perus, ihre Leidenschaft gilt der Schokolade: Francesca Valdivia lebt für ihr Startup Q’uma, das die gleichnamige Delikatesse herstellt und bereits in drei Länder exportiert. An einem Workshop für junge, gut ausgebildete Unternehmerinnen in der Schweiz erzählt die 25-Jährige von ihrer Begeisterung für Schokolade. Francesca redet wie ein Wasserfall. Sie ist gut vorbereitet, es geht um viel. Die junge Unternehmerin sucht Unterstützung für ihre vor eineinhalb Jahren in ihrer Heimat Peru gegründete Firma Q’uma. Der fünfköpfigen Jury, die es zu überzeugen gilt, verteilt Francesca eine Auswahl ihrer Edelschokolade zum Probieren. Q’uma ist ein Nischenprodukt. Kaufen kann man die Köstlichkeit in Perus Spezialitäten-Läden, Hotels und Flughäfen, aber auch in den USA, in Kanada und schon bald in Chile. Japan und Südkorea seien ebenfalls interessiert, erzählt Francesca der Jury. Um die steigende Nachfrage zu befriedigen, möchte Q’uma seine ...
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EGMR und die Schweiz – eine Hassliebe (Mo, 03 Jul 2017)
Dass sich der Europäische Menschenrechtsgerichtshof immer mehr in Landesrecht einmischt, sorgt in Teilen der Schweiz für Unmut. Eine Volksinitiative verlangt, dass Schweizer Recht über jenem von "fremden Richtern" stehen soll. swissinfo.ch auf Augenschein in Strassburg. Wären der Europäische Menschengerichtshof (EGMR) und die Schweiz ein Ehepaar, es drohte eine Kampfscheidung: "Schweizer Recht statt fremde Richter" – mit der so genannten Selbstbestimmungsinitiative fordert die Schweizerische Volkspartei (SVP) unter anderem eine eigenständige Wahrung der Menschen- und Grundrechte. Konkret: Die Schweizer Bundesverfassung soll dem Völkerrecht vorgehen. "Die Selbstbestimmungsinitiative ist die Reaktion darauf, dass der EGMR nicht bereit ist, sich die nötige Zurückhaltung aufzuerlegen", erklärt der ehemalige Bundesgerichtspräsident Martin Schubarth. Der EGMR treffe Entscheidungen, die dem nationalen Gesetzgeber vorbehalten sein müssten. Bei Nichtregierungsorganisationen stösst ...
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"Dass Scheitern zum Beruf gehört, hat man mir nicht gesagt" (Sa, 01 Jul 2017)
Der Schweizer Architekt Peter Zumthor baut in Kalifornien ein neues Kunstmuseum. In Deutschland erhält er den renommierten Grossen BDA-Preis. Und in Belgien plant er sein erstes Hochhaus. Zumthor über seine Mühe, demokratische Prozesse zu erdulden und liebgewonnene Gebäude loszulassen. Die deutsche Jury des Grossen BDA-Preises, den er nun erhält, schreibt über Peter Zumthor: "Sein architektonisches Werk führt die Architektur wieder auf das 'Urschaffen' des Menschen zurück." Der selbstbewusste Eremit wisse wie kein anderer, "was Bauen und Behausen ursprünglich bedeutet". Sein Qualitätsanspruch und die Arbeit im Detail "geben seinem Werk eine zeitlose Gültigkeit", loben die deutschen Experten den Pritzker-Preisträger Peter Zumthor.  SRF: Was inspiriert Sie? Peter Zumthor: Bilder, Stimmungen, ein Gefühl für den Ort. Dazu gehört auch Zuhören, zu erfahren, was die Bauherren wollen, was die Aufgabe verlangt. Auch Misstöne herauszuhören. Manchmal muss ich auch nachfragen: Ja wollen ...
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Schweiz bereitet sich auf Migrationswelle vor (Fr, 30 Jun 2017)
Mit dem Sommer kommen auch immer mehr Migranten an Europas Stränden an, besonders in Italien. Die Schweiz als Transitland bereitet sich darauf vor, indem sie die Polizeipräsenz an der Südgrenze verstärkt. Und künftig schliesst die Regierung nicht aus, mit einer zweiten Kohäsions-Milliarde auch Projekte im Zusammenhang mit der Migration zu unterstützen. Sommer ist Ferienzeit. Das stimmt, aber nur zum Teil. Für Zehntausende Menschen, die wegen Konflikten oder aus Armut ihr Land verlassen, ist der Sommer der beste Moment, um nach Europa überzusetzen. Allein in den letzten Tagen sind in Italien über 12'000 Personen angekommen. "Wir stehen unter Druck und verlangen eine konkrete Beteiligung Europas", sagte der italienische Premierminister Paolo Gentiloni am Donnerstag. Italien ist besonders betroffen und droht, seine Häfen für unter fremder Flagge fahrende Migrantenboote zu schliessen. In den ersten sechs Monaten des Jahres sind in Italien 85'000 Personen angekommen (gegenüber 78'500 ...
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